Bei The Game darfst du einen Kartenstapel ausnahmsweise in die entgegengesetzte Zahlenrichtung fortsetzen, wenn die neue Karte genau 10 Zahlen vom obersten Kartenwert entfernt ist. Auf einem aufsteigenden Stapel legst du also beispielsweise eine 47 auf eine 57. Auf einem absteigenden Stapel funktioniert der Rückwärtsschritt umgekehrt: Eine 57 darf auf einer 47 liegen. Dieser 10er-Schritt ist nur bei genauem Abstand von 10 erlaubt und ersetzt nicht die normale Reihenfolge.
Die Grundidee hinter dem 10er-Schritt
In The Game gibt es vier Reihen: zwei aufsteigende Stapel und zwei absteigende Stapel. Auf den aufsteigenden Stapeln müssen die Zahlen normalerweise grösser werden, auf den absteigenden Stapeln müssen sie kleiner werden. Der besondere 10er-Schritt durchbricht diese Richtung für einen einzelnen Zug und schafft dadurch wieder mehr Platz für Karten.
Der Abstand wird immer zur obersten sichtbaren Karte des jeweiligen Stapels berechnet. Nicht die zuletzt gelegte Karte auf einem anderen Stapel und auch nicht die eigene Handkarte bestimmen die zulässige Differenz. Entscheidend ist nur, welche Karte ganz oben auf der Reihe liegt, auf die du spielen möchtest.
Ein aufsteigender Stapel mit einer 57 erlaubt deshalb nicht nur Karten mit einem höheren Wert. Eine 47 ist ebenfalls zulässig, weil sie genau 10 niedriger ist. Eine 46 oder 48 wäre dagegen auf diesem Weg nicht durch den 10er-Schritt erlaubt.
Aufsteigender Stapel: Zehn zurücklegen
Auf einem aufsteigenden Stapel werden die Werte normalerweise grösser. Die Kartenfolge könnte zum Beispiel 12, 19, 31 und 57 lauten. Nach der 57 darfst du normalerweise nur eine höhere Karte legen. Mit dem Sonderzug ist zusätzlich eine Karte erlaubt, die genau 10 niedriger ist.
- Prüfe den obersten Wert des aufsteigenden Stapels.
- Ziehe von diesem Wert 10 ab.
- Lege die Karte mit diesem Ergebnis auf den Stapel, falls sie in deiner Hand liegt.
- Behandle den neue oberste Kartenwert danach als Ausgangspunkt für den weiteren Zug.
Liegt oben eine 57, ist die 47 die passende Rückwärtskarte. Liegt oben eine 83, darfst du eine 73 verwenden. Bei einer 20 wäre eine 10 der passende 10er-Schritt, sofern diese Karte vorhanden ist und nicht durch eine andere Regel der verwendeten Ausgabe ausgeschlossen wird.
Nach dem Legen liegt die niedrigere Karte oben. Der Stapel bleibt trotzdem ein aufsteigender Stapel. Du drehst die Reihe also nicht dauerhaft um und darfst danach nicht beliebige niedrigere Werte anlegen. Der Rückwärtsschritt ist eine einzelne erlaubte Ausnahme innerhalb der aufsteigenden Reihe.
Absteigender Stapel: Zehn zurück nach oben
Auf einem absteigenden Stapel werden die Zahlen normalerweise kleiner. Der Sonderzug läuft hier in die andere Richtung als beim aufsteigenden Stapel: Du darfst eine Karte genau 10 Zahlen über dem aktuellen obersten Wert legen.
Zeigt der Stapel oben eine 47, ist eine 57 erlaubt. Bei einer 68 wäre eine 78 der passende Rückwärtsschritt. Die normale Abwärtsrichtung wird dadurch nicht dauerhaft verändert; nach dem Zug bleibt der Stapel ein absteigender Stapel.
- Lies den obersten Wert des absteigenden Stapels ab.
- Addiere 10 zu diesem Wert.
- Vergleiche das Ergebnis mit den Karten auf deiner Hand.
- Lege die Karte mit genau diesem Wert auf die Reihe, wenn sie verfügbar ist.
Eine Karte mit einem Abstand von 9 oder 11 zählt nicht als 10er-Schritt. Auch eine Karte, die zwar in die allgemeine Abwärtsrichtung passt, aber nicht genau 10 höher liegt, ist keine Rückwärtskarte. Sie kann jedoch möglicherweise nach der normalen Regel gespielt werden, wenn ihr Wert niedriger als der oberste Kartenwert ist.
Der Abstand wird immer exakt geprüft
Der 10er-Schritt ist keine allgemeine Erlaubnis, die Reihenfolge nach Gefühl zu verändern. Es zählt ausschliesslich die Differenz zwischen den beiden Kartenwerten. Bei einem aufsteigenden Stapel mit der 62 sind daher sowohl höhere Karten nach der normalen Regel als auch die 52 als Sonderzug möglich. Die 51 und die 53 erfüllen die Sonderregel nicht.
Merksatz: Aufwärtsstapel erlauben zehn weniger, Abwärtsstapel zehn mehr. Der Abstand muss immer genau 10 betragen.
Bei der Prüfung solltest du zuerst die Richtung des Stapels feststellen und erst danach die Differenz berechnen. So vermeidest du den häufigen Fehler, den 10er-Schritt bei beiden Stapelarten gleich anzuwenden.
Wann darf die Karte gelegt werden?
Die Sonderregel gilt während deines normalen Zuges, sobald du eine Karte auf einen passenden Stapel legen möchtest. Sie ist keine zusätzliche Aktion ausserhalb des Zugablaufs. Du musst die Karte also aus deiner Hand spielen und sie nach dem Ablegen auf dem Stapel liegen lassen.
Wie viele Karten du in deinem Zug spielen musst und wann du neue Karten nachziehst, richtet sich nach der Regel der verwendeten Ausgabe von The Game. Der 10er-Schritt verändert diese Vorgaben nicht. Er macht lediglich eine bestimmte Karte auf einem bestimmten Stapel spielbar.
Wenn du mehrere Karten nacheinander auf denselben Stapel legst, wird nach jedem Zug die neue oberste Karte geprüft. Eine Rückwärtskarte kann dadurch eine weitere normale Karte ermöglichen. Beispiel: Oben liegt eine 57, du legst die 47 als 10er-Schritt. Anschliessend kannst du eine höhere Karte als 47 auf diesen aufsteigenden Stapel legen, sofern sie die normale Reihenfolge erfüllt.
Ein Zug mit mehreren Karten
Die Reihenfolge der gelegten Karten ist entscheidend. Eine Karte, die am Anfang deines Zuges nicht passend wirkt, kann nach einem 10er-Schritt spielbar werden. Umgekehrt kann eine zunächst mögliche Karte den Stapel so verändern, dass eine gewünschte Folge danach nicht mehr funktioniert.
Angenommen, auf einem aufsteigenden Stapel liegt die 70. In deiner Hand befinden sich die 60, 64 und 75. Die 60 passt als exakter Rückwärtsschritt. Nach ihrem Ablegen liegt die 60 oben, sodass die 64 und 75 anschliessend nach der normalen Aufwärtsregel geprüft werden können. Die 64 wäre in dieser Folge höher als 60 und damit grundsätzlich anschliessbar; die 75 ebenfalls.
Du musst nicht automatisch die Karte mit dem grössten möglichen Nutzen zuerst spielen. Prüfe, ob eine Karte als 10er-Schritt einen Stapel für mehrere weitere Karten öffnet. Dabei ist auch die gemeinsame Planung wichtig, weil Mitspieler Kartenwerte benötigen können, die nur noch auf einem bestimmten Stapel unterzubringen sind.
Der 10er-Schritt ist keine Stapelumkehr
Eine einzelne Rückwärtskarte ändert die Richtung des Stapels nicht. Das ist der wichtigste Unterschied zwischen einem erlaubten 10er-Schritt und einer echten Umkehrung. Auf einem aufsteigenden Stapel darfst du nach dem Ablegen einer niedrigeren Karte nicht einfach weiter sinkende Werte spielen.
Beispiel: Auf dem aufsteigenden Stapel liegt eine 57. Du legst die 47 als Sonderzug. Danach wäre eine 50 nach der normalen Regel erlaubt, weil 50 höher als 47 ist. Eine 40 wäre nicht erlaubt, obwohl sie ebenfalls niedriger als der ursprüngliche Wert 57 ist. Nur eine Karte genau 10 unter dem aktuellen obersten Wert könnte wieder als Rückwärtsschritt dienen.
Dasselbe gilt für den absteigenden Stapel. Nach einer 57 auf einer 47 darfst du wieder eine niedrigere Karte als 57 legen. Eine weitere höhere Karte ist nur dann als Sonderzug möglich, wenn sie genau 10 über dem neuen obersten Wert liegt.
Typische Fehlentscheidungen beim 10er-Schritt
- Die falsche Richtung verwenden: Auf einem aufsteigenden Stapel brauchst du den Wert minus 10, auf einem absteigenden Stapel den Wert plus 10.
- Den Abstand nur ungefähr nehmen: 9 oder 11 Zahlen Abstand reichen nicht aus.
- Die falsche Karte vergleichen: Massgeblich ist die oberste Karte des Zielstapels, nicht die letzte Karte, die du irgendwo gespielt hast.
- Eine dauerhafte Umkehr annehmen: Nach dem Sonderzug gelten weiterhin die Regeln des ursprünglichen Stapeltyps.
- Die Reihenfolge ignorieren: Bei mehreren Karten zählt der jeweils neu entstandene oberste Kartenwert.
Wenn am Tisch Uneinigkeit entsteht, legt zunächst die oberste Karte offen neben den Stapel und rechnet den Abstand aus. Diese Prüfung klärt die meisten Fälle ohne weitere Diskussion. Bei abweichenden Regeltexten sollte zusätzlich die Anleitung der eigenen Ausgabe herangezogen werden.
So nutzt du den Sonderzug sinnvoll
Der 10er-Schritt ist besonders wertvoll, wenn ein Stapel sonst nur wenige Anschlussmöglichkeiten bietet. Er kann einen ungünstigen Kartenwert zurücksetzen und dadurch mehrere Karten aus der Hand wieder verwendbar machen. Trotzdem sollte die Karte nicht allein deshalb gespielt werden, weil sie gerade erlaubt ist.
Vor dem Zug lohnt sich ein kurzer Blick auf alle vier Stapel. Frage dich, auf welchem Stapel der Sonderzug den grössten Raum für weitere Karten schafft und welche Reihen ein Mitspieler später noch braucht. Eine Rückwärtskarte kann ein gemeinsamer Vorteil sein, wenn sie den Stapel in einen Bereich bringt, der für mehrere Handkarten nützlich ist.
Besonders sorgfältig solltest du vor dem letzten notwendigen Zug einer Runde planen. Dann kann eine schlecht gewählte Reihenfolge dazu führen, dass eine wichtige Anschlusskarte nicht mehr auf den passenden Stapel gelegt werden kann. Der Sonderzug bleibt zwar verfügbar, aber sein Nutzen hängt vom neuen obersten Wert und von den Karten in den Händen aller Beteiligten ab.
Ausgabe und Erweiterung berücksichtigen
The Game ist in verschiedenen Ausgaben und Varianten erhältlich. Grundprinzipien können übereinstimmen, während sich Einzelheiten zu Aufbau, Handkarten, Zugpflicht oder Erweiterungskarten unterscheiden. Die 10er-Regel darf deshalb nicht automatisch auf eine Variante übertragen werden, wenn dort zusätzliche Karten oder geänderte Stapelregeln gelten.
Spielt ihr mit einer Erweiterung, prüft vor dem Start, ob sie eigene Regeln für Zahlenreihen oder zusätzliche Ablagestapel vorgibt. Der 10er-Schritt darf nur dort angewendet werden, wo der Regeltext ihn vorsieht. Eine selbst gewählte Abweichung ist möglich, sollte aber als Hausregel vereinbart werden, bevor die erste Partie beginnt.
Für eine klare Runde reicht meist folgende gemeinsame Festlegung: Bei einem Aufwärtsstapel ist genau 10 weniger erlaubt, bei einem Abwärtsstapel genau 10 mehr. Danach wird der neue Kartenwert normal weiterverwendet. So bleibt für alle nachvollziehbar, weshalb eine Karte gelegt werden durfte.
Häufige Fragen zum 10er-Schritt in The Game
Darf ich den 10er-Schritt auch nutzen, wenn eine normale Ablage möglich ist?
Ja, der 10er-Schritt ist eine zusätzliche erlaubte Möglichkeit während deines normalen Zuges und nicht nur ein Notzug. Du kannst zwischen einer normalen Ablage und dem exakten 10er-Schritt wählen, sofern beide Karten und Stapelregelungen passen.
Kann dieselbe Karte auf mehreren Stapeln als 10er-Schritt passen?
Das ist möglich, wenn die Karte zu den obersten Werten mehrerer Stapel jeweils den passenden Abstand und die richtige Richtung hat. Prüfe deshalb jeden infrage kommenden Stapel einzeln und entscheide anschließend, wo die Karte für den weiteren Spielverlauf am nützlichsten ist.
Was passiert, wenn ich eine passende Rückwärtskarte nicht erkenne?
Die Karte bleibt in deiner Hand, solange du sie nicht als zulässigen Spielzug erkennst und ausspielst. Vor jeder Ablage lohnt sich daher der Vergleich mit dem obersten Wert aller vier Reihen, damit keine mögliche 10er-Verbindung übersehen wird.
Gilt der 10er-Schritt auch für Kartenwerte am Rand des Zahlenbereichs?
Entscheidend ist nicht die Lage des Werts im Zahlenbereich, sondern ob die benötigte Karte tatsächlich vorhanden ist und der Abstand genau 10 beträgt. Führt die Rechnung zu einem Wert, der in der verwendeten Ausgabe nicht vorkommt, entsteht daraus keine spielbare Rückwärtskarte.
Kann eine Erweiterung den 10er-Schritt von The Game verändern?
Ja, eine Erweiterung oder spezielle Ausgabe kann eigene Regeln für Stapel und Kartenwirkungen enthalten. Maßgeblich ist daher der Regeltext der Version, mit der ihr spielt; eine abweichende Anwendung sollte vor der Partie ausdrücklich als Hausregel vereinbart werden.