Kingdom Builder ist ein taktisches Legespiel, bei dem du Siedlungen auf einer variablen Landschaft platzierst. Die Besonderheit: In deinem Zug musst du immer drei Siedlungen auf Felder derselben Landschaftsart setzen, die dir deine Handkarte vorgibt. Das klingt eng, wird aber durch Ortsplättchen und Spezialaktionen richtig spannend, weil du dir damit neue Platzier-Regeln und Extra-Züge erschließen kannst.
Spielziel
Du willst über mehrere Runden die meisten Siegpunkte sammeln. Punkte bekommst du hauptsächlich über drei zufällige Zielkarten, die in jeder Partie festlegen, was belohnt wird. Zusätzlich bringen dir Ortsplättchen Punkte und geben dir Spezialfähigkeiten, die deine Platzierungen flexibler machen.
Material kurz erklärt
- Landschaftsplättchen (werden zu einem großen Spielplan aus 4 Teilen zusammengesetzt)
- Siedlungen in deiner Farbe
- Landschaftskarten (zeigen eine Landschaftsart)
- Ortsplättchen (liegen auf dem Plan, geben Fähigkeiten und oft Punkte)
- 3 Zielkarten (bestimmen die Punkteregeln)
- Gold (optional je nach Version / Variante)
Spielaufbau
- Legt vier Landschaftsteile zufällig zu einem großen Plan zusammen (in einem 2×2 Raster).
- Mischt die Zielkarten und legt drei davon offen aus. Diese gelten für die ganze Partie.
- Legt die Ortsplättchen auf die dafür vorgesehenen Felder am Spielplan (meist sind das markierte Orte).
- Jeder bekommt seine Siedlungen (in der Regel 40) und legt sie als Vorrat bereit.
- Mischt die Landschaftskarten, jeder zieht eine Handkarte.
Grundregel für das Platzieren
In deinem Zug musst du normalerweise drei Siedlungen platzieren.
Dabei gelten drei zentrale Regeln:
- Du darfst nur auf die Landschaftsart setzen, die deine Handkarte zeigt (z. B. Wald, Gras, Gebirge, Wüste, Schlucht, Wasser).
- Jede Siedlung muss möglichst angrenzend an deine eigenen Siedlungen gesetzt werden.
- Wenn du Siedlungen platzieren kannst, die an deine eigene bestehende Siedlung angrenzen, musst du das tun. Nur wenn das nicht möglich ist, darfst du irgendwo auf passende freie Felder setzen.
Das ist der Kern des Spiels: Du wirst oft „gezwungen“, in bestimmte Bereiche zu bauen, und musst mit Ortsplättchen oder cleverer Vorbereitung diese Zwänge zu deinen Gunsten drehen.
Zugablauf
Ein Zug ist immer gleich aufgebaut:
1) Karte spielen
Du deckst deine Handkarte auf. Sie bestimmt die Landschaftsart, auf die du bauen musst.
2) Drei Siedlungen platzieren
Du setzt drei Siedlungen, nacheinander, jeweils nach den Platzierungsregeln:
- Landschaft muss passen
- möglich angrenzend bauen (wenn möglich Pflicht)
- Feld muss frei sein
3) Ortsplättchen sammeln (wenn du darauf baust)
Wenn du eine Siedlung auf ein Feld setzt, das ein Ortsplättchen enthält, nimmst du dieses Ortsplättchen zu dir. Ab sofort darfst du dessen Spezialfähigkeit nutzen.
Wichtig: Ein Ortsplättchen nimmst du nur, wenn du direkt auf das Feld mit dem Plättchen baust. Es reicht nicht, daneben zu bauen.
4) Neue Karte ziehen
Am Ende deines Zuges ziehst du eine neue Landschaftskarte auf die Hand.
Dann ist der nächste Spieler dran.
Ortsplättchen und Spezialfähigkeiten
Ortsplättchen sind der Weg, um aus den engen Platzierungsregeln auszubrechen. Sie geben dir Zusatzfähigkeiten wie:
- eine zusätzliche Siedlung setzen
- woanders als angrenzend bauen
- auf andere Weise „legal“ platzieren
- bestimmte Bereiche besser erreichen
Du darfst die Fähigkeiten deiner gesammelten Ortsplättchen in deinem Zug nutzen, oft jeweils einmal pro Zug. Dadurch entstehen starke Kombos, wenn du mehrere Plättchen hast.
Wichtig: Spezialfähigkeiten ersetzen nicht die Pflicht, drei Siedlungen gemäß deiner Karte zu setzen. Sie kommen zusätzlich oder verändern die Regeln innerhalb deines Zuges, je nachdem, was das Plättchen genau sagt.
Wertung und Runden
Kingdom Builder wird über mehrere Runden gespielt. Üblich sind drei Runden.
Nach jeder Runde findet eine Wertung statt:
- Jede der drei Zielkarten wird einzeln gewertet
- Du bekommst Punkte entsprechend deiner Platzierungen
- Danach geht’s in die nächste Runde
Am Ende der letzten Runde kommt die Schlusswertung, oft inklusive zusätzlicher Punkte durch bestimmte Ortsplättchen.
Typische Zielkarten: So denkst du richtig
Die Zielkarten unterscheiden sich stark, aber du kannst sie grob in drei Kategorien einteilen:
- Flächenziele
Du bekommst Punkte dafür, in möglichst vielen Bereichen präsent zu sein oder Gebiete zu verbinden. - Rand- und Linienziele
Punkte für Siedlungen am Rand, in bestimmten Reihen, in bestimmten Zonen. - Nachbarschaftsziele
Punkte dafür, neben bestimmten Landschaften oder Orten zu bauen.
Das Entscheidende ist: Du musst nicht „schön bauen“. Du musst so bauen, dass du bei den Zielkarten effizient punktest, auch wenn das unordentlich aussieht.
Praxisbeispiel 1: Das Karten-Zwangssystem zu deinem Vorteil nutzen
Du hast eine Karte „Wald“ und musst drei Siedlungen setzen. Deine bestehenden Siedlungen grenzen an einen Waldbereich, der aber ungünstig für die Zielkarten liegt. An anderer Stelle auf dem Plan gibt es Waldfelder direkt bei einem wichtigen Zielbereich, aber ohne Anschluss.
Wenn du keine angrenzenden Waldfelder mehr legal setzen kannst, darfst du frei auf beliebige Waldfelder bauen. Genau darauf kannst du hinarbeiten: Platziere vorher so, dass du deine angrenzenden Optionen bewusst „leer spielst“, um im nächsten Wald-Zug frei platzieren zu dürfen. Das ist ein typischer Kingdom Builder Trick, der dich von „Zwang“ in „Freiheit“ kippt.
Praxisbeispiel 2: Ortsplättchen als Sprungbrett
Du erkennst ein Ortsplättchen, das dir ein flexibleres Bauen erlaubt. Statt sofort auf Punkte zu spielen, setzt du einen Zug so, dass du dieses Ortsplättchen sicher einsammelst. In den nächsten Zügen profitierst du davon mehrfach, weil du deine Siedlungen besser verteilen kannst und bestimmte Ziele dadurch überhaupt erst erreichbar werden.
Gerade am Anfang lohnt es sich oft, ein gutes Ortsplättchen zu priorisieren, selbst wenn du dafür kurzfristig schlechter punktest.
Häufige Fragen zu Kingdom Builder
Muss ich wirklich immer angrenzend bauen, wenn es geht?
Ja. Wenn du mindestens ein Feld der passenden Landschaftsart angrenzend an deine eigenen Siedlungen platzieren könntest, musst du dort bauen. Freies Platzieren ist nur erlaubt, wenn angrenzend nicht möglich ist.
Darf ich die drei Siedlungen auf verschiedene Orte verteilen?
Ja. Du musst nicht zusammenhängend bauen. Jede der drei Platzierungen prüfst du einzeln nach den Regeln. Das heißt: Wenn du bei der ersten Platzierung angrenzend bauen kannst, musst du. Kannst du bei der zweiten nicht mehr angrenzend, darfst du sie frei setzen.
Was passiert, wenn ich weniger als drei legale Felder finde?
Dann setzt du so viele Siedlungen, wie möglich. In der Praxis ist das selten, kann aber gegen Ende passieren, wenn Landschaften voll werden.
Kann ich mehrere Ortsplättchen-Fähigkeiten in einem Zug nutzen?
Ja, wenn du mehrere Ortsplättchen besitzt, kannst du deren Fähigkeiten kombinieren, solange die einzelnen Regeln das erlauben. Oft ist die Beschränkung „einmal pro Zug pro Ortsplättchen“.
Werden Ortsplättchen am Ende auch noch gewertet?
Viele Ortsplättchen geben direkt Punkte oder zählen am Ende über eine Schlusswertung. Das hängt vom Plättchentyp ab. Wichtig ist: Ihre Sonderfähigkeit gilt während des Spiels, die Punktewertung ist separat geregelt.
Zusammenfassung
Kingdom Builder ist ein Spiel aus Zwang und Befreiung: Deine Karte zwingt dich auf eine Landschaft, und die Anschlussregel zwingt dich an deine eigenen Siedlungen. Ortsplättchen geben dir die Werkzeuge, diese Zwänge zu biegen. Wer früh starke Ortsplättchen sichert, seine angrenzenden Optionen gezielt „leer spielt“ und die drei Zielkarten konsequent verfolgt, gewinnt deutlich häufiger.
Fazit
Du musst in Kingdom Builder nicht jedes Mal den perfekten Zug finden. Viel wichtiger ist, dass du deine Züge so planst, dass du regelmäßig freie Platzierungen erzwingen kannst und deine Ortsplättchen-Fähigkeiten dann nutzt, wenn sie wirklich Punkte bringen. Wenn du die Ziele nicht nur nebenbei erfüllst, sondern jede Runde aktiv auf sie hinbaust, wirst du sehr schnell merken, wie taktisch dieses scheinbar einfache Siedlungslegen eigentlich ist.