Beim Schach endet eine Partie entweder durch Schachmatt oder durch Patt. Der entscheidende Unterschied liegt darin, ob der bedrohte König im Schach steht: Beim Matt ist der König angegriffen und kann sich nicht retten. Beim Patt steht der König nicht im Schach, obwohl die betreffende Seite keinen legalen Zug mehr ausführen kann. Matt bedeutet Sieg, Patt endet remis.
Für die richtige Einordnung musst du deshalb immer zwei Fragen prüfen: Ist der König angegriffen? Und gibt es noch mindestens einen erlaubten Zug für die Seite am Zug?
Was bedeutet Schachmatt?
Schachmatt liegt vor, wenn der König von einer gegnerischen Figur angegriffen wird und die angegriffene Seite diesen Angriff nicht mit einem legalen Zug abwehren kann. Die Partie ist sofort beendet. Ein König wird nicht geschlagen; sobald keine Rettung mehr möglich ist, steht das Spielende fest.
Ein Angriff auf den König kann auf unterschiedliche Weise entstehen. Ein Turm kann ihn auf einer offenen Reihe oder Linie bedrohen, ein Läufer auf einer Diagonale, eine Dame aus großer Entfernung und ein Springer durch seinen charakteristischen Sprung. Auch ein Bauer kann den König angreifen, obwohl er sich anders bewegt als beim Schlagen.
Um Schachmatt festzustellen, prüfst du alle üblichen Rettungsmöglichkeiten:
- Kann der König auf ein sicheres Nachbarfeld ziehen?
- Kann eine eigene Figur die angreifende Figur schlagen?
- Kann eine eigene Figur die Angriffslinie blockieren?
- Kann der König durch einen anderen legalen Zug aus dem Schach gelangen?
Wenn keine dieser Möglichkeiten funktioniert und der König angegriffen wird, ist die Partie matt.
Was ist ein Patt?
Beim Patt ist die Seite am Zug vollständig bewegungsunfähig, aber ihr König steht nicht im Schach. Weil der König nicht angegriffen wird, darf die Partie nicht als Matt gewertet werden. Das Ergebnis ist remis, also ein Unentschieden.
Ein Patt entsteht meist in Endspielen, wenn eine Seite nur noch den König besitzt oder nur wenige Figuren übrig sind. Die stärkere Seite hat dann zwar oft einen deutlichen materiellen Vorteil, setzt den gegnerischen König aber nicht unter direkten Angriff. Gleichzeitig sind alle Felder blockiert oder von gegnerischen Figuren kontrolliert.
Wichtig ist der Zeitpunkt: Sobald der letzte notwendige Zug ausgeführt wurde und die andere Seite am Zug ist, wird geprüft, ob Patt vorliegt. Es spielt keine Rolle, ob die überlegene Seite eigentlich fast sicher gewinnen würde.
Der Unterschied im direkten Vergleich
Beim Schachmatt steht der König im Schach. Es gibt keinen legalen Rettungszug. Das Ergebnis ist ein Sieg für die angreifende Seite.
Beim Patt steht der König nicht im Schach. Trotzdem kann die Seite am Zug keine legale Bewegung ausführen. Das Ergebnis ist remis.
Ein Materialvorteil entscheidet nicht allein über das Ergebnis. Auch eine Dame oder mehrere Türme führen nicht automatisch zum Sieg.
Bei beiden Situationen endet die Partie unmittelbar, sobald die Stellung eindeutig feststeht.
So prüfst du eine Stellung Schritt für Schritt
Wenn am Brett Unsicherheit entsteht, gehst du am besten immer in derselben logischen Reihenfolge vor. Dadurch wird verhindert, dass ein scheinbar unbeweglicher König vorschnell als matt bezeichnet wird.
Bestimme zunächst, welche Seite am Zug ist. Patt oder Matt können nur für diese Seite eintreten.
Untersuche anschließend das Feld des Königs. Wird es von einer gegnerischen Figur angegriffen? Berücksichtige dabei auch versteckte Linien, etwa hinter einem Bauern oder einer anderen Figur.
Suche alle legalen Züge des Königs. Ein Feld zählt nur dann als Möglichkeit, wenn es nicht von einer gegnerischen Figur kontrolliert wird und der eigene König dort nicht erneut im Schach stünde.
Prüfe danach die übrigen eigenen Figuren. Vielleicht kann eine Figur den Angriff blockieren, die angreifende Figur schlagen oder einen anderen legalen Zug ausführen.
Ziehe erst dann die Schlussfolgerung. Angriff ohne Rettung bedeutet Matt; keine legalen Züge ohne Angriff auf den König bedeutet Patt.
Eine typische Pattstellung verstehen
Stell dir vor, der schwarze König steht in einer Ecke. Weiße Figuren kontrollieren die beiden angrenzenden Randfelder und das Feld vor ihm. Der schwarze König kann nicht ziehen. Steht er aber nicht unter dem Angriff einer weißen Figur und besitzt Schwarz keine andere Figur mit einem erlaubten Zug, ist die Stellung Patt.
Würde eine weiße Figur den König direkt angreifen, ohne dass eine Flucht oder Abwehr möglich ist, wäre dieselbe Grundidee dagegen ein Matt. Schon eine einzige veränderte Figurenposition kann also das Ergebnis von Remis zu Sieg ändern.
Häufige Fehler bei der Entscheidung
Ein verbreiteter Irrtum ist die Annahme, dass ein eingeschlossener König automatisch matt ist. Das stimmt nicht. Für Matt muss zusätzlich ein tatsächlicher Angriff auf das Königsfeld vorliegen.
Ebenso falsch ist die Aussage, dass nur der König bewegungslos sein müsse. Beim Patt darf die gesamte Seite am Zug keinen legalen Zug besitzen. Kann beispielsweise ein Bauer noch regelgerecht vorziehen oder eine andere Figur ziehen, liegt kein Patt vor.
Auch ein scheinbar möglicher Zug darf nicht berücksichtigt werden, wenn er den eigenen König im Schach lässt. Ein solcher Zug ist illegal. Das gilt sowohl bei der Prüfung eines möglichen Patts als auch bei der Suche nach einer Rettung vor dem Matt.
Wie du Patt beim Gewinnen vermeidest
Wer eine gewonnene Stellung verwaltet, sollte vor jedem Zug prüfen, welche Felder dem gegnerischen König noch bleiben. Ziel ist nicht nur, den König einzuschränken, sondern ihn mit einem legalen Zug tatsächlich unter Schach zu setzen oder eine Stellung mit Zugzwang sauber zu behandeln.
Lass dem gegnerischen König möglichst ein kontrolliertes Fluchtfeld, solange du noch keinen Mattzug ausführen kannst.
Prüfe vor jedem Zug, ob der Gegner danach noch eine Figur bewegen kann.
Setze den König nicht unbeabsichtigt in eine Ecke, wenn kein Schachgebot folgt.
Führe den entscheidenden Mattzug erst aus, wenn alle Flucht- und Abwehrmöglichkeiten geprüft sind.
Besonders mit einer Dame ist Vorsicht wichtig. Sie kann den gegnerischen König sehr stark beschränken, aber durch einen unbedachten Zug auch das letzte freie Feld nehmen und dadurch Patt erzeugen.
Fragen und Antworten zu Patt und Matt
Wer gewinnt bei einem Schachmatt?
Die Seite, deren Zug den gegnerischen König mattsetzt, gewinnt die Partie. Der König muss nicht vom Brett genommen werden, weil das Spiel mit der Feststellung des Matts endet.
Ist Patt ein Sieg für die Seite mit mehr Figuren?
Nein. Patt wird als Remis gewertet, unabhängig davon, wie groß der Materialvorteil ist. Eine Dame gegen einen einzelnen König kann daher ebenfalls nur unentschieden enden, wenn die Stellung patt ist.
Kann ein König beim Patt geschlagen werden?
Nein. Der König steht beim Patt gerade nicht im Schach. Die Partie endet, weil kein legaler Zug möglich ist, nicht weil der König angegriffen oder geschlagen wird.
Was passiert, wenn noch eine andere Figur ziehen kann?
Dann liegt kein Patt vor. Für Patt muss die gesamte Seite am Zug bewegungslos sein, wobei jeder Zug ausgeschlossen sein muss, der gegen die Schachregeln verstößt.
Kann eine Partie trotz Schach noch Patt sein?
Nein. Sobald der König im Schach steht, handelt es sich nicht um Patt. Gibt es keinen legalen Rettungszug, ist die Stellung Schachmatt; gibt es eine Rettung, muss der Spieler diesen Angriff abwehren.
Wie erkennt man einen möglichen Mattzug vor der Ausführung?
Prüfe nach dem geplanten Zug zuerst, ob der gegnerische König angegriffen wird. Danach kontrollierst du Fluchtfelder, mögliche Schläge gegen die angreifende Figur und Blockaden der Angriffslinie. Bleibt keine legale Verteidigung, ist der Zug matt.
Der wichtigste Prüfpunkt
Der Blick auf das Königsfeld entscheidet: Angriff und keine Rettung bedeuten Matt, Bewegungsunfähigkeit ohne Angriff bedeutet Patt. Wenn du diese beiden Merkmale getrennt prüfst, lassen sich die meisten Streitfälle am Schachbrett eindeutig klären.