Project: Elite Spielanleitung: Regeln, Echtzeitkämpfe und Missionen

Lesedauer: 9 Min – Beitrag erstellt: 29. Juli 2026, zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2026

Bei Project: ELITE werden die meisten Aktionen nicht gemütlich nacheinander abgehandelt, sondern unter Zeitdruck in Echtzeit ausgeführt. Während eines kurzen Zeitfensters würfeln alle Mitglieder des Teams gleichzeitig, bewegen ihre Figuren, greifen an und versuchen, das Missionsziel zu erfüllen. Danach folgt eine gegnerische Phase, in der die Aliens auf das Team reagieren.

Damit die erste Partie gelingt, solltest du vor allem drei Dinge beachten: Lies das Missionsziel vor dem Aufbau vollständig, verteile die Rollen im Team und behalte die verbleibende Zeit im Auge. Die Regeln wirken durch den Echtzeitanteil hektisch, folgen aber einem klaren Ablauf.

Spielziel und Grundidee

Project: ELITE ist ein kooperatives Miniaturenspiel für ein Team von Marines. Alle spielen gemeinsam gegen das Spiel. Es gibt also keinen Spieler, der die Aliens als Gegenseite steuert. Stattdessen erzeugen Missionskarten, Gegneraufsteller und die festgelegten Spielregeln den Widerstand.

Jede Mission gibt vor, was erreicht werden muss. Dazu können je nach Szenario bestimmte Bereiche, Gegenstände oder Gegner gehören. Das Team gewinnt nur, wenn das Missionsziel innerhalb der vorgegebenen Rahmenbedingungen erfüllt wird. Eine Partie endet dagegen erfolglos, wenn die Mission scheitert, etwa durch den Verlust wichtiger Spielfiguren oder durch eine andere im Szenario genannte Bedingung.

Die Figuren verfügen über unterschiedliche Fähigkeiten und Ausrüstungen. Deshalb ist es nicht sinnvoll, dass alle Marines dieselbe Aufgabe übernehmen. Einige Figuren eignen sich besser für den direkten Angriff, während andere durch besondere Ausrüstung, Reichweite oder Unterstützung zum Erfolg beitragen.

Spielmaterial und Vorbereitung

Lege zunächst alle Bestandteile der gewählten Mission bereit. Dazu gehören das Spielfeld oder die benötigten Geländeteile, die Marinefiguren, Gegner, Würfel, Marker und die für das Szenario angegebenen Karten. Welche Elemente verwendet werden, hängt von der Mission und eventuell von einer Erweiterung ab.

  1. Wähle eine Mission und lies ihre Sonderregeln vollständig durch.
  2. Baue das Spielfeld so auf, wie es die Missionsvorbereitung vorgibt.
  3. Stelle die Marinefiguren an die angegebenen Startpositionen.
  4. Bereite die vorgesehenen Gegner, Marker und Karten neben dem Spielfeld vor.
  5. Verteile die verfügbaren Marines und Ausrüstung auf die Mitspieler.
  6. Lege den Timer oder die für die Echtzeitphase benötigte Zeitmessung bereit.

Die Missionsbeschreibung ist beim Aufbau wichtiger als eine allgemeine Vermutung darüber, wo etwas liegen müsste. Gegner, Zielmarker oder Startbereiche können von Szenario zu Szenario anders platziert werden. Falls eine Erweiterung verwendet wird, prüfe außerdem, ob sie eigene Aufbau- oder Vorbereitungsschritte verlangt.

Die Echtzeitphase verstehen

Das zentrale Spielelement ist die Echtzeitphase. Sobald die Zeit startet, handeln alle Marines gleichzeitig. Die Spieler dürfen sich absprechen, müssen aber ihre Würfel und Aktionen selbst verwalten. Es gibt keine feste Reihenfolge, in der jeder Spieler seinen vollständigen Zug ausführt.

Die Würfel zeigen, welche Aktionen während der Phase möglich sind. Ein Ergebnis kann je nach Symbol für Bewegung, einen Angriff, eine besondere Aktion oder eine weitere im Spiel erklärte Funktion verwendet werden. Würfel werden normalerweise nicht einfach nach einer festen persönlichen Zugfolge abgearbeitet. Entscheidend ist vielmehr, wie das Team die verfügbaren Ergebnisse im laufenden Zeitfenster einsetzt.

Eine gute Abstimmung verhindert, dass mehrere Marines dieselbe Aufgabe beginnen und niemand den Missionsfortschritt absichert. Vor dem Start der Zeit solltest du deshalb kurz festlegen, wer vorgeht, wer Gegner bindet und wer sich um Ziele oder Marker kümmert.

Bewegen, angreifen und Aufgaben erledigen

Bewegung ermöglicht es, neue Bereiche zu erreichen, Gegnern auszuweichen oder Missionsziele anzusteuern. Achte dabei auf die Grenzen des Spielfelds, Hindernisse und die für das Szenario geltenden Einschränkungen. Ein Marine sollte nicht nur auf den nächsten Gegner zulaufen, wenn dadurch ein wichtiger Zielbereich ungeschützt bleibt.

Anleitung
1Wähle eine Mission und lies ihre Sonderregeln vollständig durch.
2Baue das Spielfeld so auf, wie es die Missionsvorbereitung vorgibt.
3Stelle die Marinefiguren an die angegebenen Startpositionen.
4Bereite die vorgesehenen Gegner, Marker und Karten neben dem Spielfeld vor.
5Verteile die verfügbaren Marines und Ausrüstung auf die Mitspieler — Prüfe anschließend das Ergebnis und wiederhole bei Bedarf die entscheidenden Schritte.

Für Angriffe werden die passenden Würfel oder Angriffssymbole genutzt. Reichweite, Sichtlinie und die Eigenschaften der verwendeten Waffe bestimmen, ob ein Angriff zulässig ist. Ein Angriffsergebnis darf deshalb nicht automatisch gegen jedes Ziel verwendet werden. Prüfe, ob sich der Gegner im erlaubten Bereich befindet und ob Gelände oder andere Regeln den Angriff beeinflussen.

Besondere Aufgaben werden durch die Missionsbeschreibung, Marker oder Karten ausgelöst. Häufig muss eine Figur einen bestimmten Ort erreichen, einen Marker untersuchen oder eine Aktion an einem Ziel ausführen. Solche Aufgaben benötigen oft Zeit und sollten nicht erst begonnen werden, wenn die Runde fast vorbei ist.

Waffen und Ausrüstung sinnvoll einsetzen

Die Ausrüstung bestimmt, wie ein Marine auf die Bedrohung reagiert. Waffen mit hoher Reichweite helfen dabei, Gegner frühzeitig zu schwächen. Andere Ausrüstungsgegenstände sind nützlich, wenn mehrere Feinde dicht beieinanderstehen oder ein Teammitglied Unterstützung braucht.

Verwende starke Fähigkeiten nicht automatisch gegen den ersten Gegner, der auftaucht. Überlege, ob ein späterer Angriff mehrere Ziele trifft oder ob ein Ausrüstungsgegenstand für das Missionsziel wichtiger ist. Gleichzeitig darf das Team nicht so lange sparen, bis die Verteidigung zusammenbricht.

Bei der Vorbereitung sollte jeder Spieler wissen, welche Würfel und Fähigkeiten zur eigenen Figur gehören. Das spart während der Zeitphase Nachfragen. Lege die häufig benötigten Karten und Marker so ab, dass du sie ohne langes Suchen erreichst.

Gegnerphase und Bedrohungen

Nach dem Ende der Echtzeitphase folgt die vom Szenario vorgesehene Gegnerabwicklung. In diesem Abschnitt werden neue Feinde aktiviert, vorhandene Gegner bewegt oder Angriffe ausgeführt. Die genaue Reihenfolge richtet sich nach den Regeln der Mission und den verwendeten Gegnern.

Die Gegnerphase ist nicht bloß eine kurze Unterbrechung zwischen zwei Aktionsrunden. Sie verändert die Ausgangslage für die nächste Echtzeitphase. Ein Bereich, der gerade noch frei war, kann danach blockiert sein. Deshalb sollte das Team vor Ablauf der Zeit nicht nur auf den eigenen Fortschritt schauen, sondern auch gefährliche Gegner und Engpässe berücksichtigen.

Wenn eine Figur Schaden erleidet oder ein negativer Marker hinzukommt, wird der entsprechende Effekt nach den Spielregeln abgehandelt. Prüfe bei Sonderfähigkeiten immer die Beschreibung des Gegners oder Szenarios. Eine allgemeine Standardannahme kann bei besonderen Feinden zu einem falschen Ergebnis führen.

Kommunikation unter Zeitdruck

Kurze, eindeutige Ansagen funktionieren besser als lange Diskussionen während des laufenden Timers. Vereinbart vor Beginn der Phase Begriffe für wichtige Ziele, etwa „linker Korridor“, „Zielmarker“ oder „Rückzug“. So weiß jeder sofort, worauf sich eine Ansage bezieht.

Ein Marine sollte die Gruppe nicht allein durch ein gefährliches Gebiet führen, wenn seine Aktion zugleich für das Missionsziel benötigt wird. Teilt die Aufgaben nach der tatsächlichen Lage ein: Ein Spieler kann angreifen, während ein anderer vorrückt und ein dritter den Rückweg absichert.

Nach einer misslungenen Runde lohnt sich eine kurze Auswertung. Fragt nicht nur, welcher Gegner zu stark war, sondern auch, ob die Würfel unkoordiniert genutzt wurden, ob jemand zu weit vorgelaufen ist oder ob das Team das Ziel zu spät begonnen hat.

Missionen erfolgreich abschließen

Eine Mission besteht nicht nur aus dem Besiegen möglichst vieler Gegner. Die Ziele des Szenarios haben Vorrang. Wenn ein Marker aktiviert, ein Bereich erreicht oder eine bestimmte Aufgabe erfüllt werden muss, sollte das Team seine Aktionen daran ausrichten.

Teile das Missionsziel in kleine Abschnitte auf. Zuerst wird der Weg gesichert, danach bewegt sich die zuständige Figur zum Ziel und anschließend bringt sich das Team für den Rückzug oder den nächsten Auftrag in Stellung. Diese Reihenfolge verhindert, dass zwar viele Aliens besiegt werden, aber am Ende die Zeit für den eigentlichen Auftrag fehlt.

Das Spielende wird durch die Missionsregeln bestimmt. Sobald die dort genannte Siegbedingung erfüllt ist, wird geprüft, ob auch weitere Anforderungen erfüllt wurden. Bei einer Niederlage ist entscheidend, welche Bedingung das Szenario nennt. Nicht jede ausgeschaltete Figur bedeutet automatisch das Ende der Partie, sofern die Mission keine entsprechende Vorgabe macht.

Typische Regelfehler vermeiden

  • Die Echtzeitphase nicht vorzeitig stoppen, nur weil ein Spieler fertig ist. Die übrigen Marines dürfen das laufende Zeitfenster weiter nutzen, sofern die Regeln nichts anderes bestimmen.
  • Angriffe nicht ohne Prüfung von Reichweite, Sichtlinie oder Waffeneigenschaft ausführen.
  • Das Missionsziel nicht durch eine reine Jagd auf Gegner ersetzen.
  • Sonderregeln der Mission nicht durch die Grundregel eines anderen Szenarios ersetzen.
  • Erweiterungsinhalte nicht verwenden, ohne ihre zusätzlichen Aufbau- und Kartenregeln zu beachten.
  • Die Gegnerphase nicht überspringen, wenn im laufenden Zeitfenster kein Feind besiegt wurde.

Wenn eine Regel in deiner Ausgabe anders formuliert ist, zählt die Anleitung dieser Ausgabe. Unterschiede können durch Erweiterungen, neue Auflagen oder abweichende Sprachfassungen entstehen. Bei einem Streitfall solltest du die genaue Regelstelle und das verwendete Szenario gemeinsam prüfen. Eine Hausregel ist möglich, sollte aber klar als Gruppenentscheidung vereinbart werden.

Häufige Fragen zu den Project: ELITE Regeln

Dürfen sich die Spieler während der Echtzeitphase weiterhin absprechen?

Ja, die Kommunikation im Team bleibt während des laufenden Zeitfensters möglich, sofern die Missions- oder Szenarioregeln nichts Abweichendes festlegen. Kurze, eindeutige Ansagen sind sinnvoller als lange Diskussionen, weil jede Verzögerung die verfügbare Zeit für Bewegung und Aktionen verkürzt.

Was passiert, wenn ein Marine seine Würfel oder Aktionen vor Ablauf der Zeit verwendet hat?

Der Marine ist dadurch nicht automatisch aus der Phase ausgeschieden. Wenn noch Zeit verbleibt und die Regeln keine andere Einschränkung vorsehen, kann das Team die laufende Echtzeitphase weiter nutzen und weitere erlaubte Aktionen ausführen.

Darf ein Angriff ausgeführt werden, wenn das Ziel teilweise durch Gelände verdeckt ist?

Das hängt von den Sichtlinien- und Geländeregeln der verwendeten Ausgabe, Mission oder Erweiterung ab. Prüfe deshalb vor der Abwicklung, ob die Figur das Ziel regelkonform sehen kann und ob die Waffe die nötige Reichweite besitzt; eine bloße Nähe zum Gegner reicht nicht aus.

Wann gilt eine Mission in Project: ELITE tatsächlich als gewonnen?

Ein Sieg liegt erst vor, wenn die im Szenario genannte Siegbedingung erfüllt ist und gegebenenfalls weitere dort aufgeführte Anforderungen geprüft wurden. Das Ausschalten vieler Aliens genügt nicht, wenn das eigentliche Missionsziel beispielsweise an einen Marker, einen Bereich oder eine bestimmte Aufgabe gebunden ist.

Was gilt, wenn eine Missionsregel der Grundregel oder einer Erweiterung widerspricht?

Für die konkrete Spielsituation hat normalerweise die speziellere Regel des Szenarios Vorrang vor einer allgemeinen Grundregel. Bei Unklarheit solltest du die Anleitung der verwendeten Ausgabe und die vollständigen Sonderregeln der Mission gemeinsam prüfen, statt eine Regel aus einem anderen Szenario zu übertragen.

Kann Project: ELITE ohne Timer oder mit angehaltener Echtzeit gespielt werden?

Das wäre eine Hausregel und verändert den vorgesehenen Zeitdruck deutlich. Ihr könnt eine solche Variante gemeinsam vereinbaren, solltet sie aber nicht als offizielle Regel behandeln und damit rechnen, dass Bewegung, Würfeleinsatz und Missionsschwierigkeit anders ausfallen.

Checkliste
  • Die Echtzeitphase nicht vorzeitig stoppen, nur weil ein Spieler fertig ist. Die übrigen Marines dürfen das laufende Zeitfenster weiter nutzen, sofern die Regeln nichts anderes bestimmen.
  • Angriffe nicht ohne Prüfung von Reichweite, Sichtlinie oder Waffeneigenschaft ausführen.
  • Das Missionsziel nicht durch eine reine Jagd auf Gegner ersetzen.
  • Sonderregeln der Mission nicht durch die Grundregel eines anderen Szenarios ersetzen.
  • Erweiterungsinhalte nicht verwenden, ohne ihre zusätzlichen Aufbau- und Kartenregeln zu beachten.
  • Die Gegnerphase nicht überspringen, wenn im laufenden Zeitfenster kein Feind besiegt wurde.

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