Skat-Nullspiel erklärt: Wann Handkarten und Stiche anders zählen
Regeln, Ablauf und wichtige Sonderfälle schnell verständlich nachschlagen.
In 60 Sekunden
Im Farbspiel oder Grand versucht der Alleinspieler, genügend Kartenaugen zu sammeln. Beim Nullspiel ist diese Rechnung ohne Bedeutung. Der Alleinspieler muss alle zehn Stiche vermeiden. Sobald er auch nur einen Stich erhält, ist das …
Vorhand spielt die Kreuz-Zehn aus. Der Alleinspieler besitzt in Kreuz nur den Kreuz-Buben und muss ihn wegen der Bedienpflicht legen. Hinterhand spielt die Kreuz-Neun. Der Alleinspieler erhält den Stich: Der Kreuz-Bube ist beim Nullspiel …
Beim Skat-Nullspiel gewinnt der Alleinspieler nur, wenn er keinen einzigen Stich erhält. Kartenaugen wie 11 für das Ass oder 10 für die Zehn werden nicht addiert; entscheidend ist ausschließlich, ob der Alleinspieler einen Stich machen muss. Zusätzlich gilt eine eigene Kartenreihenfolge, und der Spielwert hängt von der gewählten Nullvariante ab.
Das Spielziel kehrt die übliche Skatlogik um
Im Farbspiel oder Grand versucht der Alleinspieler, genügend Kartenaugen zu sammeln. Beim Nullspiel ist diese Rechnung ohne Bedeutung. Der Alleinspieler muss alle zehn Stiche vermeiden. Sobald er auch nur einen Stich erhält, ist das Spiel verloren – unabhängig davon, welche Karten in diesem Stich liegen.
Die beiden Gegenspieler verfolgen das entgegengesetzte Ziel: Sie versuchen, dem Alleinspieler mindestens einen Stich zuzuspielen. Sie müssen dafür nicht selbst eine bestimmte Augenzahl erreichen.
- Kein Stich für den Alleinspieler: Das Nullspiel ist gewonnen.
- Mindestens ein Stich für den Alleinspieler: Das Nullspiel ist verloren.
- Schneider und Schwarz werden beim Nullspiel nicht zusätzlich gewertet.
- Es gibt keine Trumpffarbe und auch die Buben sind keine Trümpfe.
Die Kartenfolge im Nullspiel
Innerhalb jeder Farbe gilt beim Nullspiel eine andere Reihenfolge als beim Farbspiel oder Grand. Von der höchsten bis zur niedrigsten Karte lautet sie:
Ass – König – Dame – Bube – Zehn – Neun – Acht – Sieben
Die Zehn steht damit unter dem Buben. Das ist für die Planung entscheidend: Eine Zehn schlägt in derselben Farbe nur Neun, Acht und Sieben. Ein Bube ist lediglich die vierthöchste Karte seiner aufgedruckten Farbe.
Da es keinen Trumpf gibt, kann eine Karte einer anderen Farbe die ausgespielte Farbe nicht überstechen. Den Stich gewinnt die höchste Karte der zuerst ausgespielten Farbe.
Bedienpflicht ja, Stichzwang nein
Auch beim Nullspiel muss die ausgespielte Farbe bedient werden. Wer mindestens eine Karte dieser Farbe auf der Hand hat, muss eine davon spielen. Es besteht jedoch kein Zwang, den Stich mit einer höheren Karte zu übernehmen.
Fehlt die ausgespielte Farbe, darf eine beliebige Karte abgeworfen werden. Diese fremdfarbige Karte kann den Stich nicht gewinnen, weil es im Nullspiel keine Trümpfe gibt.
- Die erste Person spielt eine Farbe aus.
- Alle anderen müssen diese Farbe bedienen, sofern sie sie besitzen.
- Wer die Farbe nicht besitzt, darf eine beliebige andere Karte abwerfen.
- Die höchste Karte der ausgespielten Farbe gewinnt den Stich.
- Der Gewinner des Stichs spielt zum nächsten Stich aus.
Ein Stichbeispiel mit der Null-Reihenfolge
Vorhand spielt die Kreuz-Zehn aus. Der Alleinspieler besitzt in Kreuz nur den Kreuz-Buben und muss ihn wegen der Bedienpflicht legen. Hinterhand spielt die Kreuz-Neun.
Der Alleinspieler erhält den Stich: Der Kreuz-Bube ist beim Nullspiel höher als die Kreuz-Zehn und die Kreuz-Neun. Für die Entscheidung werden weder die Augen der drei Karten addiert noch mit einem Zielwert verglichen. Dieser eine Stich beendet das Nullspiel als verloren.
Hätte der Alleinspieler kein Kreuz besessen, hätte er eine Karte einer anderen Farbe abwerfen dürfen. Diese hätte den Kreuzstich nicht gewinnen können.
Was „Hand“ bei einem Nullspiel bedeutet
Der Zusatz Hand beschreibt nicht die Anzahl oder den Wert der Handkarten. Er bedeutet, dass der Alleinspieler den Skat nicht aufnimmt. Die zwei Karten im Skat bleiben während des Spiels verdeckt und werden nicht gegen eigene Karten ausgetauscht.
Ohne Handansage nimmt der Alleinspieler den Skat auf und legt anschließend wieder zwei Karten verdeckt ab, sodass er zum Ausspielen weiterhin zehn Karten besitzt. Die abgelegten Karten bringen im Nullspiel keine Augen und zählen auch nicht als Stiche. Sie beeinflussen das Spiel aber mittelbar, weil der Alleinspieler damit gefährliche Karten entfernen oder eine Farbe verkürzen kann.
Beim Handspiel entfällt diese Möglichkeit. Der Alleinspieler muss mit den zehn ursprünglich ausgeteilten Karten auskommen. Dafür besitzt Null Hand einen höheren festen Spielwert als das einfache Nullspiel.
Die vier festen Spielwerte
Nullspiele werden nicht mit Grundwert, Spitzen und Multiplikatoren berechnet. Jede Variante besitzt stattdessen einen festen Spielwert:
- Null: 23
- Null Hand: 35
- Null Ouvert: 46
- Null Ouvert Hand: 59
Bei Ouvert legt der Alleinspieler seine zehn Karten vor dem ersten Ausspiel offen auf den Tisch. Bei Null Ouvert ohne Hand darf er zuvor den Skat aufnehmen und zwei Karten drücken. Bei Null Ouvert Hand bleibt der Skat unberührt, und die ursprünglich ausgeteilten zehn Karten werden offengelegt.
Die Offenlegung ändert weder Kartenfolge noch Bedienpflicht. Sie erleichtert den Gegenspielern jedoch die Abstimmung, weil sie sämtliche Karten des Alleinspielers sehen.
Handkarten, Kartenaugen und Stiche richtig auseinanderhalten
Drei Begriffe führen beim Nullspiel häufig zu Verwechslungen:
- Handkarten sind die zehn Karten, mit denen eine Person spielt. Ihre aufgedruckten Augen werden beim Nullspiel nicht zusammengerechnet.
- Hand bezeichnet als Spielansage den Verzicht auf die Aufnahme des Skats.
- Stiche werden beim Alleinspieler nicht nach ihrem Inhalt bewertet. Schon der erste eigene Stich bedeutet die Niederlage.
Auch ein Stich mit drei Siebenen wäre für den Alleinspieler verloren, obwohl diese Karten zusammen keine Augen besitzen. Umgekehrt gewinnt er das Nullspiel, wenn er keinen Stich nimmt, selbst wenn hohe Karten im unberührten Skat oder in den Stichen der Gegenspieler liegen.
Wann ein Nullspiel sofort entschieden ist
Die Partie ist regeltechnisch entschieden, sobald der Alleinspieler den ersten Stich erhält. Die restlichen Karten müssen für die Frage nach Sieg oder Niederlage nicht mehr ausgewertet werden. In einer privaten Runde kann die Gruppe das Spiel an dieser Stelle beenden; bei einer geregelten Veranstaltung richtet sich das weitere Vorgehen nach der dort verwendeten Spielordnung.
Erreicht der Alleinspieler das Ende des zehnten Stichs ohne eigenen Stich, hat er die angesagte Nullvariante gewonnen. Für die Abrechnung zählt deren fester Spielwert. Ein verlorenes Spiel wird nach der üblichen Skatwertung als verlorenes Spiel behandelt; an der Nullregel selbst ändert der Inhalt der Stiche nichts.
Regelfragen zu diesem Spiel
Was „Hand“ bei einem Nullspiel bedeutet
Der Zusatz Hand beschreibt nicht die Anzahl oder den Wert der Handkarten. Er bedeutet, dass der Alleinspieler den Skat nicht aufnimmt. Die zwei Karten im Skat bleiben während des Spiels verdeckt und werden nicht gegen eigene Karten ausgetauscht. Ohne Handansage nimmt der Alleinspieler den Skat auf und legt anschließend wieder zwei Karten verdeckt ab, sodass er zum Ausspielen weiterhin zehn Karten besitzt. Die abgelegten Karten bringen im Nullspiel keine Augen …
Wann ein Nullspiel sofort entschieden ist
Die Partie ist regeltechnisch entschieden, sobald der Alleinspieler den ersten Stich erhält. Die restlichen Karten müssen für die Frage nach Sieg oder Niederlage nicht mehr ausgewertet werden. In einer privaten Runde kann die Gruppe das Spiel an dieser Stelle beenden; bei einer geregelten Veranstaltung richtet sich das weitere Vorgehen nach der dort verwendeten Spielordnung. Erreicht der Alleinspieler das Ende des zehnten Stichs ohne eigenen Stich, hat er die angesagte Nullvariante …
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