Spielregeln für Manhattan: Aufbau, Ablauf und Wertung

Bei Manhattan baust du in mehreren Städten Hochhäuser, versuchst fremde Gebäude zu übernehmen und sammelst Runde für Runde Punkte für eigene Türme, Mehrheiten und das höchste Gebäude auf dem Spielplan. Gespielt wird über vier Runden, wobei die bereits gebauten Hochhäuser auf dem Plan stehen bleiben und weiterwachsen können. 

Das Spiel lebt davon, dass du immer wieder abwägen musst, ob du lieber in die Breite baust, einen besonders hohen Turm sicherst oder einem Mitspieler ein wichtiges Gebäude wegnimmst. Genau diese Mischung macht Manhattan schnell verständlich, aber taktisch überraschend bissig. 

Spielziel

Entscheidend ist: Du willst nach der letzten Wertung die meisten Punkte haben. Punkte bekommst du nach jeder Runde für drei Dinge: für das höchste Gebäude auf dem gesamten Spielplan, für Mehrheiten in den einzelnen Städten und für jedes Hochhaus, das dir am Ende der Runde gehört. Nach der vierten Runde gibt es keine Sonderwertung mehr, sondern nur noch die normale Schlusswertung der Runde. 

Spielmaterial in Kürze

Zum Spiel gehören Baukarten, ein Spielplan mit sechs Städten und Punkteleiste, vier Farben mit Hochhausteilen in verschiedenen Höhen, passende Zählsteine und ein Startspielermarker. Jeder Spieler hat in seiner Farbe seinen kompletten Vorrat für das ganze Spiel. 

So wird Manhattan aufgebaut

Jeder sucht sich eine Farbe aus und legt den Zählstein dieser Farbe auf Feld 0 der Punkteleiste. Danach wird ein Startspieler bestimmt. Der Startspieler mischt die Baukarten und verteilt an jeden Spieler vier Handkarten. Die restlichen Karten kommen als verdeckter Nachziehstapel neben den Spielplan. 

Bevor die erste Runde beginnt, nimmt jeder Spieler sechs eigene Hochhausteile aus seinem Vorrat und legt sie vor sich ab. Nur diese sechs Teile darf er in dieser Runde verbauen. Erst in der nächsten Runde wählt er wieder neue Teile aus seinem verbliebenen Vorrat. 

Wie die Baukarten funktionieren

Die Baukarten zeigen kein festes Stadtfeld im Sinn von nur einer Stadt, sondern ein Baufeld innerhalb eines 3×3-Rasters. Eine Karte kann in jeder der sechs Städte genutzt werden. Entscheidend ist dabei auch, auf welcher Seite des Spielplans du sitzt. Dieselbe Karte zeigt für jeden Spieler auf seiner Tischseite ein anderes Baufeld an. Deshalb spielen alle ihre Karten immer an derselben Seite des Plans aus, und keine zwei Spieler nutzen dieselbe Seite. 

Das bedeutet im Alltag: Du spielst eine Karte, entscheidest dich für eine der sechs Städte und baust dort genau auf dem Feld, das diese Karte für deine Sitzposition vorgibt. Genau daraus entsteht viel Taktik, weil dieselbe Karte für dich und deine Mitspieler nicht dieselbe Stelle bedeutet. 

So läuft ein Zug ab

Ein Zug ist schnell erklärt. Du spielst eine deiner vier Handkarten offen aus, legst ein Hochhausteil aus deinem Rundenvorrat auf das passende Feld und ziehst danach sofort eine neue Karte nach. Dann ist der nächste Spieler im Uhrzeigersinn dran. So geht es reihum, bis alle ihre sechs Teile der laufenden Runde verbaut haben. 

Wichtig ist dabei, dass die gespielten Karten offen in einem Stapel im eigenen Bereich liegen bleiben, die zuletzt gespielte oben. Wenn der Nachziehstapel leer wird, werden alle bereits gespielten Karten eingesammelt, neu gemischt und als neuer Nachziehstapel verwendet. 

Wie gebaut werden darf

Ein Hochhaus gehört immer dem Spieler, dessen Teil ganz oben liegt. Auf einem leeren Bauplatz darfst du ohne Einschränkung bauen. Auch auf einem Gebäude, das dir bereits gehört, darfst du einfach weiterbauen. 

Spannend wird es, wenn du auf ein fremdes Gebäude bauen willst. Das ist nur erlaubt, wenn du nach deinem Zug in diesem Gebäude mindestens genauso viele Stockwerke deiner Farbe hast wie der Spieler, dem das Gebäude vorher gehört hat. Dabei zählen nicht die einzelnen Teile, sondern nur die gesamte Zahl deiner Stockwerke in diesem Turm. Es ist also egal, wo deine Stockwerke im Turm sitzen und aus wie vielen Teilen sie bestehen. Entscheidend ist nur die Etagenzahl je Farbe. 

Genau deshalb kann ein kleines, aber hohes Teil manchmal stärker sein als mehrere flache. Wer übernehmen will, muss nicht einfach nur oben drauflegen, sondern die Farbanteile im ganzen Turm im Blick behalten. 

Wann eine Runde endet

Eine Runde endet, sobald jeder Spieler seine sechs ausgewählten Hochhausteile verbaut hat. Danach wird sofort gewertet. Anschließend wandert der Startspielermarker nach links, und die nächste Runde beginnt. Die bereits stehenden Hochhäuser bleiben komplett auf dem Spielplan und können in den folgenden Runden weiter ausgebaut oder übernommen werden. 

Gerade das ist ein wichtiger Punkt: Manhattan wird nicht nach jeder Runde neu aufgebaut. Was du in der ersten Runde schaffst, kann dir später helfen, aber auch zum Angriffsziel werden. 

So funktioniert die Wertung

Nach jeder Runde gibt es drei Wertungsarten. Zuerst wird geprüft, ob es genau ein höchstes Gebäude auf dem gesamten Spielplan gibt. Gibt es ein allein höchstes Hochhaus, bekommt dessen Besitzer 3 Punkte. Bei Gleichstand gibt es dafür keine Punkte. 

Danach schaut ihr in jeder Stadt, wer dort die meisten Hochhäuser besitzt. Wer in einer Stadt mehr Hochhäuser besitzt als jeder andere einzelne Spieler, erhält 2 Punkte. Dabei musst du nicht mehr Hochhäuser haben als alle anderen zusammen. Es reicht, wenn niemand sonst einzeln auf deine Zahl kommt oder darüber liegt. Gibt es Gleichstand, gibt es in dieser Stadt keine Mehrheitswertung. 

Zum Schluss zählt jedes eigene Hochhaus auf dem gesamten Spielplan 1 Punkt, unabhängig von Höhe oder Lage. Diese Punkte kommen zusätzlich zu den anderen Wertungen dazu. Danach werden alle Punkte addiert und auf der Leiste vorgerückt. 

Spielende

Das Spiel endet nach der vierten Runde, wenn alle Hochhausteile verbaut sind. Dann wird noch einmal ganz normal gewertet. Wer danach die meisten Punkte auf der Leiste hat, gewinnt. Eine zusätzliche Abschlusswertung gibt es nicht. 

Sonderregeln für drei Spieler

Zu dritt wird nicht mit sechs, sondern nur mit vier Hochhausteilen pro Runde gespielt. Dafür dauert das Spiel sechs Runden. So gleicht das Spiel den Vorteil der Spielerreihenfolge besser aus, weil jeder Spieler zweimal in der Runde zuletzt dran ist. 

Sonderregeln für zwei Spieler

Zu zweit übernimmt jeder Spieler zwei Farben. Pro Runde werden in jeder der beiden Farben vier Hochhausteile genutzt. In deinem Zug darfst du immer ein Teil aus einer deiner beiden Farben setzen; du musst also nicht streng abwechselnd zwischen den Farben spielen. Bei der Wertung werden die Punkte beider Farben am Ende für jeden Spieler zusammengerechnet. 

Worauf es beim Spielen oft ankommt

Viele Partien werden nicht durch den höchsten Turm allein entschieden. Oft sind es die vielen einzelnen Hochhäuser und die Mehrheiten in den Städten, die am Ende den Unterschied machen. Wer nur auf einen Riesenturm geht, kann zwar 3 Punkte sichern, verliert aber leicht an Fläche und damit an mehreren Stellen gleichzeitig. Diese Gewichtung ergibt sich direkt aus der Wertung: 3 Punkte für den höchsten Turm, 2 Punkte pro Stadtmehrheit und 1 Punkt für jedes einzelne Hochhaus. 

Genauso wichtig ist das Überbauen zum richtigen Zeitpunkt. Ein fremdes Gebäude zu übernehmen, bringt nicht nur Kontrolle über genau diesen Turm, sondern kann zugleich die Mehrheit in einer Stadt kippen. Manhattan ist deshalb stärker, als es auf den ersten Blick wirkt, ein Spiel über Timing und Besitzverhältnisse und nicht bloß über Höhe. 

Häufige Fragen

Darf ich mit einer Baukarte in jede Stadt bauen?

Ja. Eine Baukarte legt nur das Baufeld im Raster fest. Welche der sechs Städte du dafür nutzt, entscheidest du in deinem Zug selbst. 

Wem gehört ein Hochhaus?

Immer dem Spieler, dessen Hochhausteil oben auf dem Turm liegt. Nur die oberste Farbe zählt für den Besitz des Gebäudes. 

Darf ich ein fremdes Gebäude jederzeit überbauen?

Nein. Du darfst es nur dann übernehmen, wenn du nach dem Setzen deines Teils in diesem Gebäude mindestens genauso viele Stockwerke deiner Farbe hast wie der bisherige Besitzer. 

Was passiert bei Gleichstand um das höchste Gebäude?

Dann bekommt niemand die 3 Punkte für das höchste Gebäude. Es muss genau einen alleinigen höchsten Turm geben. 

Wie werden Mehrheiten in einer Stadt gewertet?

Wer in einer Stadt mehr Hochhäuser besitzt als jeder andere einzelne Spieler, erhält 2 Punkte. Bei Gleichstand gibt es dort keine Mehrheitspunkte. 

Werden hohe Gebäude bei den Einzelpunkten stärker gewertet?

Nein. Jedes Hochhaus zählt unabhängig von seiner Höhe genau 1 Punkt. Die Höhe spielt nur für die Wertung des höchsten Gebäudes und für Übernahmen eine Rolle. 

Bleiben die Hochhäuser nach einer Runde stehen?

Ja. Die Gebäude bleiben auf dem Plan und werden in den nächsten Runden weiter genutzt, ausgebaut oder übernommen. 

Was ändert sich bei zwei Spielern?

Jeder Spieler führt zwei Farben. Am Ende werden die Punkte beider Farben addiert, und gespielt wird mit vier Hochhausteilen pro Farbe und Runde. 

Fazit

Die Spielregeln für Manhattan sind schnell verstanden: Karte ausspielen, Hochhausteil setzen, Karte nachziehen und nach jeder Runde werten. Der Reiz entsteht erst auf dem Spielplan selbst, weil Überbauen, Mehrheiten und der Kampf um das höchste Gebäude ständig neue Entscheidungen erzwingen. Gerade dadurch bleibt Manhattan trotz einfacher Grundregeln bis zum Ende spannend. 

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