Black Forest Spielanleitung: Regeln, Rohstoffe und Strategietipps
Regeln, Ablauf und wichtige Sonderfälle schnell verständlich nachschlagen.
In 60 Sekunden
Die Waren sind in zwei Gruppen aufgeteilt. Zu den einfachen Rohstoffen gehören Brei, Fleisch, Holz, Kohle, Sand, Wasser und Ziegel. Ihre Marker können einen Bestand von null bis sieben anzeigen. Die veredelten Rohstoffe sind …
In Black Forest bewegen sich die Figuren durch die Dörfer des Schwarzwalds und nutzen dort verfügbare Handwerker. Diese verschaffen Rohstoffe, ermöglichen Bauvorhaben oder unterstützen den Ausbau des Gutshofs. Aufträge geben zusätzliche Ziele vor, während …
In Black Forest bewegen sich die Figuren durch die Dörfer des Schwarzwalds und nutzen dort verfügbare Handwerker. Diese verschaffen Rohstoffe, ermöglichen Bauvorhaben oder unterstützen den Ausbau des Gutshofs. Aufträge geben zusätzliche Ziele vor, während …
Black Forest endet nach der in der Regel festgelegten Zahl von Spielabschnitten. Für die Endwertung werden die auf Bauwerken, Aufträgen und weiteren wertungsrelevanten Bestandteilen angegebenen Punkte beziehungsweise Bedingungen ausgewertet. Variable Wertungen werden nur erfüllt, …
Black Forest verbindet den Ausbau eines Gutshofs mit einer ungewöhnlichen Rohstoffverwaltung: Zwei Räder speichern einfache und veredelte Waren, lösen aber unter bestimmten Bedingungen sofort eine verpflichtende Produktion aus. Wer richtig spielen will, muss deshalb nicht nur die Kosten einer Aktion bezahlen können, sondern auch die anschließenden Bewegungen auf beiden Rohstoffrädern vorausberechnen. Besonders wichtig sind dabei Kohle und Proviant, weil sie auf beide Räder verteilt werden können.
Das Kennerspiel von Uwe Rosenberg und Tido Lorenz ist für ein bis vier Personen ausgelegt. Eine Partie dauert abhängig von Spielerzahl und Erfahrung ungefähr 60 bis 120 Minuten. Black Forest greift Ideen aus Die Glasstraße auf, entwickelt daraus jedoch ein eigenständiges Spiel mit Gutshöfen, Dörfern, Handwerkern, Aufträgen, Landschaften, Tieren und verschiedenen Bauwerken.
Vor der Partie: Ausgabe und Regelstand prüfen
Für die deutsche Ausgabe ist die Regelversion V1.1 die maßgebliche Grundlage. Gegenüber der ersten Fassung wurden im Anhang einzelne Kosten- und Ertragsangaben zu Aufträgen und Gebäuden berichtigt. Weichen eine ältere Übersicht und ein tatsächlich vorhandenes Plättchen voneinander ab, gilt die auf dem physischen Spielmaterial aufgedruckte Angabe.
Black Forest besitzt einen spielerzahlabhängigen Aufbau. Lege den doppelseitigen Spielplan mit der passenden Seite aus und verwende die in der V1.1-Regel genannten Handwerker, Aufträge und weiteren Plättchen für eure Besetzung. Sortiere kleine und große Bauwerke, Landschaftsplättchen, Wälder und Tiere in die vorgesehenen Bereiche. Jede Person erhält ihren Gutshof, die zugehörigen Spielfiguren und die beiden Rohstoffräder.
Die genaue Auswahl und Verteilung der Plättchen sollte nicht aus dem Gedächtnis rekonstruiert werden: Sie verändert sich mit der Spielerzahl. Nutze dafür den Abschnitt zum Spielaufbau in der deutschen V1.1-Regel und gleiche insbesondere die verwendete Spielplanseite sowie die ausliegenden Handwerker und Aufträge ab. Sobald alle persönlichen Marker auf den dort angegebenen Startwerten stehen, kann die Partie beginnen.
Der Kern eines Spielzugs
In Black Forest bewegen sich die Figuren durch die Dörfer des Schwarzwalds und nutzen dort verfügbare Handwerker. Diese verschaffen Rohstoffe, ermöglichen Bauvorhaben oder unterstützen den Ausbau des Gutshofs. Aufträge geben zusätzliche Ziele vor, während Landschaften, Wälder und Tiere die eigene Auslage weiterentwickeln.
Ein Zug lässt sich in drei Entscheidungsschritte gliedern:
- Wähle die Figur und das Dorf, in dem du eine Aktion ausführen möchtest. Beachte dabei die Bewegungs- und Nutzungsbedingungen des Spielplans.
- Nutze den gewählten Handwerker und führe dessen Wirkung vollständig aus. Erhaltene oder bezahlte Rohstoffe werden sofort auf dem zugehörigen Rad bewegt.
- Prüfe nach jeder Rohstoffbewegung, ob auf einem Rad die automatische Produktion ausgelöst wird. Ist das der Fall, wird sie unmittelbar und verpflichtend abgewickelt, bevor der Zug fortgesetzt oder beendet wird.
Die auf Handwerkern, Gebäuden und Aufträgen angegebenen Symbole sind verbindlich. Effekte dürfen nicht für einen späteren Zug gespeichert werden, sofern das betreffende Plättchen dies nicht ausdrücklich erlaubt. Ein Gebäude kann daher nur errichtet werden, wenn Kosten, Bauplatz und sämtliche weiteren Bedingungen im Augenblick der Aktion erfüllt sind.
Welche Rohstoffe es gibt
Die Waren sind in zwei Gruppen aufgeteilt. Zu den einfachen Rohstoffen gehören Brei, Fleisch, Holz, Kohle, Sand, Wasser und Ziegel. Ihre Marker können einen Bestand von null bis sieben anzeigen.
Die veredelten Rohstoffe sind Glas, Proviant und Handelsware. Für sie reicht die Skala jeweils von null bis drei. Die niedrigere Obergrenze macht ihre Produktion und Verwendung besonders empfindlich: Ein Ertrag kann teilweise oder vollständig verloren gehen, wenn der betreffende Marker bereits am Höchstwert steht.
- Einfache Rohstoffe bewegen sich beim Erhalt im Uhrzeigersinn und beim Bezahlen gegen den Uhrzeigersinn.
- Veredelte Rohstoffe bewegen sich beim Erhalt gegen den Uhrzeigersinn und beim Bezahlen im Uhrzeigersinn.
- Kein Marker darf über seinen Höchstwert hinaus oder unter null bewegt werden.
Die entgegengesetzten Bewegungsrichtungen sind kein grafisches Detail. Sie sorgen dafür, dass Produktion und Verbrauch auf demselben Rad miteinander verzahnt bleiben. Kontrolliere die Marker deshalb nach jedem einzelnen Ertrag und nicht erst am Zugende.
Glashütten-Rad und Kantinen-Rad richtig bedienen
Jede Person verwaltet ein Glashütten-Rad und ein Kantinen-Rad. Auf beiden Rädern liegen Marker für einfache und veredelte Rohstoffe. Sobald die beiden dunkel markierten Bereiche eines Rades frei sind, setzt dort automatisch eine Produktion ein. Das Rad wird entsprechend seiner Vorgabe gedreht; dabei werden einfache Rohstoffe verbraucht und veredelte Waren erzeugt.
Die Produktion ist weder freiwillig noch bis zu einem günstigeren Zeitpunkt aufschiebbar. Bleiben die Voraussetzungen nach einer Drehung weiterhin erfüllt, wird erneut produziert, solange das betreffende Rad dies zulässt. Erst wenn keine weitere Drehung möglich ist, wird die laufende Aktion fortgesetzt.
Kohle auf den beiden Rädern
Erhältst du Kohle, musst du den gesamten Ertrag auf eines der beiden Räder legen. Du darfst eine einzelne Kohlebelohnung also nicht zwischen Glashütten-Rad und Kantinen-Rad aufteilen. Beim Bezahlen gilt eine andere Regel: Benötigte Kohle darf aus den Beständen beider Räder stammen.
Proviant verteilen und bezahlen
Proviant ist flexibler. Sowohl beim Erhalt als auch beim Bezahlen darfst du die Menge zwischen den beiden Proviantmarkern verteilen. Diese Verteilung ist eine wichtige taktische Stellschraube, weil sie beeinflusst, welches Rad bald produzieren kann und auf welchem Rad noch Platz für weitere Erträge bleibt.
Beispiel für eine ausgelöste Produktion
Du nutzt einen Handwerker, dessen Belohnung Kohle liefert. Du entscheidest dich, die gesamte erhaltene Kohle auf das Kantinen-Rad zu legen. Durch diese Markerbewegung werden dort die beiden dunkel markierten Bereiche frei. Die Kantine produziert sofort: Das Rad wird gedreht, die angegebenen einfachen Rohstoffe werden verbraucht und du erhältst die daraus entstehenden veredelten Waren, etwa Proviant und Handelsware. Erst nach der vollständigen Produktion ist die Handwerkeraktion beendet.
Das Beispiel zeigt die zentrale Planungsfrage von Black Forest: Eine Belohnung verändert nicht nur den sichtbaren Bestand. Sie kann im selben Moment andere Rohstoffe verbrauchen und neue Waren erzeugen.
Gutshof, Landschaften und Bauwerke entwickeln
Der persönliche Gutshof begrenzt, welche Elemente du unterbringen kannst und wie dein Ausbau zusammenwirkt. Wälder und Landschaftsplättchen verändern die nutzbare Auslage; kleine und große Bauwerke benötigen geeignete Plätze und die aufgedruckten Rohstoffe. Tiere ergänzen den Hof und können für Effekte oder die Wertung bedeutsam sein.
Beim Bauen sind drei Angaben getrennt zu prüfen:
- Ist ein passender Bauplatz vorhanden?
- Kannst du die aufgedruckten Kosten vollständig bezahlen?
- Löst das Bauwerk einen Soforteffekt, eine dauerhafte Wirkung oder einen Wertungseffekt aus?
Ein günstiges Gebäude ist nicht automatisch die bessere Wahl. Ein dauerhaft nutzbarer Produktionseffekt kann über mehrere Züge wertvoller sein, während ein Bauwerk mit Soforteffekt nur dann überzeugt, wenn der Ertrag in die gegenwärtige Rohstofflage passt. Gebäude mit Wertungseffekten benötigen wiederum eine passende Auslage; ohne die geforderten Landschaften, Tiere oder anderen Elemente bleiben ihre Punkte begrenzt.
Aufträge solltest du ähnlich betrachten. Prüfe nicht allein die Belohnung, sondern auch, ob ihre Anforderungen zu deiner ohnehin geplanten Entwicklung passen. Ein Auftrag, der einen vollständigen Richtungswechsel erzwingt, bindet häufig mehr Aktionen und Rohstoffe, als sein Ertrag ausgleicht.
Rundenende und Wertung
Black Forest endet nach der in der Regel festgelegten Zahl von Spielabschnitten. Für die Endwertung werden die auf Bauwerken, Aufträgen und weiteren wertungsrelevanten Bestandteilen angegebenen Punkte beziehungsweise Bedingungen ausgewertet. Variable Wertungen werden nur erfüllt, wenn die geforderten Elemente tatsächlich in der eigenen Auslage vorhanden sind.
Da einzelne Plättchen eigene Wertungsbedingungen tragen, gibt es keine allgemeine Ersatzformel für sämtliche Partien. Arbeite die Bereiche der persönlichen Auslage nacheinander ab und notiere Zwischensummen, damit kein Auftrag oder Gebäude doppelt gezählt wird. Die Person mit der höchsten Gesamtpunktzahl gewinnt; die Gleichstandsregel richtet sich nach der verwendeten deutschen Regelauflage und sollte vor der ersten Partie im Abschnitt zur Schlusswertung markiert werden.
Strategietipps für eine stabile Rohstoffwirtschaft
Eine tragfähige Strategie beginnt nicht mit einem einzelnen starken Gebäude, sondern mit dem Rhythmus der beiden Räder. Plane eine Aktion danach, welche Bestände sie nach einer möglichen Produktion hinterlässt.
Vor jeder Belohnung die Folgekosten ansehen
Zähle nicht nur den unmittelbaren Ertrag. Prüfe, ob der neue Rohstoff einen dunkel markierten Bereich freigibt und damit eine Drehung erzwingt. Wird dabei genau das Holz, der Sand oder die Kohle verbraucht, die du für den nächsten Bau benötigst, ist eine andere Aktion möglicherweise sinnvoller.
Die Lagergrenzen als Entscheidungshilfe nutzen
Einfache Rohstoffe können höchstens sieben, veredelte Rohstoffe höchstens drei erreichen. Nähert sich ein Marker seinem Höchstwert, solltest du passende Ausgaben vorbereiten. Andernfalls kann ein späterer Ertrag nicht vollständig genutzt werden. Besonders Glas, Proviant und Handelsware benötigen wegen ihrer kleinen Skala eine vorausschauende Verwendung.
Kohle nicht vorschnell zuordnen
Weil erhaltene Kohle vollständig auf ein einziges Rad gelegt werden muss, bestimmt diese Entscheidung häufig den nächsten Produktionszeitpunkt. Lege sie nicht automatisch auf das Rad mit dem niedrigeren Bestand. Maßgeblich ist, welches Rad nach der Bewegung produziert und welche einfachen Rohstoffe dabei verloren gehen beziehungsweise welche veredelten Waren entstehen.
Proviant als Feinsteuerung einsetzen
Die freie Verteilung von Proviant erlaubt es, Engpässe zwischen beiden Rädern auszugleichen. Eine gleichmäßige Aufteilung ist trotzdem nicht immer sinnvoll. Benötigst du Proviant bald für mehrere Ausgaben auf einem bestimmten Rad, kann eine gezielte Konzentration besser sein. Droht dort die Obergrenze, schützt eine Verteilung auf beide Marker vor ungenutztem Ertrag.
Bauwerke als Kombination auswählen
Vergleiche ein Bauwerk nach Kosten, Platzbedarf, unmittelbarer Wirkung, dauerhafter Produktion und Wertung. Gute Kombinationen entstehen, wenn ein frühes Gebäude deine wiederkehrende Rohstoffversorgung verbessert und ein späteres Gebäude genau diese Entwicklung in Punkte umsetzt. Mehrere voneinander unabhängige Wertungspläne erschweren dagegen die effiziente Nutzung deiner Aktionen.
Bei voller Besetzung Ausweichzüge vorbereiten
Mit mehr Personen steigt die Bedeutung der Reihenfolge an den Dörfern und Handwerkern. Lege vor deinem Zug nicht nur eine Wunschaktion fest, sondern auch eine zweite Route, die dieselben benötigten Rohstoffe oder einen passenden Zwischenschritt liefert. So bleibt dein Ausbau handlungsfähig, wenn eine bevorzugte Möglichkeit nicht mehr wie geplant verfügbar ist.
Regelfehler, die den Spielverlauf stark verändern
- Die automatische Produktion wird übersehen oder freiwillig verschoben. Sie muss sofort stattfinden, sobald die Bedingungen erfüllt sind.
- Erhaltene Kohle wird auf beide Räder verteilt. Das ist nur beim Bezahlen erlaubt.
- Proviant wird wie Kohle behandelt. Proviant darf sowohl beim Erhalt als auch beim Bezahlen aufgeteilt werden.
- Ein Rohstoffmarker wird über seinen Höchstwert hinaus bewegt. Einfache Rohstoffe enden bei sieben, veredelte bei drei.
- Ein älterer Anhang überschreibt die Angabe auf einem Plättchen. Bei Abweichungen ist das physische Spielmaterial maßgeblich.
- Nur der sichtbare Baupreis wird betrachtet, ohne Bauplatz und weitere Bedingungen des Gebäudes zu prüfen.
Wer die erste Partie ruhig angeht, sollte nach jeder Rohstoffbewegung kurz beide Räder kontrollieren. Sobald die automatische Produktion sicher sitzt, wird der Ablauf deutlich flüssiger. Der größte strategische Fortschritt entsteht dann durch die Frage, welche Bestände nach der nächsten Drehung übrig bleiben – nicht durch das bloße Sammeln möglichst vieler Waren.
Das wird häufig falsch gespielt
- Kohle nicht vorschnell zuordnen
- Regelfehler, die den Spielverlauf stark verändern
Regelfragen zu diesem Spiel
Welche Rohstoffe es gibt
Die Waren sind in zwei Gruppen aufgeteilt. Zu den einfachen Rohstoffen gehören Brei, Fleisch, Holz, Kohle, Sand, Wasser und Ziegel. Ihre Marker können einen Bestand von null bis sieben anzeigen. Die veredelten Rohstoffe sind Glas, Proviant und Handelsware. Für sie reicht die Skala jeweils von null bis drei. Die niedrigere Obergrenze macht ihre Produktion und Verwendung besonders empfindlich: Ein Ertrag kann teilweise oder vollständig verloren gehen, wenn der betreffende Marker …
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