Gods of Asgard ist eine Erweiterung für das Grundspiel Blood Rage. Sie wird nach dem normalen Aufbau vorbereitet und verändert in jeder Partie die Regeln von zwei ausgewählten Provinzen. Dafür werden zwei der sechs Götterkarten zufällig bestimmt. Die zugehörigen Götterfiguren markieren auf dem Spielplan, wo ihre Sonderregeln gelten.
Die Figuren selbst sind keine Einheiten. Sie nehmen kein Dorf ein, kämpfen nicht mit und zählen nicht für die Mehrheit in einer Provinz. Ihre Aufgabe besteht darin, eine besondere Regel sichtbar an einen Ort des Spielplans zu binden. Nach einer Plünderung kann sich diese Regel an eine andere Stelle verschieben. Genau deshalb muss die Position der Götter während der gesamten Partie aufmerksam verfolgt werden.
Was du für die Erweiterung brauchst
Du benötigst das Blood-Rage-Grundspiel und das Material der Erweiterung. Gods of Asgard enthält sechs Götterkarten und die passenden Götterfiguren. Die sechs Götter heißen Loki, Heimdall, Tyr, Odin, Frigg und Thor.
Für eine Partie werden nicht alle sechs Karten und Figuren verwendet. Zwei Götterkarten werden zufällig ausgewählt und offen neben dem Spielplan ausgelegt. Dadurch kennen alle Clans die Sonderregeln von Beginn an und können ihre Entscheidungen darauf abstimmen. Die übrigen Götter bleiben für diese Partie ungenutzt.
Aufbau nach dem normalen Blood-Rage-Setup
Baue Blood Rage zunächst vollständig nach den Regeln des Grundspiels auf. Dazu gehören unter anderem der Spielplan, die Clans, die Startfiguren, die Karten und die Vorbereitung des ersten Zeitalters. Erst danach kommt die Erweiterung hinzu.
- Mische die sechs Götterkarten und ziehe zwei Karten.
- Lege die beiden gezogenen Karten offen neben den Spielplan.
- Stelle die zugehörigen Götterfiguren bereit.
- Ziehe für jeden ausgewählten Gott einen passenden Ragnarök-Marker, um seine Startprovinz zu bestimmen.
- Setze jede Figur in die auf dem Marker angegebene Provinz.
- Lege die verwendeten Marker anschließend zurück, ohne dadurch einen zusätzlichen Ragnarök-Effekt auszulösen.
Eine Götterfigur steht innerhalb einer Provinz und nicht auf einem Dorf. Sie blockiert deshalb weder das Dorf noch eine Invasion. Die Figur ist lediglich der sichtbare Hinweis darauf, dass in dieser Provinz eine der beiden offenen Götterregeln aktiv ist.
Wo eine Götterregel gilt
Die Sonderregel eines Gottes gilt in der Provinz, in der seine Figur steht. Der Wirkungsbereich umfasst außerdem den zu dieser Provinz gehörenden Fjord, sofern der Fjord nach den Grundregeln an einer Schlacht beteiligt ist. Eine Götterregel wirkt also nicht automatisch auf das gesamte Spielbrett.
Diese Unterscheidung ist für die Planung wichtig. Eine Regel in einer Provinz betrifft nicht ohne Weiteres Figuren in einer anderen Provinz. Auch ein Clan erhält keinen dauerhaften Bonus, nur weil er die Provinz früher genutzt oder dort die meisten Figuren stehen hat. Maßgeblich ist ausschließlich der Standort der Götterfigur.
Steht ein Gott beispielsweise in einer Provinz, in der ein Kampf vorbereitet wird, muss die zugehörige Karte vor der Abwicklung geprüft werden. Dabei ist auch der angrenzende Fjord zu berücksichtigen, wenn er in diesen Kampf einbezogen wird. Die Sonderregel hat Vorrang, falls sie einer allgemeinen Regel des Grundspiels widerspricht.
Die sechs Götter und ihre Bedeutung
Die Götterkarten greifen unterschiedliche Situationen in Blood Rage auf. Sie verändern nicht alle denselben Teil des Spiels. Je nach Karte kann eine Regel bei einem Kampf, einer Invasion, einer Plünderung oder bei Verlusten von Figuren relevant werden.
- Loki verändert eine Spielsituation, in der Kämpfe und das Ergebnis geheimer Karten eine Rolle spielen können.
- Heimdall wirkt auf Vorgänge, bei denen Stärkevergleiche oder die Einschätzung eines bevorstehenden Kampfes wichtig sind.
- Tyr betrifft eine Regel rund um Kampfentscheidungen und die Folgen eines Kräftemessens.
- Odin kann die Auswirkungen eines Kampfes auf besiegte Figuren oder deren Überleben beeinflussen.
- Frigg verändert eine Bedingung, die bei einer Invasion oder bei der Nutzung einer Provinz geprüft wird.
- Thor steht für eine Regel, die mit dem Erfolg einer Plünderung oder mit einer Belohnung nach einem Kampf zusammenhängen kann.
Die Übersicht ersetzt nicht den Kartentext deiner Ausgabe. Bei der Anwendung muss immer geprüft werden, wann die Fähigkeit ausgelöst wird, welche Spieler betroffen sind und ob die Änderung nur für den aktiven Spieler oder für alle Beteiligten gilt. Eine kurze Zusammenfassung darf nicht dazu führen, dass eine Bedingung aus der Karte übergangen wird.
So werden Götterregeln während eines Zuges angewendet
Die Karte wird nicht nur beim Aufbau gelesen. Sobald eine Aktion in der betroffenen Provinz stattfindet, muss die dort geltende Sonderregel in die normale Reihenfolge des Grundspiels eingeordnet werden. Zuerst wird festgestellt, welche Aktion ausgeführt wird. Danach wird geprüft, ob die Provinz oder ihr Fjord unter dem Einfluss eines Gottes steht.
- Bestimme die betroffene Provinz und gegebenenfalls den zugehörigen Fjord.
- Prüfe, ob dort eine der beiden Götterfiguren steht.
- Lies die passende Götterkarte und beachte den Zeitpunkt ihrer Anwendung.
- Führe die Aktion nach der veränderten Regel aus.
- Bewege den Gott anschließend nur dann, wenn die Aktion eine Plünderung in seiner Provinz war.
Dieser Ablauf verhindert, dass eine Götterregel zu früh oder zu spät angewendet wird. Besonders bei Kämpfen solltest du die Karte vor dem Ausspielen von Karten und vor der Ermittlung des Ergebnisses sichtbar bereitlegen.
Was nach einer Plünderung mit dem Gott geschieht
Nach jedem abgeschlossenen Plünderungsversuch in einer Provinz mit Götterfigur wird der betreffende Gott versetzt. Das gilt sowohl für eine erfolgreiche als auch für eine gescheiterte Plünderung. Entscheidend ist, dass ein Plünderungsversuch stattgefunden und seinen Abschluss erreicht hat.
Der Spieler, der die Plünderung versucht hat, bestimmt das neue Ziel des Gottes. Die neue Provinz muss zulässig sein. Sie darf keinen anderen Gott enthalten, nicht bereits geplündert worden sein und nicht durch Ragnarök zerstört sein. Der Gott muss nicht in eine benachbarte Provinz ziehen. Jede zulässige Provinz kommt infrage.
Nach dem Versetzen gilt sofort die Sonderregel der neuen Position. Das kann die weitere Planung des laufenden Zeitalters erheblich verändern. Eine Provinz, die vor wenigen Augenblicken unter einer bestimmten Regel stand, kann für den nächsten Spieler ohne Göttereinfluss sein, während eine andere Region nun eine neue Gefahr oder Chance bietet.
Gibt es keine zulässige Zielprovinz, bleibt der Gott an seinem bisherigen Ort. Er wird nicht entfernt und auch nicht automatisch auf eine Ersatzposition gestellt.
Warum auch eine erfolglose Plünderung wichtig sein kann
Eine Plünderung ohne Aussicht auf einen Sieg kann taktisch dennoch eine Wirkung haben. Der Versuch bewegt den Gott, sofern die Plünderung abgeschlossen wird. Dadurch kann ein Spieler eine besonders ungünstige Sonderregel aus einer wichtigen Provinz entfernen oder einen Gott in eine Region verschieben, die den nächsten eigenen Zug weniger stark beeinträchtigt.
Das ist keine zusätzliche Belohnung und erzeugt keinen kostenlosen Plünderungserfolg. Die Aktion muss nach den normalen Regeln zulässig sein. Ihr strategischer Wert liegt allein darin, dass sich der Wirkungsbereich der Götter verändert.
Umgekehrt kann eine fremde Plünderung deine Planung stören. Wenn ein anderer Clan eine Provinz mit Gott nutzt, darf der ausführende Spieler dessen neuen Standort bestimmen. Eine zuvor erwartete Kampf- oder Invasionsregel kann dadurch an eine andere Stelle des Spielplans wandern.
Neupositionierung zu Beginn des zweiten und dritten Zeitalters
Zu Beginn des zweiten und des dritten Zeitalters werden beide verwendeten Götter erneut zufällig platziert. Ihre Position aus dem vorherigen Zeitalter bleibt also nicht automatisch bestehen.
- Bereite den Beginn des neuen Zeitalters nach den normalen Blood-Rage-Regeln vor.
- Bestimme für jeden der beiden Götter erneut eine Startprovinz mit einem verfügbaren Ragnarök-Marker.
- Setze die Figuren an die neuen Positionen.
- Lege die Marker anschließend wieder zurück.
- Prüfe vor den weiteren Aktionen, welche beiden Provinzen nun unter einer Sonderregel stehen.
Die Neupositionierung sorgt dafür, dass eine erfolgreiche Strategie nicht einfach über die gesamte Partie wiederholt werden kann. Eine Fähigkeit, die im ersten Zeitalter kaum eine Rolle spielte, kann später genau in einer Provinz auftauchen, die wegen ihrer Dörfer, ihrer Stärke oder ihrer Verbindung zu einem Fjord besonders wichtig ist.
Provinz, Dorf, Fjord und Yggdrasil richtig unterscheiden
Eine Provinz ist das Gebiet auf dem Spielplan, in dem Figuren marschieren, einmarschieren und plündern. Das Dorf ist ein Bestandteil dieser Provinz und bleibt durch die Götterfigur grundsätzlich nutzbar. Der Fjord ist ein eigener Bereich, der bei bestimmten Schlachten nach den Regeln des Grundspiels beteiligt wird. Yggdrasil ist eine besondere zentrale Region und darf nicht wie eine gewöhnliche Randprovinz behandelt werden.
Die Götterfigur verändert keine Grenzen und keine Nachbarschaftsbeziehungen. Sie verhindert nicht automatisch, dass Figuren in ihre Provinz einmarschieren. Ebenso zählt sie nicht als zusätzliche Kriegerfigur und trägt nicht zur Stärke eines Clans bei.
Bei der Bewegung kann Yggdrasil als zulässiges Ziel relevant sein, weil diese Region mit allen Provinzen benachbart ist. Für die Götterbewegung gilt trotzdem die allgemeine Einschränkung: Das Ziel darf nicht bereits geplündert oder zerstört sein und darf keinen anderen Gott enthalten.
Häufige Fehler bei der Anwendung
- Verwende nicht alle sechs Götter in einer Partie. Es werden genau zwei Karten zufällig ausgewählt.
- Behandle die Götter nicht als Einheiten. Sie kämpfen nicht und besetzen keine Dörfer.
- Wende eine Götterregel nicht global an. Sie gilt am Standort der Figur und im zugehörigen Fjord, soweit dieser beteiligt ist.
- Bewege einen Gott nicht nur nach einer erfolgreichen Plünderung. Auch ein gescheiterter Versuch löst die Versetzung aus.
- Beschränke die Bewegung nicht auf Nachbarprovinzen. Ein zulässiges Ziel darf auch weiter entfernt liegen.
- Lege einen Gott nicht in eine zerstörte oder bereits geplünderte Provinz.
- Vergiss die Neupositionierung zu Beginn des zweiten und dritten Zeitalters nicht.
- Übertrage keine Inhalte aus einer digitalen Umsetzung oder aus Promo-Material automatisch auf die physische Erweiterung.
Eine saubere Tischroutine für die Partie
Lege die beiden offenen Götterkarten so aus, dass sie von allen Spielern gelesen werden können. Zusätzlich sollten die Figuren auf dem Spielplan gut sichtbar stehen. Nach jeder Plünderung wird die Bewegung sofort ausgeführt, bevor die nächste Entscheidung getroffen wird.
Hilfreich ist eine kurze Prüfung vor jeder riskanten Aktion: Welche Provinz ist betroffen, steht dort ein Gott, wann wird seine Regel ausgelöst und welche Folge hat sie für die beteiligten Figuren? Bei einem Kampf sollte diese Prüfung vor dem Ausspielen der Kampfwerte erfolgen. Bei einer Plünderung kommt anschließend die Versetzung hinzu.
Wenn der Kartentext einer Erweiterung oder einer besonderen Ausgabe von einer allgemeinen Regel abweicht, gilt der genaue Text der verwendeten Karte. Ist die Formulierung unklar, sollte die betreffende Ausgabe geprüft oder für die Runde eine ausdrücklich als Hausregel gekennzeichnete Entscheidung getroffen werden. Eine Hausregel darf nicht als offizielle Blood-Rage-Regel ausgegeben werden.
Spielerische Bedeutung der Erweiterung
Gods of Asgard macht die Positionierung auf dem Spielplan unberechenbarer, ohne den grundlegenden Ablauf von Blood Rage zu ersetzen. Die Spieler müssen nicht nur die Stärke ihrer Clans und die verfügbaren Karten beachten, sondern auch einschätzen, welche Provinz durch einen Gott gerade besonders attraktiv oder gefährlich ist.
Die offene Auswahl von zwei Göttern schafft dabei ein gemeinsames taktisches Umfeld. Alle kennen die möglichen Sonderregeln, aber niemand weiß zu Beginn, an welcher Stelle sie später wirken werden. Weil die Figuren nach Plünderungen den Standort wechseln können, bleibt die Bedeutung einer Provinz bis zum nächsten abgeschlossenen Plünderungsversuch veränderlich.
Für neue Spieler ist es sinnvoll, zunächst die Grundregeln von Blood Rage sicher zu beherrschen. Danach lässt sich die Erweiterung schrittweise einführen, indem alle Karten offen gelesen und die Bewegungsregel nach jeder Plünderung gemeinsam kontrolliert werden. So bleibt klar, welche Änderung aus dem Grundspiel stammt und welche durch einen Gott verursacht wird.
Häufige Fragen zu Blood Rage: Gods of Asgard
Wie viele Götter kommen in einer Partie mit Gods of Asgard ins Spiel?
In einer Partie werden genau zwei der sechs Götterkarten zufällig ausgewählt und offen ausgelegt. Nur die beiden dazugehörigen Götterfiguren werden verwendet, die übrigen bleiben für diese Partie ungenutzt.
Gilt eine Götterregel nur in der Provinz oder auch im Fjord?
Die Sonderregel gilt in der Provinz, in der die Götterfigur steht, und zusätzlich im zugehörigen Fjord, sofern dieser nach den Grundregeln an der Schlacht beteiligt ist. Sie wirkt nicht automatisch auf andere Bereiche des Spielplans.
Was passiert nach einer Plünderung in einer Provinz mit Götterfigur?
Nach jedem abgeschlossenen Plünderungsversuch wird der betreffende Gott versetzt, unabhängig davon, ob die Plünderung erfolgreich war. Der Spieler, der die Plünderung versucht hat, wählt dann eine zulässige neue Provinz für die Figur.
Darf ein Gott in jede beliebige Provinz ziehen?
Ja, die Bewegung ist nicht auf benachbarte Provinzen beschränkt. Das Ziel darf aber keinen anderen Gott enthalten, nicht bereits geplündert sein und nicht durch Ragnarök zerstört sein.
Was passiert, wenn es keine zulässige Zielprovinz mehr gibt?
Dann bleibt der Gott an seinem bisherigen Ort. Er wird nicht entfernt und auch nicht ersatzweise irgendwo anders platziert.
Werden die Götter zu Beginn des zweiten und dritten Zeitalters neu platziert?
Ja, zu Beginn des zweiten und dritten Zeitalters werden die beiden Götter erneut zufällig mit passenden Ragnarök-Markern aufgestellt. Dadurch kann sich die Wirkung der Sonderregeln zwischen den Zeitaltern deutlich verändern.