Bei 11 nimmt! versuchst du, deine Handkarten möglichst schnell vollständig auszuspielen. Dazu legst du Zahlenkarten an aufsteigende Ablagereihen an. Kannst du keine passende Karte ausspielen, musst du eine Reihe aufnehmen. Die Pluskarten verändern diesen Ablauf: Sie erlauben dir, eine Reihe trotz einer eigentlich unpassenden Zahlenkarte weiterzuführen.
Das Spielziel bei 11 nimmt!
Das Ziel besteht darin, alle Karten aus der eigenen Hand abzulegen. Anders als bei 6 nimmt! sammelst du bei 11 nimmt! nicht möglichst wenige Minuspunkte. Entscheidend ist vielmehr, wer seine Handkarten zuerst loswird. Sobald eine Person keine Handkarte mehr besitzt, endet die Runde nach den Regeln der jeweiligen Ausgabe.
Die Zahlenkarten werden in Reihen abgelegt. Jede Reihe hat eine obere Karte, an deren Wert sich der nächste Spielzug orientiert. Eine neue Karte muss normalerweise höher sein als die zuletzt gelegte Karte. Die erlaubte Differenz ist dabei begrenzt: Eine Zahlenkarte darf nur angelegt werden, wenn sie höchstens elf Werte über der obersten Karte der Reihe liegt.
Material und Vorbereitung
Für 11 nimmt! brauchst du die Karten des Spiels und eine freie Fläche für die Ablagereihen. Die Karten werden gemischt. Danach erhält jede Person ihre Handkarten entsprechend der Spielanleitung der verwendeten Ausgabe. Der übrige Kartenstapel bleibt als Nachziehstapel liegen.
Zu Beginn werden mehrere Zahlenkarten offen ausgelegt. Diese Karten bilden die Startkarten der Ablagereihen. Die genaue Zahl der Startreihen und die Kartenzahl auf der Hand solltest du bei unterschiedlichen Ausgaben anhand der beiliegenden Anleitung prüfen. Für den Ablauf ist wichtig, dass jede Reihe eine eigene oberste Karte besitzt und dass alle Personen diese Karten sehen können.
- Mische alle verwendeten Karten gründlich.
- Gib jeder Person die vorgesehene Zahl an Handkarten.
- Lege die Startkarten offen als getrennte Reihen aus.
- Bestimme, wer beginnt.
- Lege den restlichen Kartenstapel so ab, dass bei Bedarf Karten nachgezogen werden können.
Die Handkarten bleiben geheim. Nur die offenen Ablagereihen und die ausgespielten Karten sind für alle sichtbar.
So funktioniert ein Spielzug
In deinem Zug spielst du eine Karte aus deiner Hand an eine passende Ablagereihe. Du darfst die Zahlenkarte anlegen, wenn ihr Wert über dem Wert der obersten Karte liegt und der Abstand innerhalb des erlaubten Bereichs bleibt. Die Karte wird offen auf die Reihe gelegt und ist anschließend die neue oberste Karte.
Du musst nicht zwingend die niedrigste oder höchste mögliche Karte verwenden. Wenn mehrere deiner Karten an verschiedene Reihen passen, entscheidest du selbst, welche Karte du wohin legst. Diese Wahl ist wichtig, weil du durch eine bestimmte Zahlenkarte die Anschlussmöglichkeiten für deine späteren Züge verbessern oder verschlechtern kannst.
Nach dem Ausspielen prüfst du, ob du noch Karten auf der Hand hast. Anschließend ist die nächste Person an der Reihe. Der Zug läuft also grundsätzlich in dieser Reihenfolge ab:
- Prüfe die oberste Karte jeder Ablagereihe.
- Suche eine passende Zahlenkarte oder Pluskarte auf deiner Hand.
- Lege eine erlaubte Karte offen an eine Reihe an.
- Prüfe, ob die eigene Hand leer ist.
- Gib den Zug weiter, falls die Runde noch läuft.
Wann musst du eine Ablagereihe aufnehmen?
Kannst du keine Karte regelgerecht anlegen, musst du eine komplette Ablagereihe aufnehmen. Du nimmst dabei nicht nur die oberste Karte, sondern alle Karten dieser Reihe. Die aufgenommene Reihe kommt auf deine Hand und vergrößert damit zunächst dein Kartenproblem.
Welche Reihe du nehmen musst oder nehmen darfst, richtet sich nach der Spielsituation und den Regeln der Ausgabe. Ist eine Zahlenkarte zu niedrig, zu weit vom aktuellen Reihenwert entfernt oder passt keine Karte zu einer Reihe, darfst du nicht einfach eine beliebige Karte abwerfen. Das Aufnehmen ersetzt den normalen Ausspielzug.
Nach dem Aufnehmen wird die Reihe wieder mit einer offenen Karte aus deiner Hand begonnen, sofern dies für die verwendete Ausgabe vorgesehen ist. Diese Karte bildet den neuen Startpunkt für die betreffende Ablagereihe. Wähle sie nicht zufällig: Ein ungünstiger Startwert kann der nächsten Person eine sehr gute Anschlussmöglichkeit geben.
Die Bedeutung der Pluskarten
Pluskarten sind der besondere Mechanismus von 11 nimmt!. Sie erweitern die Zahlenfolge einer Ablagereihe, obwohl die danach gespielte Zahlenkarte nicht unmittelbar in den normalen Zahlenbereich passen würde. Die Pluskarte wird zunächst an eine Reihe angelegt. Danach darf eine passende Zahlenkarte auf diese Pluskarte folgen.
Welche Pluskarte in welchem Umfang wirkt, hängt von ihrem aufgedruckten Wert und der offiziellen Kartenregel ab. Lies den Wert immer im Zusammenhang mit der aktuellen Reihe: Die Pluskarte wird nicht wie eine gewöhnliche Zahlenkarte behandelt, sondern verändert die Grenze für den nächsten Anschluss.
Eine Pluskarte ist deshalb nicht automatisch ein sicherer Ausweg. Du musst prüfen, welche Karte danach tatsächlich angelegt werden kann. Wenn die Kombination nicht zu deiner Hand passt, kann die Pluskarte die Reihe zwar verlängern, dir aber keinen unmittelbaren Vorteil bringen.
Ein typischer Ablauf sieht so aus: Oben auf einer Reihe liegt eine Zahlenkarte. Du besitzt eine Pluskarte, mit der die Reihe erweitert werden darf. Du legst die Pluskarte an und kannst anschließend eine Zahlenkarte ausspielen, die ohne diese Erweiterung nicht an die Reihe gepasst hätte. Beide Karten bleiben in derselben Reihe liegen.
Handkarten geschickt loswerden
Die schnellste Karte ist nicht immer die beste Karte. Bevor du ausspielst, vergleiche alle Reihen miteinander. Eine Karte kann an mehreren Stellen passen. Entscheide dich möglichst für die Reihe, bei der deine übrigen Handkarten später noch Anschluss finden.
- Behalte Reihen mit mehreren möglichen Anschlüssen im Blick.
- Spiele eine passende Karte nicht vorschnell aus, wenn sie eine wichtige Lücke schließt.
- Nutze Pluskarten gezielt für Karten, die sonst kaum unterzubringen wären.
- Beobachte, welche Zahlenbereiche andere Personen meiden oder aufnehmen mussten.
- Vermeide es, eine Reihe unnötig so weit zu verlängern, dass dir kaum noch Karten bleiben.
Besonders nützlich ist es, die Handkarten gedanklich nach niedrigen, mittleren und hohen Werten zu ordnen. So erkennst du schneller, ob eine Reihe für dich ein Ausweg ist oder dich später zu einer Aufnahme zwingt.
Eine Spielsituation richtig beurteilen
Angenommen, eine Reihe endet bei einer niedrigen Zahl und du hältst mehrere Karten aus dem anschließenden Zahlenbereich. Dann kannst du diese Reihe wahrscheinlich für mehrere eigene Züge nutzen. Liegt die oberste Karte dagegen bereits nahe an einem hohen Wert, passen vielleicht nur noch wenige Karten. Eine solche Reihe kann bald zur Aufnahme führen.
Hast du zwei passende Karten, solltest du außerdem auf die Reihenfolge achten. Spielst du zuerst die Karte mit dem kleineren Wert, bleibt die zweite Karte möglicherweise noch anschließbar. Legst du dagegen sofort die höhere Karte, kann die niedrigere Karte unbrauchbar werden. Der Abstand zwischen den Karten entscheidet, ob diese Wahl sinnvoll ist.
Auch die Handkartenzahl der anderen Personen liefert Hinweise. Wer nur noch wenige Karten besitzt, sollte nicht durch eine leicht nutzbare Reihe unterstützt werden. Eine Ablage, die für dich passend ist, kann der nächsten Person ebenfalls einen schnellen Weg zum Rundenende eröffnen.
Häufige Fehler bei der Ablage
Ein häufiger Fehler besteht darin, nur auf den Zahlenwert zu achten. Eine Karte ist nicht schon deshalb erlaubt, weil sie höher als die oberste Karte liegt. Zusätzlich muss der Abstand innerhalb der vorgegebenen Grenze bleiben. Prüfe deshalb immer beide Bedingungen.
Ebenso darf eine Pluskarte nicht ohne Blick auf ihre Anschlussregel verwendet werden. Sie ersetzt nicht automatisch jede Zahlenkarte und macht eine Reihe nicht dauerhaft offen. Ihre Wirkung gilt nur so, wie es der Kartentext oder die Spielregel vorsieht.
Wer eine Reihe aufnehmen muss, darf außerdem nicht nur die oberste Karte nehmen. Die gesamte Reihe gehört auf die Hand. Erst danach wird die betreffende Reihe nach den geltenden Aufbauvorgaben neu gestartet.
Auflage und Erweiterungen prüfen
Bei 11 nimmt! können sich einzelne Details je nach Ausgabe, Sprachversion oder enthaltenem Kartenmaterial unterscheiden. Das betrifft vor allem die Zahl der Handkarten, die verwendeten Startreihen und die genaue Wirkung einzelner Pluskarten. Wenn eine Karte anders formuliert ist als in einer bekannten Erklärung, gilt der Kartentext der eigenen Ausgabe zusammen mit der beiliegenden Anleitung.
Eine selbst entwickelte Hausregel sollte klar von der offiziellen Regel getrennt werden. Ihr könnt etwa vereinbaren, dass eine bestimmte Reihe bevorzugt aufgenommen wird oder dass das Spiel erst nach einer vollständigen Runde endet. Solche Änderungen funktionieren als Gruppenlösung, sind aber nicht automatisch Bestandteil der Originalregeln.
Der richtige Ablauf für die erste Runde
Für die erste Partie genügt es, zunächst die Grundregel für Zahlenkarten anzuwenden und die Pluskarten gemeinsam vor dem ersten Zug zu lesen. Legt die Kartenreihen mit etwas Abstand aus, damit die oberste Karte jeder Reihe eindeutig erkennbar bleibt.
Nach jedem Zug sollte die spielende Person kurz prüfen, ob die gelegte Karte innerhalb des erlaubten Bereichs liegt. Bei einer Aufnahme wird die gesamte Reihe sichtbar zur eigenen Hand genommen. Diese einfache Kontrolle verhindert die meisten Streitfälle, ohne den Spielfluss zu unterbrechen.
Wenn alle Beteiligten die Reihenlogik verstanden haben, entsteht die eigentliche Entscheidung: eine Karte sofort loswerden oder eine bessere Anschlussmöglichkeit für die nächsten Züge bewahren. Genau diese Abwägung macht die Ablagereihen und Pluskarten zum Mittelpunkt der Partie.
Fragen und Antworten zu den Nimmt-Regeln
Was passiert, wenn eine Zahlenkarte genau elf Werte über der obersten Karte liegt?
Sie darf nach der beschriebenen Grundregel noch an die Reihe angelegt werden, weil der Abstand höchstens elf beträgt. Eine Karte mit einem größeren Abstand ist dagegen nicht zulässig, auch wenn ihr Wert höher ist.
Darfst du eine Zahlenkarte an jede beliebige Ablagereihe legen?
Nein, die Karte muss sowohl höher als die oberste Karte der Reihe als auch innerhalb des erlaubten Abstands liegen. Gibt es mehrere passende Reihen, entscheidest du selbst, an welche du die Karte anlegst.
Kannst du freiwillig eine Ablagereihe aufnehmen, obwohl eine Karte passt?
Eine freiwillige Aufnahme solltest du nicht als offizielle Grundregel annehmen, solange die Anleitung deiner Ausgabe sie nicht ausdrücklich erlaubt. Wenn eine Karte regelgerecht ausgespielt werden kann, ersetzt das Aufnehmen normalerweise nicht den Ausspielzug.
Wie wird eine Reihe nach dem Aufnehmen wieder eröffnet?
Nach dem Aufnehmen wird die betreffende Reihe entsprechend der Regel der verwendeten Ausgabe mit einer offenen Karte neu begonnen. Welche Handkarte dafür zulässig ist und ob du sie selbst auswählst, solltest du bei abweichender Formulierung direkt in der beiliegenden Anleitung prüfen.
Darf eine Pluskarte auf eine andere Pluskarte gelegt werden?
Das lässt sich nicht pauschal aus der allgemeinen Reihenregel ableiten, weil die genaue Wirkung vom Kartentext und der Ausgabe abhängt. Behandle eine Pluskarte daher nur so, wie es ihre eigene Regel vorsieht, und kläre ausdrücklich, ob eine weitere Pluskarte als Anschluss erlaubt ist.
Wann endet die Runde, wenn jemand die letzte Handkarte ausspielt?
Das Spielziel ist erreicht, sobald eine Person keine Handkarte mehr besitzt; nach dem vorliegenden Regelrahmen endet die Runde dann nach den Vorgaben der jeweiligen Ausgabe. Ob ein laufender Durchgang noch vollständig beendet oder sofort abgerechnet wird, kann deshalb auf der Anleitung der Ausgabe festgelegt sein.
Was machst du, wenn eine ausgespielte Karte erst später als unzulässig erkannt wird?
Stoppt den Ablauf möglichst sofort und prüft den Wert der obersten Karte sowie den Abstand der ausgespielten Karte. Für die Korrektur gibt es ohne ergänzende Regel keine allgemein sichere Lösung; legt deshalb eine einheitliche Hausregel für solche Rücknahmen fest oder folgt der Anleitung eurer Ausgabe.
Gilt die Regel aus 6 nimmt! auch für 11 nimmt!?
Nein, die Spiele haben zwar ein ähnliches Thema, aber bei 11 nimmt! geht es darum, die eigenen Handkarten abzulegen, und die Ablagereihen folgen einer eigenen Zahlen- und Pluskartenregel. Übertrage deshalb weder das Wertungsprinzip noch Sonderregeln aus 6 nimmt! automatisch auf 11 nimmt!.