Bei Risiko darfst du einen begonnenen Angriff freiwillig beenden, sobald du keine weiteren Würfelwürfe gegen dasselbe Nachbarland machen möchtest. Du musst also nicht so lange angreifen, bis ein Gebiet erobert ist oder keine Einheiten mehr vorhanden sind. Entscheidend ist, dass jeder einzelne Würfelwurf vollständig abgehandelt wird, bevor du dich für einen weiteren Angriff oder das Ende deines Zuges entscheidest.
Das Abbrechen schützt deine Armee vor unnötigen Verlusten. Nach einem erfolgreichen Angriff kannst du deinen Vorteil sichern, indem du den Kampf beendest, Truppen verschiebst und später im Zug eine andere Grenze angreifst. Ein bereits gestarteter Angriff kann jedoch nicht rückgängig gemacht werden: Die Würfel werden gewertet, und verlorene Einheiten kommen nicht zurück.
Nach welchem Würfelwurf darfst du aufhören?
Ein Angriff besteht bei Risiko nicht aus einer festgelegten Serie von Würfen. Stattdessen entscheidest du nach jedem abgeschlossenen Vergleich der Würfel erneut, ob der Kampf weitergehen soll. Das gilt unabhängig davon, ob der Angreifer oder der Verteidiger Einheiten verloren hat.
Der Ablauf sieht so aus:
- Du wählst ein eigenes Gebiet, von dem aus du angreifst.
- Du bestimmst ein angrenzendes Gebiet eines Mitspielers als Ziel.
- Du kündigst an, mit wie vielen Würfeln du angreifen möchtest.
- Der Verteidiger wählt seine zulässige Anzahl an Würfeln.
- Beide Seiten würfeln und vergleichen die höchsten Würfelpaare.
- Die Verluste werden sofort vom Spielbrett genommen.
- Du entscheidest, ob du denselben Angriff fortsetzt, ein anderes Gebiet angreifst oder den Angriffsteil beendest.
Ein Stopp ist deshalb nach jedem Würfelvergleich möglich. Du darfst auch nach einem einzigen Angriff aufhören, wenn dir das Risiko weiterer Verluste zu hoch erscheint. Ein gescheiterter Angriff verpflichtet dich nicht zu einem zweiten Versuch.
Was bedeutet ein freiwilliger Stopp im Zug?
Wenn du einen Angriff beendest, endet zunächst nur dieser Kampf. Dein gesamter Zug muss damit noch nicht vorbei sein. Sofern deine Armee noch weitere Angriffe erlaubt und du die Voraussetzungen erfüllst, kannst du ein anderes angrenzendes Gebiet als Ziel wählen.
Du hast im Wesentlichen drei Möglichkeiten:
- Du setzt den Kampf gegen dasselbe Zielgebiet fort.
- Du wechselst zu einem anderen angreifbaren Nachbargebiet.
- Du beendest den Angriffsteil deines Zuges und gehst später zur Truppenverschiebung über.
Ein Gebietswechsel ist keine Fortsetzung desselben Würfelkampfs, sondern ein neuer Angriff. Deshalb muss auch dort wieder geprüft werden, ob das eigene Ausgangsgebiet genügend Einheiten besitzt und ob die beiden Gebiete aneinandergrenzen.
Nach den Angriffen folgt bei Risiko üblicherweise die Truppenverschiebung, sofern die Regeln der verwendeten Ausgabe eine solche Bewegung vorsehen und du sie nutzen möchtest. Dadurch kannst du Einheiten aus einem sicheren Hinterland an eine Grenze verlagern. Wer den Zug vollständig beendet, erhält in der Regel außerdem die nächste Karte nur dann, wenn in diesem Zug mindestens ein gegnerisches Gebiet erobert wurde.
Warum das Abbrechen taktisch wichtig ist
Der stärkste Grund für einen Stopp ist die Sicherung eines bereits erreichten Vorteils. Ein Angriff kann erfolgreich sein, ohne dass das Zielgebiet vollständig fallen muss. Vielleicht hast du dem Verteidiger mehrere Einheiten genommen und deine eigene Grenze dadurch verbessert. Ein weiterer Würfelwurf könnte dann mehr Schaden verursachen, als ein möglicher Gewinn rechtfertigt.
Besonders vorsichtig solltest du sein, wenn dein Ausgangsgebiet nur noch wenige Einheiten enthält. Für einen Angriff muss dort immer mindestens eine Einheit zurückbleiben. Die angreifenden Einheiten müssen außerdem aus demselben Gebiet stammen. Eine große Armee in einem benachbarten Land darf den laufenden Angriff nicht nachträglich verstärken.
Auch die Stellung auf dem restlichen Spielbrett spielt eine Rolle. Ein kleiner Gewinn an einem entfernten Rand kann weniger bedeuten als eine geschwächte Grenze zum stärksten Mitspieler. Beende den Kampf daher nicht nur nach der Frage, ob ein weiterer Wurf rechnerisch möglich ist. Prüfe auch, ob dein Ausgangsgebiet nach dem Kampf noch verteidigungsfähig bleibt.
Angreifen oder Truppen sichern?
Ein weiterer Angriff ist nicht automatisch die beste Wahl, nur weil du noch mehrere Einheiten im Ausgangsgebiet hast. Nach einem verlustreichen Würfelvergleich kann es sinnvoll sein, den erzielten Stand zu akzeptieren. Das gilt vor allem, wenn das Zielgebiet bereits stark geschwächt ist, aber deine eigene Grenze ebenfalls gefährdet wirkt.
Vor dem nächsten Wurf helfen drei Fragen:
- Wie viele Einheiten stehen im Ausgangsgebiet nach dem letzten Vergleich noch bereit?
- Wie stark ist das gegnerische Zielgebiet im Verhältnis zu deinen Angreifern?
- Kannst du nach dem Kampf eine verwundbare Grenze durch Truppenverschiebung absichern?
Die Würfelwahrscheinlichkeit allein entscheidet nicht über den richtigen Zeitpunkt. Ein Angriff mit mehreren Würfeln bietet meist bessere Chancen als ein sehr kleiner Angriff, aber jeder Vergleich kann dennoch Verluste bringen. Wenn der mögliche Gebietserwerb keinen strategischen Nutzen hat, ist der freiwillige Stopp oft die vernünftigere Entscheidung.
Was passiert nach der Eroberung eines Gebiets?
Wird das angegriffene Gebiet vollständig besiegt und befinden sich dort keine gegnerischen Einheiten mehr, eroberst du es. Danach musst du eine bestimmte Anzahl deiner Einheiten aus dem Ausgangsgebiet in das neue Gebiet ziehen. Wie viele Einheiten bewegt werden müssen oder dürfen, richtet sich nach der verwendeten Risiko-Ausgabe; mindestens eine Einheit muss dabei im Ausgangsgebiet zurückbleiben.
Nach der Eroberung darfst du entscheiden, ob du von dem neuen Gebiet aus weiter angreifst. Das ist ein neuer Angriff über eine Grenze, die du nun kontrollierst. Du musst nicht weiterkämpfen, nur weil du gerade ein Gebiet eingenommen hast. Du kannst den Angriffsteil jederzeit beenden, nachdem die Eroberung und die notwendige Truppenbewegung vollständig abgehandelt wurden.
Ein wichtiger Unterschied: Der Kampf endet automatisch, wenn das Zielgebiet erobert wurde. Freiwillig stoppst du dagegen einen noch offenen Angriff, bei dem der Verteidiger weiterhin Einheiten besitzt oder der Kampf nach dem letzten Würfelwurf einfach nicht fortgesetzt werden soll.
Ein typischer Ablauf an einer Grenze
In deinem Ausgangsgebiet stehen zwölf Einheiten, im angrenzenden gegnerischen Gebiet vier. Du greifst mit der zulässigen Würfelzahl an. Nach dem ersten Vergleich verlieren beide Seiten Einheiten, und im Zielgebiet bleiben noch zwei Verteidiger stehen.
Jetzt ist der Kampf noch nicht entschieden. Du darfst erneut würfeln, wenn dein Ausgangsgebiet weiterhin ausreichend besetzt ist. Du darfst aber ebenso aufhören und den Angriffsteil an dieser Grenze beenden. Dann bleibt das gegnerische Gebiet beim Mitspieler, und du kannst entweder einen anderen Angriff beginnen oder später deine Truppen sichern.
Entscheidest du dich für einen weiteren Wurf und besiegst die letzten Verteidiger, eroberst du das Gebiet. Erst danach bewegst du Einheiten hinein. Ob du von dort aus einen weiteren Angriff startest, bleibt dir überlassen.
Häufige Regelverwechslungen vermeiden
Ein verbreiteter Irrtum ist die Annahme, ein einmal angekündigter Angriff müsse bis zur Eroberung fortgesetzt werden. Das ist nicht der Fall. Die Ansage legt nur das Ziel und den nächsten Würfelvergleich fest; nach dessen Auswertung erhältst du eine neue Entscheidungsmöglichkeit.
Ebenso darf ein Angreifer nicht mitten im Würfelvergleich abbrechen, sobald er erkennt, dass die Würfel ungünstig liegen. Erst wenn alle Würfel nach den Regeln verglichen und die Verluste entfernt wurden, ist der aktuelle Angriffsschritt abgeschlossen.
Außerdem darf ein Spieler nicht einfach weitere Einheiten aus anderen Gebieten zum laufenden Kampf hinzunehmen. Verstärkungen müssen über erlaubte Truppenbewegungen eingesetzt werden. Ob ein Gebiet als Ausgangspunkt oder Ziel geeignet ist, hängt von der Nachbarschaft und den Regeln der jeweiligen Ausgabe ab.
Bei Risiko-Ausgaben mit zusätzlichen Regeln können Einzelheiten abweichen. Das betrifft beispielsweise Varianten, Missionen, Spezialkarten oder Erweiterungen. Wenn eine Karte oder ein Beiblatt den normalen Ablauf verändert, gilt diese Sonderregel nur in dem Umfang, den die betreffende Ausgabe vorgibt.
Wann ist der Angriffsteil endgültig beendet?
Du beendest den Angriffsteil, indem du keinen weiteren Angriff mehr erklärst. Danach darfst du keine neue Eroberung beginnen, sobald du bereits zur Truppenverschiebung oder zum nächsten Zug übergegangen bist. Ein späterer Entschluss, doch noch anzugreifen, ist dann nicht mehr möglich.
Für die Runde ist es sinnvoll, das Ende deutlich anzusagen. So bleibt klar, wann der letzte Angriff abgeschlossen ist und wann die nächste Phase beginnt. Wurde mindestens ein gegnerisches Gebiet erobert, prüfst du anschließend die Kartenregel deiner Ausgabe. Danach endet dein Zug normalerweise mit der freiwilligen Truppenverschiebung oder vollständig, falls du darauf verzichtest.
Fragen und Antworten zum freiwilligen Angriffsende bei Risiko
Darf ich nach einem verlorenen Vergleich sofort aufhören?
Ja, nach der vollständigen Auswertung des Würfelvergleichs darfst du den Angriff beenden, auch wenn du dabei Einheiten verloren hast. Du bist nicht verpflichtet, denselben Angriff erneut zu versuchen oder einen anderen Angriff zu beginnen.
Kann ich einen Angriff beenden und später im selben Zug weitermachen?
Du kannst nach dem Ende dieses Angriffs zunächst einen anderen Angriff erklären, solange dein Angriffsteil noch läuft. Sobald du jedoch zur Truppenverschiebung übergegangen oder deinen Zug beendet hast, darfst du im selben Zug keinen neuen Angriff mehr nachträglich beginnen.
Darf ich nach einem freiwilligen Stopp das Ausgangsgebiet wechseln?
Ja, ein Wechsel ist möglich, wenn du den bisherigen Kampf vollständig beendet hast und ein anderes eigenes Gebiet die Voraussetzungen für einen Angriff erfüllt. Das neue Ausgangsgebiet muss an ein gegnerisches Gebiet grenzen und genügend Einheiten enthalten, damit mindestens eine Einheit zurückbleiben kann.
Kann ich während des Würfelvergleichs noch abbrechen?
Nein, ein bereits ausgelöster Würfelvergleich muss vollständig nach den geltenden Regeln ausgewertet werden. Erst nachdem die Würfel verglichen und alle Verluste entfernt wurden, darfst du entscheiden, ob du weiterangreifst oder aufhörst.
Was passiert, wenn ich nach dem Stopp keine Truppen verschieben kann oder möchte?
Dann endet dein Zug nach den weiteren Regeln deiner Risiko-Ausgabe, sofern du keinen anderen Angriff mehr erklärst. Eine Truppenverschiebung ist nicht automatisch eine Fortsetzung des Angriffs und darf nicht dazu genutzt werden, einen bereits beendeten Kampf nachträglich zu verstärken.
Darf ich nach einer Eroberung freiwillig auf weitere Kämpfe verzichten?
Ja, nach der vollständigen Abwicklung der Eroberung darfst du den Angriffsteil beenden. Die Einnahme eines Gebiets verpflichtet dich nicht dazu, von dort aus einen weiteren Angriff zu starten.
Gilt das freiwillige Abbrechen auch bei Missionen und Erweiterungen?
Grundsätzlich gilt der normale Ablauf weiter, sofern eine Mission, Karte oder Erweiterung nichts Abweichendes festlegt. Bei einer Sonderregel solltest du die konkrete Ausgabe prüfen, weil sie den Angriff, die Truppenbewegung oder das Spielziel ausdrücklich verändern kann.