Cribbage Regeln: Zählen, Stecken und Kombinationen einfach erklärt

Lesedauer: 10 Min – Beitrag erstellt: 20. Juli 2026, zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026

Cribbage ist ein Kartenspiel für zwei Personen, bei dem du Kartenkombinationen bildest und Punkte auf einem Spielbrett vorwärtsziehst. Die Partie endet, sobald eine Person 121 Punkte erreicht. Entscheidend sind zwei getrennte Wertungsphasen: Erst werden beim Ausspielen Punkte erzielt, danach zählen die Karten auf der Hand und im Krippenstapel.

Für eine vollständige Runde brauchst du ein Cribbage-Brett mit jeweils zwei Steckstiften pro Person und ein gewöhnliches Kartenspiel mit 52 Karten. Die genaue Zählweise wirkt anfangs ungewohnt, folgt aber festen Regeln. Besonders wichtig ist, dass beim Ausspielen die bisherige Summe höchstens 31 betragen darf.

Spielziel und Vorbereitung

Jede Person erhält zwei Steckstifte. Einer zeigt den bisherigen Punktestand an, der andere wird beim Ziehen vorangesteckt. Dadurch lässt sich später nachvollziehen, wie viele Punkte in einem Zug hinzugekommen sind. Gespielt wird normalerweise bis 121 Punkte; das Brett kann je nach Ausgabe auch andere Zielmarkierungen besitzen.

Vor dem ersten Austeilen ziehen beide eine Karte. Wer die niedrigere Karte aufdeckt, gibt in der ersten Runde. Bei gleichem Rang wird erneut gezogen. Danach wechselt das Geben von Runde zu Runde. Der Geber mischt und teilt jeder Person sechs Karten aus.

Aus den sechs Karten wählt jede Person vier für die eigene Hand aus. Die jeweils zwei übrigen Karten kommen verdeckt in die Krippe. Die Krippe gehört dem Geber und wird erst nach dem Ausspielen gewertet. Die nicht verwendeten Karten bilden den Nachziehstapel.

Der Startkarten-Stich

Nach dem Zusammenstellen der Krippe hebt die nicht gebende Person den Stapel ab. Der Geber deckt anschließend die oberste Karte auf. Diese Karte heißt Startkarte und liegt während der gesamten Runde offen neben den Händen. Sie gehört zunächst weder zur Hand noch zur Krippe, zählt aber später bei der Wertung jeder Hand und der Krippe mit.

Wird als Startkarte ein Bube aufgedeckt, erhält der Geber sofort zwei Punkte. Diese Punkte werden noch vor dem Ausspielen auf dem Brett vorgesteckt. In vielen englischen Regelwerken wird diese Sonderwertung als „His Heels“ bezeichnet. Der Rang des Buben ist dabei entscheidend, nicht die Farbe.

Die Kartenwerte beim Ausspielen

Beim Ausspielen zählt jede Karte mit einem bestimmten Zahlenwert:

  • Ass zählt als 1.
  • Karten von 2 bis 10 zählen mit ihrem aufgedruckten Wert.
  • Bube, Dame und König zählen jeweils als 10.

Die Kartenwerte gelten nur für die laufende Summe. Für Reihenfolgen und Paare zählt dagegen der Kartenrang. Bildkarten sind also beim Summieren gleichwertig, bilden aber nicht automatisch dieselbe Rangfolge. Ein Bube, eine Dame und ein König können beispielsweise eine Sequenz bilden, obwohl alle drei beim Addieren zehn Punkte ergeben.

Der Ablauf beim Ausspielen

Die nicht gebende Person beginnt. Sie legt eine Karte aus und nennt die aktuelle Summe. Danach spielt der Geber eine Karte aus, dann wieder die andere Person. Die Summe wird nach jedem Zug weitergeführt und darf niemals über 31 steigen.

Anleitung
1Lege eine Karte aus, sofern der neue Gesamtwert höchstens 31 beträgt.
2Nenne die neue Summe laut.
3Prüfe sofort, ob die Karte oder die entstandene Folge Punkte bringt.
4Spiele abwechselnd weiter, bis keine passende Karte mehr gelegt werden kann oder die Summe 31 erreicht.

  1. Lege eine Karte aus, sofern der neue Gesamtwert höchstens 31 beträgt.
  2. Nenne die neue Summe laut.
  3. Prüfe sofort, ob die Karte oder die entstandene Folge Punkte bringt.
  4. Spiele abwechselnd weiter, bis keine passende Karte mehr gelegt werden kann oder die Summe 31 erreicht.

Kannst du keine Karte mehr spielen, sagst du „Go“. Die andere Person darf weiter Karten auslegen, solange die Summe nicht über 31 steigt. Sie erhält einen Punkt, wenn sie als letzte Karte vor einer Unterbrechung spielt. Erreicht sie dabei genau 31, gibt es stattdessen zwei Punkte. Danach beginnt die nächste Folge wieder bei null, sofern noch Karten vorhanden sind.

Der „Go“-Punkt geht nicht automatisch an die Person, die zuerst passen musste. Entscheidend ist, wer die letzte Karte in dieser Folge gelegt hat. Wenn beide keine Karte mehr spielen können, werden die ausgespielten Karten beiseitegelegt und die nächste Folge startet mit den noch vorhandenen Karten. Eine Karte darf nicht aus einer früheren Folge in die neue Folge einbezogen werden.

Punkte während des Ausspielens

Schon beim Legen können mehrere Wertungen gleichzeitig entstehen. Du prüfst deshalb nach jeder ausgespielten Karte sowohl die laufende Summe als auch die Kartenfolge am Tisch.

  • 15 zählen: Erzeugt deine Karte zusammen mit vorherigen Karten genau 15, erhältst du zwei Punkte.
  • 31 zählen: Erreichst du genau 31, bekommst du zwei Punkte.
  • Paar: Liegen direkt hintereinander zwei Karten desselben Rangs, gibt es zwei Punkte.
  • Drilling: Drei aufeinanderfolgende Karten desselben Rangs bringen sechs Punkte.
  • Vierling: Vier direkt aufeinanderfolgende Karten desselben Rangs zählen zwölf Punkte.
  • Sequenz: Eine Folge aus mindestens drei aufeinanderfolgenden Rängen zählt so viele Punkte wie Karten in der Folge.

Bei einer Sequenz müssen die Karten nicht in aufsteigender Reihenfolge ausgespielt worden sein. Die bisherige Tischfolge wird darauf geprüft, ob sich daraus eine lückenlose Rangfolge bilden lässt. Ein Ass zählt dabei niedrig: Ass, 2 und 3 ist eine Sequenz, König, Ass und 2 jedoch nicht.

Für eine Sequenz muss die komplette unmittelbar zurückliegende Kartenfolge verwendet werden. Werden zum Beispiel 4, 6 und 5 ausgespielt, entsteht eine Dreiersequenz, weil die drei Karten zusammen die Ränge 4, 5 und 6 enthalten. Eine einzelne Karte kann dabei gleichzeitig an einer Paarwertung oder einer 15 beteiligt sein, sofern die jeweiligen Bedingungen erfüllt sind.

Ein Zug mit mehreren Wertungen

Angenommen, die bisherige Summe beträgt 10 und du legst eine Karte mit dem Wert 5. Damit erreichst du 15 und erhältst zwei Punkte. Liegt die neue Karte außerdem direkt nach einer gleichrangigen Karte, kommt die Paarwertung hinzu. Die Punktzahlen werden addiert, nicht durch eine einzelne Wertung ersetzt.

Für die Ausspielphase hilft eine feste Reihenfolge: Zuerst prüfst du, ob die neue Summe 15 oder 31 ergibt. Danach siehst du nach Paaren und Drillingen. Zum Schluss prüfst du, ob die letzten Karten eine Sequenz bilden. Diese Reihenfolge ist nur eine Gedächtnishilfe; maßgeblich ist, dass jede tatsächlich erfüllte Wertung gezählt wird.

Die Handwertung nach dem Ausspielen

Sobald alle Karten ausgespielt wurden, zählt zuerst die nicht gebende Person ihre vier Handkarten zusammen mit der Startkarte. Danach wertet der Geber seine Hand mit der Startkarte. Zum Schluss zählt der Geber die Krippe, ebenfalls einschließlich der Startkarte.

Bei jeder dieser drei Wertungen darfst du dieselbe Karte in mehreren verschiedenen Kombinationen verwenden. Eine Karte darf jedoch nicht mehrfach innerhalb derselben Art von Kombination gezählt werden, wenn dadurch eine unmögliche Doppelzählung entsteht. Für 15er-Kombinationen werden alle passenden Kartengruppen geprüft, während Sequenzen und Paare nach ihren eigenen Regeln bewertet werden.

Fünfzehner bilden

Jede Auswahl aus einer oder mehreren Karten, deren Werte zusammen 15 ergeben, ist zwei Punkte wert. Eine einzelne Karte kann keinen 15er bilden, weil die höchste Einzelkarte nur den Wert 10 besitzt. Bei vier Karten gibt es mehrere mögliche Kombinationen, die unabhängig voneinander gezählt werden.

Eine Hand mit 5, 5, 5 und König enthält beispielsweise drei verschiedene Zweikarten-Kombinationen mit jeweils 5 und 10. Dadurch entstehen sechs Punkte für 15er. Die drei Fünfen bilden außerdem ein Drilling. Ob weitere Punkte hinzukommen, hängt von der Startkarte ab.

Paare und Mehrfachpaare

Zwei Karten desselben Rangs zählen als Paar und bringen zwei Punkte. Drei Karten desselben Rangs bilden drei unterschiedliche Paare und sind deshalb sechs Punkte wert. Vier Karten desselben Rangs enthalten sechs Paare und bringen zwölf Punkte.

Für diese Wertung ist die Kartenfarbe unerheblich. Ein Paar aus zwei Königen zählt ebenso wie ein Paar aus zwei Siebenern. Die Startkarte wird einbezogen, wenn sie mit einer Karte in der Hand oder Krippe denselben Rang besitzt.

Sequenzen zählen

Eine Sequenz besteht aus mindestens drei Karten mit aufeinanderfolgenden Rängen. Drei Karten zählen drei Punkte, vier Karten vier Punkte und fünf Karten fünf Punkte. Die Farben müssen nicht übereinstimmen.

Enthält eine Hand mehrere Karten desselben Rangs, können daraus mehrere Sequenzen entstehen. Die Wiederholung des Rangs vervielfacht die Zahl der möglichen Kombinationen. Bei drei Karten 3, 4 und 5 gibt es eine Sequenz. Liegt zusätzlich eine zweite 4 vor, entstehen zwei verschiedene Dreiersequenzen: jeweils eine für jede 4.

Flush und nobler Bube

Ein Flush liegt vor, wenn mehrere Karten dieselbe Farbe haben. In der Hand zählen vier Karten derselben Farbe normalerweise als vier Punkte. Haben auch die Startkarte und damit alle fünf Karten dieselbe Farbe, zählt der Flush mit fünf Punkten.

Für die Krippe gelten strengere Bedingungen: Dort zählt ein Flush nur, wenn alle vier Krippenkarten und die Startkarte dieselbe Farbe besitzen. Ein Flush in der Krippe mit nur vier gleichfarbigen Karten zählt nicht. Diese Unterscheidung gehört zu den häufigsten Stellen, an denen sich neue Runden verrechnen.

Hast du einen Buben in derselben Farbe wie die Startkarte, erhältst du einen zusätzlichen Punkt. Diese Wertung wird häufig „One for His Nob“ genannt. Es genügt, dass der Bube und die Startkarte dieselbe Farbe haben; der Rang der Startkarte spielt keine Rolle.

Die Krippe des Gebers

Die Krippe wird erst nach beiden normalen Händen gewertet. Sie besteht aus vier Karten plus der Startkarte und wird nach denselben Grundprinzipien geprüft: 15er, Paare, Sequenzen, Flush und der passende Bube können Punkte bringen.

Die Krippe beeinflusst bereits die Entscheidung beim Ablegen. Die gebende Person versucht meistens, eine Krippe mit guten eigenen Kombinationen zu erzeugen. Die andere Person möchte dagegen vermeiden, wertvolle Kombinationen in die Krippe zu geben. Welche Karten sinnvoll abgelegt werden, hängt außerdem vom bisherigen Spielstand und von den Karten auf der eigenen Hand ab.

Stecken und Spielende

Für jeden erhaltenen Punkt ziehst du einen Steckstift um ein Feld nach vorn. Üblicherweise wird zunächst der hintere Stift vorgerückt, der anschließend vom vorderen Stift überholt wird. So bleibt der zuletzt erreichte Punktestand sichtbar.

Das Spiel endet sofort, sobald eine Person 121 Punkte erreicht. Die Wertung der laufenden Runde wird nicht erst vollständig abgeschlossen. Erreicht die nicht gebende Person das Ziel bereits bei der Handwertung, zählt die Krippe nicht mehr. Deshalb ist die Reihenfolge beim Zählen spielentscheidend.

Wer das Ziel nicht erreicht, bevor die andere Person 121 Punkte erzielt, verliert die Partie. Manche Spielgruppen verwenden zusätzliche Begriffe für deutliche Niederlagen, etwa wenn der Verlierer bestimmte Zwischenmarken nicht erreicht. Solche Bezeichnungen ändern jedoch nichts an der normalen Wertung und sollten nur verwendet werden, wenn sie vorher vereinbart wurden.

Typische Fehler beim Zählen vermeiden

  • Die Startkarte wird bei der Hand- und Krippenwertung mitgezählt, nicht aber als eigene Handkarte behandelt.
  • Bildkarten haben den Wert 10, behalten für Sequenzen aber ihren jeweiligen Rang.
  • Ein „Go“ beendet nur die aktuelle Ausspielfolge und nicht automatisch die gesamte Ausspielphase.
  • Eine Sequenz beim Ausspielen darf nur die unmittelbar zurückliegende Kartenfolge verwenden.
  • Der Flush in der Krippe benötigt alle fünf Karten in derselben Farbe.
  • Das Spielende tritt beim Erreichen von 121 Punkten sofort ein.

Bei unterschiedlichen Regelheften solltest du zuerst prüfen, ob eine Erweiterung, eine Sonderausgabe oder eine abweichende Zielpunktzahl verwendet wird. Die Grundwertung von Cribbage bleibt in den meisten klassischen Versionen gleich, einzelne Details können jedoch durch Hausregeln oder spezielle Ausgaben verändert sein.

Häufige Fragen zu den Cribbage-Regeln

Wer zählt zuerst, wenn jemand während der Handwertung 121 Punkte erreicht?

Die nicht gebende Person zählt ihre Hand zuerst, danach folgen die Hand des Gebers und die Krippe. Sobald jemand dabei 121 Punkte erreicht, endet die Partie sofort, sodass die noch ausstehenden Wertungen nicht mehr ausgeführt werden.

Was passiert, wenn beim Ausspielen niemand mehr eine Karte bis 31 legen kann?

Die Person, die in dieser Folge die letzte Karte gelegt hat, erhält einen Punkt, sofern die Summe nicht genau 31 beträgt. Danach werden die ausgespielten Karten beiseitegelegt und mit den übrigen Karten eine neue Folge bei null begonnen.

Darf eine Sequenz beim Ausspielen rückwärts oder mit Unterbrechungen entstehen?

Die Reihenfolge der gelegten Karten muss nicht aufsteigend sein, aber die unmittelbar zurückliegenden Karten müssen zusammen lückenlose Ränge bilden. Eine Folge wie 4, 6, 5 zählt daher als Sequenz, während eine Lücke oder eine Karte aus einer früheren Folge nicht nachträglich einbezogen werden darf.

Wie werden mehrere gleiche Karten in der Hand bei Sequenzen bewertet?

Jede mögliche Auswahl gleicher Rangfolgen wird einzeln gezählt. Aus 3, 4, 4 und 5 entstehen beispielsweise zwei Dreiersequenzen, weil die 3, 4 und 5 jeweils mit einer der beiden Vierer verwendet werden können.

Welche Regeln gelten, wenn das Cribbage-Brett eine andere Zielzahl zeigt?

Für eine Partie bis 121 Punkte gelten die klassischen Cribbage-Regeln, während eine abweichende Zielmarkierung auf eine andere Ausgabe oder eine vereinbarte Variante hinweisen kann. Prüfe in diesem Fall zuerst die Anleitung des konkreten Bretts, damit Zielzahl, Sonderwertungen und Spielende nicht mit den Standardregeln vermischt werden.

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