In Der Eiserne Thron: Das Kartenspiel führst du ein Haus von Westeros, spielst Charaktere, Orte, Zusätze und Ereignisse aus und versuchst, über Herausforderungen Macht zu sammeln. Es gibt drei Arten von Herausforderungen, nämlich Militärschlag, Intrige und Machtkampf. Gewonnen hat, wer zuerst 15 Machtpunkte auf Hauskarte und Charakteren zusammen ansammelt.
Das Grundspiel enthält vorsortierte Hausdecks für Stark, Lannister, Baratheon und Targaryen. Für die erste Partie wird im Regelheft ausdrücklich mit diesen vier vorbereiteten Decks gespielt. Jedes Deck wird in einen Nachziehstapel und einen Strategiestapel mit genau 7 Strategiekarten getrennt.
Spielziel
Du gewinnst nicht durch Gebietskontrolle oder das bloße Ausschalten gegnerischer Figuren, sondern durch Macht. Macht sammelst du vor allem über erfolgreiche Herausforderungen, über den Bonus für unverteidigte Herausforderungen, über die Herrschaftsphase und über Karteneffekte. Sobald ein Spieler 15 oder mehr Macht erreicht, endet das Spiel sofort.
Spielaufbau
Jeder Spieler legt das Spielbrett bereit, nimmt eine Hauskarte und trennt seinen Nachziehstapel vom Strategiestapel. Danach wird der Nachziehstapel gemischt, jeder zieht 7 Handkarten, und einmal pro Partie ist ein Mulligan erlaubt. Anschließend darf jeder beim Aufbau Charaktere und Orte im Wert von bis zu 5 Gold verdeckt auslegen. Zusätze sind dabei nur erlaubt, wenn sie die Eigenschaft Aufbau haben und korrekt angelegt werden können. Danach werden diese Startkarten gleichzeitig aufgedeckt, und alle ziehen wieder auf 7 Handkarten auf.
Gerade dieser Aufbau ist wichtig, weil du nicht mit leerem Feld startest. Schon vor der ersten Runde liegen also oft ein paar Charaktere und Orte aus, mit denen du direkt arbeiten kannst. Das macht den Einstieg schneller, verlangt aber auch, dass du schon bei der Starthand grob mitdenkst.
Die sieben Phasen einer Runde
Jede Runde besteht aus sieben Phasen:
- Strategie
- Nachziehen
- Aufmarsch
- Herausforderung
- Herrschaft
- Aufrichten
- Abgaben
Die meisten Phasen werden gleichzeitig abgehandelt. Die Aufmarsch-Phase und die Herausforderung-Phase laufen dagegen nacheinander im Uhrzeigersinn, beginnend beim Startspieler.
Strategiephase
In der Strategiephase wählt jeder Spieler gleichzeitig eine Strategiekarte aus seinem Strategiestapel und deckt sie auf. Diese Karte bestimmt unter anderem Einkommen, Initiative und Schadenswert für die Runde. Wer die höchste Gesamtinitiative hat, gewinnt die Initiative und bestimmt den Startspieler der Runde. Danach wählt der Startspieler einen Titel aus der Kammer des Kleinen Rats, anschließend die übrigen Spieler im Uhrzeigersinn. Jeder Titel bringt für diese Runde eigene Vorteile und Beziehungen zu anderen Titeln mit.
Für den Einstieg musst du hier vor allem drei Dinge im Blick behalten: Wie viel Gold bringt deine Strategiekarte, wie gut ist ihre Initiative und wie hoch ist ihr Schadenswert. Der Titel ist im Mehrspielerspiel ebenfalls wichtig, weil er beeinflusst, wen du unterstützen darfst oder mit wem du konkurrierst.
Nachziehen und Aufmarsch
In der Nachziehen-Phase zieht jeder Spieler 2 Karten. Danach beginnt die Aufmarsch-Phase. Jetzt ist der aktive Spieler an der Reihe, berechnet zunächst sein Einkommen aus der aufgedeckten Strategiekarte plus möglichen Boni und nimmt entsprechend Gold in seine Reserve. Mit diesem Gold darf er Charaktere, Orte und Zusätze von der Hand ausspielen. Karten fremder Häuser kosten dabei 2 Gold mehr. Wenn der aktive Spieler fertig ist, ist der nächste Spieler im Uhrzeigersinn dran.
Wichtig ist dabei, dass Gold nicht zwangsläufig sofort komplett ausgegeben werden muss. Gold in der Reserve kann später noch für Effekte nützlich sein und zählt in der Herrschaftsphase sogar zusätzlich mit. Gerade deshalb ist es oft besser, nicht jede Münze sofort in neue Karten zu drücken.
Was Beugen bedeutet
Charaktere und andere Karten kommen zunächst aufrecht ins Spiel. Wenn eine Karte eingesetzt wird, wird sie um 90 Grad gedreht. Das nennt das Spiel beugen. Ein gebeugter Charakter kann in derselben Runde nicht noch einmal normal an einer Herausforderung teilnehmen. Ohne dieses Grundprinzip lässt sich der Ablauf des Spiels kaum sauber verstehen, weil fast jede Auseinandersetzung damit arbeitet.
Herausforderung-Phase
Hier passiert der eigentliche Kern des Spiels. Der Startspieler darf zuerst beliebige Herausforderungen ansagen, danach geht es im Uhrzeigersinn weiter. Jeder Spieler darf in dieser Phase höchstens einen Militärschlag, eine Intrige und einen Machtkampf ansagen, und zwar in beliebiger Reihenfolge. Jede Herausforderung wird vollständig abgehandelt, bevor die nächste beginnt.
Die drei Herausforderungsarten funktionieren im Grundprinzip gleich, haben aber unterschiedliche Folgen:
- Militärschlag: Der Verlierer muss Charaktere töten.
- Intrige: Der Verlierer wirft zufällig Handkarten ab.
- Machtkampf: Der Gewinner nimmt Machtmarker von der Hauskarte des Verteidigers.
Wie stark dieser Schaden ausfällt, richtet sich nach dem Schadenswert der aufgedeckten Strategiekarte des Angreifers.
So wird eine Herausforderung abgehandelt
Jede Herausforderung läuft in drei Schritten ab: zuerst Angreifer deklarieren, dann Verteidiger deklarieren, dann auswerten. Der aktive Spieler bestimmt die Art der Herausforderung und den Gegner und beugt beliebig viele passende Charaktere als Angreifer. Danach darf der angegriffene Spieler passende Charaktere als Verteidiger beugen. Anschließend werden die Stärkewerte addiert. Wer die höhere Gesamtstärke hat, gewinnt. Bei Gleichstand gewinnt der Angreifer, solange seine Angriffsseite überhaupt mindestens Stärke 1 erreicht.
Wenn der Angreifer gewinnt und der Verteidiger keine Gesamtverteidigungsstärke über Null hat, gilt die Herausforderung als unverteidigt. Dann bekommt der Angreifer zusätzlich 1 Machtpunkt für sein Haus. Dieser Bonus kommt zu allen anderen Effekten der gewonnenen Herausforderung noch dazu.
Herrschaft, Aufrichten und Abgaben
Nach allen Herausforderungen folgt die Herrschaftsphase. Jetzt addiert jeder Spieler die Stärke seiner aufrecht stehenden Charaktere und zählt pro Gold in seiner Reserve jeweils 1 dazu. Wer den höchsten Gesamtwert hat, gewinnt die Herrschaft und beansprucht sofort 1 Machtpunkt für sein Haus. Bei Gleichstand bekommt niemand diesen Bonus.
Danach werden in der Aufrichten-Phase alle gebeugten Karten wieder aufgerichtet. In der Abgaben-Phase geht übriges Gold aus den Reserven zurück in die Schatzkammer, und die Runde endet. Anschließend beginnt die nächste Runde wieder mit der Strategiephase.
Was du beim Einstieg zuerst verstehen solltest
Für die erste Partie reicht es, wenn du vier Dinge sauber beherrschst: den Aufbau mit Haus-, Nachzieh- und Strategiestapel, die sieben Phasen der Runde, das Beugen von Charakteren und die drei Arten der Herausforderungen. Wenn das sitzt, kommt der Rest fast automatisch. Die eigentliche Tiefe entsteht dann durch gutes Timing bei Strategiekarten, sparsamen Geldeinsatz und die Entscheidung, welche Herausforderung du in welchem Moment gegen wen ansagst.
Häufige Fragen
Wie gewinnt man in Der Eiserne Thron: Das Kartenspiel?
Du gewinnst, sobald du 15 oder mehr Machtpunkte angesammelt hast. Dabei zählen Machtpunkte auf deiner Hauskarte und auf deinen Charakteren zusammen.
Wie viele Strategiekarten hat man?
Im Grundspiel arbeitet jeder Spieler mit einem Strategiestapel aus genau 7 verschiedenen Strategiekarten. Zu Beginn jeder Runde wird davon eine aufgedeckt.
Wie viele Karten zieht man pro Runde?
In der Nachziehen-Phase zieht jeder Spieler 2 Karten. Außerdem zieht man nach dem Aufbau noch einmal auf 7 Handkarten auf.
Was passiert bei einem Militärschlag?
Wenn der Angreifer die Herausforderung gewinnt, muss der Verteidiger so viele Charaktere töten, wie der Schadenswert auf der Strategiekarte des Angreifers angibt. Diese Charaktere kommen auf den Totenstapel.
Was bringt eine unverteidigte Herausforderung?
Wenn der Angreifer gewinnt und der Verteidiger keine Verteidigungsstärke hat, erhält der Angreifer zusätzlich 1 Machtpunkt für sein Haus.
Zählt übriges Gold am Rundenende noch?
Ja, in der Herrschaftsphase zählt jedes Gold in deiner Reserve als 1 zusätzlicher Punkt bei der Ermittlung des Herrschaftssiegers. Erst danach wird das übrige Gold in der Abgaben-Phase zurückgelegt.
Darf man in der ersten Partie einfach die fertigen Decks benutzen?
Ja. Das Regelheft empfiehlt für die erste Partie die vier vorsortierten Decks für Stark, Lannister, Baratheon und Targaryen.
Fazit
Wie man Der Eiserne Thron: Das Kartenspiel spielt, ist im Kern gut zu lernen: Karten auslegen, Gold verwalten, Charaktere beugen, Herausforderungen gewinnen und Macht sammeln. Anspruchsvoll wird das Spiel erst durch die Reihenfolge der Phasen, die Strategiekarten und die Entscheidung, wann du angreifst und wann du lieber Ressourcen zurückhältst. Gerade dadurch bleibt es für Einsteiger verständlich und für mehrere Partien interessant.