Spielregeln für Die Siedler von Catan: Das Duell

Die heute meist als CATAN – Das Duell angebotene Ausgabe ist ein Kartenspiel für 2 Personen ab 10 Jahren mit einer typischen Spieldauer von etwa 75 Minuten. Gespielt wird mit Karten, zwei Würfeln, einigen Markern und einem kleinen Fürstentum, das beide Seiten im Lauf der Partie Schritt für Schritt ausbauen. Das Ziel ist nicht einfach nur, Rohstoffe zu sammeln, sondern das eigene Fürstentum klüger zu entwickeln als die Gegenseite und als Erster die nötigen Siegpunkte zu erreichen. 

Wenn du die Spielregeln für Die Siedler von Catan: Das Duell nachschlagen willst, ist vor allem eine Sache wichtig: Das Spiel wirkt beim ersten Blick umfangreicher, als es im Kern ist. Der Ablauf bleibt nämlich übersichtlich. In deinem Zug würfelst du, wertest die Ergebnisse aus, führst deine Aktionen aus, ziehst wieder auf dein Handkartenlimit nach und darfst am Ende noch eine Handkarte tauschen. Wenn du diesen Rhythmus verstanden hast, wird das ganze Spiel sofort deutlich klarer. 

Worum es in diesem Duell geht

Jeder Spieler startet mit einem kleinen Fürstentum aus zwei Siedlungeneiner Straße dazwischen und sechs Landschaften. Diese Landschaften liefern die Rohstoffe Holz, Wolle, Gold, Lehm, Erz und Getreide. Im Verlauf des Spiels baust du weitere Straßen, Siedlungen, Städte und Ausbauten, um mehr Möglichkeiten und mehr Siegpunkte zu bekommen. Im Einführungsspiel gewinnt, wer am Ende des eigenen Zuges 7 oder mehr Siegpunkte erreicht. In den späteren Themenspielen steigt das Ziel auf 12 Siegpunkte

Das Spiel lebt davon, dass dein Fürstentum mit jeder Runde etwas größer und stärker wird. Am Anfang passiert noch viel über einfache Rohstofferträge und Grundbauten. Später kommen zusätzliche Effekte, Vorteile durch Gebäude, Einheiten, Handelsschiffe und Ereignisse dazu. Für den Einstieg ist aber das Einführungsspiel entscheidend, weil dort die Grundregeln sauber erklärt werden und noch nicht der ganze Kartenpool benutzt wird. 

Spielmaterial

Im Grundspiel findest du unter anderem 180 Karten4 Kartenhaltereinen Augenwürfeleinen Symbolwürfel, einen Handelsstein und einen Heldenstein. Für das Einführungsspiel werden nicht alle Karten verwendet. Die Karten der drei Themensets und ein vierter Kartenhalter bleiben zunächst in der Schachtel. Dadurch wird der Einstieg deutlich einfacher. 

Zum Material gehören vor allem diese Kartentypen:

  • Startkarten
  • Landschaften
  • Straßen
  • Siedlungen
  • Städte
  • Nachziehkarten des Basissets
  • Ereigniskarten

Gerade am Anfang lohnt es sich, diese Gruppen einmal zu sortieren, bevor du mit dem Aufbau beginnst. So vermeidest du, dass aus Versehen Karten aus den Themensets in die erste Partie rutschen. 

Spielaufbau im Einführungsspiel

Für das Einführungsspiel setzt ihr euch gegenüber an den Tisch und stellt drei Kartenhalter nebeneinander in die Mitte. Danach werden die Karten nach ihren Rückseiten sortiert. Die Themenset-Karten und der vierte Kartenhalter kommen zurück in die Schachtel. Dann wird der Ereigniskarten-Stapel vorbereitet: Alle Basis-Ereigniskarten kommen hinein, die Karte Julfest wird dabei an eine feste Stelle in den Stapel eingebaut. Außerdem werden die Stapel für Straßen, Siedlungen, Städte und Landschaften ausgelegt. Die 36 Karten des Basissets werden gemischt und in vier Nachziehstapel zu je neun Karten aufgeteilt. 

Anschließend bekommt jeder Spieler seine Startauslage. Das Fürstentum besteht zu Beginn aus zwei Siedlungen, die mit einer Straße verbunden sind, sowie aus sechs unterschiedlichen Landschaften. Jeder Spieler startet damit bereits mit 2 Siegpunkten, weil jede Siedlung einen Siegpunkt wert ist. Danach wird ein Startspieler bestimmt, indem beide mit dem Augenwürfel würfeln. Der Startspieler zieht dann von einem Nachziehstapel drei Karten, der zweite Spieler von einem anderen Stapel ebenfalls drei Karten. Diese Karten bilden die Starthand. 

So funktioniert dein Fürstentum

Die Landschaften in deinem Fürstentum zeigen an, wie viele Rohstoffe du von einer Sorte besitzt. Dabei ist immer der untere, zu dir zeigende Kartenrand entscheidend. Zu Beginn liefert fast jede Landschaft einen Rohstoff, nur der Goldfluss bringt am Anfang noch nichts. Wenn du einen Rohstoff erhältst, drehst du die entsprechende Landschaft um 90 Grad, sodass nun ein Rand mit einem zusätzlichen Symbol zu dir zeigt. Wenn du einen Rohstoff ausgibst, drehst du sie wieder zurück. Auf diese Weise kannst du direkt auf den Karten sehen, wie viele Rohstoffe du aktuell besitzt. 

Das ist eine der Besonderheiten des Spiels. Du brauchst keine separaten Rohstoffkarten wie beim großen Brettspiel, weil die Landschaftskarten selbst den Vorrat anzeigen. Genau deshalb ist es am Anfang wichtig, die Karten immer sauber in die richtige Richtung auszurichten.

Der Ablauf eines Spielzugs

Ein Spielzug läuft immer in denselben vier Schritten ab:

  1. Würfeln
  2. Aktionsphase
  3. Karten nachziehen
  4. Handkarte tauschen 

Wenn du diese vier Punkte im Kopf behältst, kannst du fast jede Regelfrage während der Partie richtig einordnen.

1. Würfeln

Zu Beginn deines Zugs wirfst du beide Würfel: den Augenwürfel und den Symbolwürfel. Der Augenwürfel ist der Ertragswürfel. Über ihn erhalten beide Spieler Rohstoffe. Wird eine Zahl gewürfelt, dann erhält jede Landschaft mit dieser Zahl einen Rohstoff. Hast du später mehrere Landschaften mit derselben Zahl, bekommen auch alle diese Landschaften jeweils einen Rohstoff. 

Der Symbolwürfel löst zusätzliche Effekte aus. Im Einführungsspiel sind das je nach Symbol einfache Ereignisse oder ein Karteneffekt. Wird ein Fragezeichen gewürfelt, wird eine Ereigniskarte gezogen und vorgelesen. Danach wird sie unter den Stapel geschoben. Wird dabei das Julfest gezogen, wird der Ereignisstapel neu aufgebaut und direkt eine neue Ereigniskarte gezogen. 

Für den Einstieg reicht es meist, sich zwei Dinge zu merken: Der Augenwürfel bringt Rohstoffe, der Symbolwürfel bringt Sonderereignisse. Sobald das sitzt, wird der Start jeder Runde schnell routiniert.

2. Aktionsphase

Nach dem Würfeln folgt die Aktionsphase. In dieser Phase darfst du in beliebiger Reihenfolge und beliebig oft Aktionen ausführen, solange du die nötigen Rohstoffe oder Bedingungen erfüllen kannst. Dazu gehören vor allem:

  • Karten aus der Hand einsetzen
  • Rohstoffe tauschen
  • Straßen bauen
  • Siedlungen bauen
  • Städte bauen
  • Ausbauten an Ortschaften anlegen 

Das ist der eigentliche Kern des Spiels. Hier baust du dein Fürstentum aus und entwickelst deine Möglichkeiten.

Straßen bauen

Straßen sind im Einführungsspiel vor allem dazu da, dein Fürstentum zu erweitern. Wenn du eine neue Siedlung bauen willst, brauchst du zuerst eine Straße an der linken oder rechten Außenseite deiner vorhandenen Siedlungen. Ohne Straße kannst du also nicht einfach irgendwo eine neue Siedlung platzieren. 

Siedlungen und Städte bauen

Siedlungen bringen je 1 Siegpunkt, Städte je 2 Siegpunkte. Im Spielverlauf entwickelst du dein Fürstentum also nicht nur optisch weiter, sondern erhöhst damit direkt auch deine Chancen auf den Sieg. Städte sind außerdem wichtig, weil auf ihnen zusätzliche Ausbauten Platz finden können. 

Ortschaftsausbauten

Die Karten mit grünem Textfeld sind Ortschaftsausbauten. Sie werden auf freie Bauplätze einer Siedlung oder Stadt gelegt und bringen dauerhafte Vorteile. Dazu gehören Gebäude und Einheiten. Im Einführungsspiel lernst du diesen Bereich bereits kennen, in den Themenspielen wird er später noch deutlich wichtiger. 

Gerade hier liegt viel taktische Tiefe. Manche Ausbauten bringen dir direkt Punkte, andere verbessern deinen Rohstofffluss oder verschaffen dir Vorteile gegen den Mitspieler.

3. Karten nachziehen

Wenn du keine Aktionen mehr machen willst oder kannst, endet deine Aktionsphase. Danach prüfst du dein Handkartenlimit. Grundsätzlich darfst du am Ende deines Zuges drei Handkarten halten. Für jede Karte mit einem Fortschrittspunkt in deinem Fürstentum darfst du eine zusätzliche Handkarte behalten. Hast du weniger Karten als erlaubt, ziehst du von beliebigen Nachziehstapeln wieder auf dein Limit nach. Hast du zu viele Karten, musst du entsprechend abwerfen. 

Dieser Punkt wird anfangs oft unterschätzt. Ein höheres Handkartenlimit ist in diesem Spiel sehr nützlich, weil es dir mehr Auswahl für kommende Züge gibt.

4. Handkarte tauschen

Am Ende deines Zuges darfst du gegebenenfalls noch eine Handkarte tauschen. Diese Phase gehört ebenfalls fest zum Zugablauf und sollte nicht vergessen werden, weil sie deine nächste Runde oft spürbar verbessert. Gerade dann, wenn du mit deiner aktuellen Kartenhand unzufrieden bist, kann dieser Schritt sehr wertvoll sein. 

So gewinnst du das Spiel

Im Einführungsspiel endet die Partie, sobald ein Spieler am Ende seines eigenen Zuges 7 oder mehr Siegpunkteerreicht. Jede Siedlung zählt 1 Punkt, jede Stadt 2 Punkte. In den späteren Themenspielen wird bis 12 Siegpunktegespielt, und dann zählen zusätzlich auch Siegpunkt-Symbole auf Stadtausbauten. Wenn ein Spieler in einem Themenspiel schon vor dem Würfeln 12 Punkte besitzt, gewinnt er sofort und muss gar nicht mehr würfeln. 

Für das reine Verständnis der Grundregeln genügt aber die einfache Formel: Siedlungen, Städte und später einige weitere Karten bringen Punkte. Wer zuerst das Ziel erreicht, gewinnt.

Was sich in den Themenspielen ändert

Nach dem Einführungsspiel kannst du zu den Themenspielen übergehen. Dort werden zusätzliche Kartenarten, mehr Effekte und neue Bedingungen eingeführt. Die Startkarten werden dann nicht mehr zufällig gezogen, sondern jeder Spieler wählt aus einem Basisstapel drei Startkarten aus. Außerdem darfst du danach deine sechs Landschaften neu anordnen. Das Spielziel steigt auf 12 Siegpunkte, und einige Karten dürfen nur gespielt werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. 

Für einen Regelartikel ist das wichtig, weil viele Spieler nach der ersten Partie glauben, sie hätten nun das komplette Spiel gesehen. Tatsächlich ist das Einführungsspiel bewusst schlanker gehalten. Die volle Tiefe kommt erst danach.

Typische Regelfragen zu Die Siedler von Catan: Das Duell

Bekommen beide Spieler bei jedem Würfelwurf Rohstoffe?

Ja. Der Augenwürfel wird zu Beginn jedes Zuges geworfen, und beide Spieler erhalten auf ihren passenden Landschaften jeweils einen Rohstoff. Das ist einer der zentralen Unterschiede zu vielen anderen Aufbauspielen und sorgt dafür, dass beide Seiten ständig am Spiel beteiligt bleiben. 

Wie viele Handkarten darf ich haben?

Grundsätzlich drei. Karten mit Fortschrittspunkt in deinem Fürstentum erhöhen dieses Limit jeweils um eine Karte. Dadurch kann dein erlaubter Handkartenbestand im Lauf der Partie wachsen. 

Muss ich eine Ereigniskarte immer sofort ausführen?

Ja. Wenn beim Symbolwürfel das Fragezeichen kommt, wird die oberste Ereigniskarte gezogen und sofort abgehandelt. Danach wird sie wieder unter den Stapel geschoben. 

Wann darf ich eine neue Siedlung bauen?

Nur dann, wenn du zuerst an einer Außenseite deines Fürstentums eine Straße gebaut hast. Neue Siedlungen werden also über Straßen erschlossen. 

Zählen Städte mehr als Siedlungen?

Ja. Eine Siedlung zählt 1 Siegpunkt, eine Stadt 2 Siegpunkte. Städte sind deshalb ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Sieg. 

Ist das Einführungsspiel schon das komplette Spiel?

Nein. Das Einführungsspiel vermittelt die Grundregeln, nutzt aber nur einen Teil des Materials. Die Themenspiele erweitern das Ganze später um weitere Karten, Bedingungen und Möglichkeiten. 

Fehler, die den Einstieg unnötig schwer machen

Am Anfang wird das Spiel oft komplizierter gemacht, als es sein muss. Diese Fehler passieren besonders häufig:

  • Zu früh alle Themenset-Karten dazunehmen
  • Den Symbolwürfel und den Augenwürfel durcheinanderbringen
  • Das Handkartenlimit am Zugende vergessen
  • Neue Siedlungen ohne vorherige Straße bauen wollen
  • Rohstoffe auf den Landschaftskarten nicht sauber drehen
  • Beim Einführungsspiel gleich wie in einem komplexen Strategiespiel planen wollen

Gerade bei den ersten Partien hilft es, wenn ihr euch wirklich an das Einführungsspiel haltet. Das ist kein abgespeckter Notbehelf, sondern bewusst so gebaut, dass die Grundmechanik erst einmal klar sitzt. 

Fazit

Die Spielregeln für Die Siedler von Catan: Das Duell sind im Kern deutlich klarer, als das Material am Anfang vermuten lässt. Wenn du den Zugablauf mit WürfelnAktionsphaseKarten nachziehen und Handkarte tauschen verstanden hast, trägt sich die Partie fast von selbst. Der Einstieg wird vor allem dann leicht, wenn du das Einführungsspiel wirklich als Lernpartie nutzt und erst danach die Themenspiele dazunimmst. 

Für die ersten Runden reicht es völlig, wenn du drei Dinge im Blick behältst: Rohstoffe richtig drehen, Straßen vor neuen Siedlungen bauen und am Ende des Zuges dein Handkartenlimit prüfen. Der Rest ergibt sich beim Spielen überraschend schnell. Genau deshalb funktioniert dieses Duell so gut: Die Grundregeln sind überschaubar, aber mit jeder Partie wächst die taktische Tiefe. 

Schreibe einen Kommentar