Bei The Old King’s Crown entscheidet nicht nur der erste Spielzug über den Verlauf einer Partie. Wichtig ist vor allem, dass du die Reihenfolge von Aufbau, Kartenwahl, Aktionen und Wertung sauber einhältst. Da sich Einzelheiten je nach Ausgabe, Szenario oder verwendeter Erweiterung unterscheiden können, solltest du bei Kartenwirkungen und Sonderfällen immer die beiliegende Regelversion deines Spiels heranziehen.
Dieser Überblick hilft dir, eine Partie systematisch vorzubereiten, die wichtigsten Regelbereiche einzuordnen und typische Fehler zu vermeiden. Die genaue Bedeutung einzelner Karten darfst du nicht aus dem Namen einer Karte ableiten: Entscheidend ist stets der gedruckte Kartentext.
Worum geht es bei The Old King’s Crown?
Im Mittelpunkt steht der Kampf um die Vorherrschaft nach dem Ende einer alten königlichen Ordnung. Du versuchst, deine eigene Macht auszubauen, Einfluss zu sichern und die Bedingungen der Schlusswertung besser zu erfüllen als die anderen Beteiligten. Dabei reicht es nicht, einzelne Gebiete oder Karten isoliert zu betrachten. Entscheidend ist, wie deine Entscheidungen über mehrere Runden hinweg zusammenwirken.
Ein guter Zug kann dir kurzfristig einen Vorteil verschaffen, zugleich aber Ressourcen, Handkarten oder Handlungsmöglichkeiten für die nächste Runde kosten. Deshalb solltest du vor jeder Aktion prüfen, ob du gerade einen unmittelbaren Gewinn brauchst oder ob eine Vorbereitung für die spätere Wertung sinnvoller ist.
Spielmaterial und Ausgabe zuerst prüfen
Lege vor dem Aufbau alle Karten und Plättchen getrennt voneinander aus. Falls dein Exemplar mit einer Erweiterung, einem Szenarioheft oder mehreren Regelmodulen geliefert wurde, sortierst du diese Inhalte zunächst aus. Beginne für die erste Partie mit dem Grundspiel und füge zusätzliche Module erst hinzu, wenn die grundlegenden Abläufe sicher sitzen.
Besonders wichtig sind dabei folgende Prüfungen:
- Vergleiche die Bezeichnungen im Regelheft mit den Symbolen auf Spielplan und Karten.
- Lege Karten mit gleichem Rückseitenmotiv in denselben Stapel.
- Sortiere Startmaterial, allgemeine Karten und fraktions- oder spielerspezifische Karten getrennt.
- Prüfe, ob ein Szenario eine eigene Vorbereitung oder eine abweichende Startverteilung verlangt.
Fehlt ein Plättchen oder ist eine Karte nicht eindeutig zuzuordnen, solltest du die Partie nicht einfach mit einer selbst erfundenen Ersatzregel beginnen. Notiere die betroffene Komponente und vergleiche sie mit der offiziellen Materialliste deiner Ausgabe.
Der Aufbau in der richtigen Reihenfolge
Lege den Spielplan oder die zentrale Spielfläche in die Mitte des Tisches. Achte darauf, dass alle Bereiche, Symbole und Ablagefelder erreichbar bleiben.
Bereite allgemeine Kartenstapel und offene Kartenbereiche so vor, wie es das Regelheft für das gewählte Szenario vorgibt. Gemischte und getrennte Stapel dürfen nicht vertauscht werden.
Jede Person wählt eine zulässige Fraktion oder erhält sie nach der vorgesehenen Reihenfolge. Danach nimmt sie das zugehörige Material und legt es sichtbar vor sich ab.
Verteile Startkarten, Marker und sonstige Anfangsressourcen. Halte verdeckte Informationen auf der Hand oder hinter dem eigenen Spielbereich, während offene Werte für alle sichtbar bleiben.
Bestimme die Startperson nach der Regel des verwendeten Szenarios. Die Startperson wird nicht automatisch durch die Sitzordnung festgelegt.
Führe alle Vorbereitungsaktionen aus, die ausdrücklich vor dem ersten Zug stattfinden. Erst danach beginnt die erste reguläre Runde.
Dieser Ablauf verhindert, dass eine Karte bereits vor dem eigentlichen Spielbeginn ausgelöst wird. Falls eine Vorbereitungskarte eine sofortige Wirkung hat, wird sie nur dann abgehandelt, wenn der Kartentext oder das Regelheft diesen Zeitpunkt nennt.
So läuft eine Spielrunde ab
Eine Runde besteht aus mehreren klar getrennten Abschnitten. Die genaue Benennung kann in deiner Ausgabe anders lauten, die Reihenfolge bleibt für die Auswertung jedoch entscheidend. Zuerst werden allgemeine Rundeneffekte abgehandelt. Danach folgen die Aktionen der Spielenden. Am Ende werden offene Effekte, Handkarten oder Marker nach den jeweiligen Regeln geprüft.
Während deines Zuges solltest du nicht mehrere Schritte gleichzeitig ausführen. Nimm zunächst die gewählte Karte, Aktion oder Option in Anspruch. Bezahle danach die geforderten Kosten und führe erst dann die Wirkung aus. Wird ein Ziel benötigt, muss es in dem Moment gültig sein, in dem die Aktion erklärt wird.
Ein sauberer Zug lässt sich meist so prüfen:
Welche Aktion oder Karte wählst du?
Welche Kosten oder Einschränkungen gelten?
Welches Ziel ist erlaubt?
Welche Wirkung wird sofort ausgeführt?
Welche Marker, Karten oder offenen Effekte verändern sich danach?
Wenn eine Karte einen zusätzlichen Zug, eine weitere Auswahl oder eine Reaktion erlaubt, wird dieser Effekt nur im angegebenen Zeitfenster ausgeführt. Ein ausgelöster Effekt bleibt nicht automatisch bis zum Ende der Runde verfügbar.
Karten richtig lesen und ausführen
Karten sind häufig der Bereich, in dem Streitfragen entstehen. Lies den Text deshalb von oben nach unten und beachte zuerst Bedingungen, dann Kosten und anschließend die Wirkung. Ein Symbol kann eine Voraussetzung, eine Ressource oder ein Ziel kennzeichnen. Die Bedeutung ergibt sich aus der Symbolübersicht und dem Zusammenhang im Regelheft.
Eine Karte mit einer Bedingung darfst du nicht spielen, wenn diese Bedingung erst durch die Karte selbst erfüllt würde, sofern der Text keinen solchen Ablauf erlaubt. Ebenso darfst du eine bereits bezahlte Ressource nicht zurücknehmen, nur weil ein späterer Teil der Wirkung kein gültiges Ziel mehr findet.
Bei widersprüchlich wirkenden Kartentexten gilt grundsätzlich die speziellere Regel gegenüber der allgemeinen Regel. Ein Szenario kann wiederum eine allgemeine Grundregel für diese Partie verändern. Wenn zwei Karten gleichzeitig ausgelöst werden, entscheidet die vorgesehene Prioritäts- oder Zugreihenfolge; fehlt eine solche Angabe, sollte die betreffende Ausgabe des Regelhefts geprüft werden.
Ein Zug mit mehreren Entscheidungen
Angenommen, du darfst zunächst eine Karte auswählen und anschließend eine Wirkung auf ein erlaubtes Gebiet anwenden. Dann legst du dich zuerst auf die Karte fest. Erst wenn ihre Kosten bezahlt und ihre Bedingungen erfüllt sind, bestimmst du das Ziel. Ein Gebiet, das durch einen vorherigen Effekt seinen Status verändert hat, kann dadurch für den zweiten Schritt ungültig werden.
Für die Runde bedeutet das: Nicht jede Karte sollte automatisch sofort eingesetzt werden. Eine Karte mit starkem Einmaleffekt kann besser aufgehoben sein, wenn später eine entscheidende Wertung oder ein Konflikt bevorsteht. Umgekehrt kann eine ungenutzte Handkarte wertlos werden, wenn das Spielende näher rückt oder eine Handkartenbegrenzung greift.
Ressourcen, Einfluss und Gebietskontrolle
Verwalte deine Ressourcen getrennt nach ihrer Funktion. Ein Marker für Einfluss ist nicht automatisch dasselbe wie eine allgemeine Ressource, selbst wenn beide auf dem Spielplan oder im Vorrat ähnlich aussehen. Verwende eine Ressource nur für die Kosten, die im Kartentext oder in der Regel ausdrücklich genannt werden.
Bei umkämpften Gebieten solltest du zwischen Besitz, Präsenz und Mehrheiten unterscheiden. Eine Figur auf einem Gebiet bedeutet nicht zwingend, dass dieses Gebiet dauerhaft kontrolliert wird. Manche Effekte verändern die Kontrolle sofort, andere prüfen sie erst bei einer Wertung. Entferne oder verschiebe Marker deshalb nicht vorzeitig, wenn die Regeln eine spätere Prüfung vorsehen.
Für deine Planung hilft eine einfache Einteilung:
- Sofortiger Nutzen: Die Aktion verändert die aktuelle Spielsituation unmittelbar.
- Vorbereitung: Die Aktion verbessert eine spätere Auswahl, Wertung oder Reaktion.
- Absicherung: Die Aktion verhindert, dass eine andere Person einen wichtigen Vorteil erhält.
Welche Kategorie wichtiger ist, hängt vom Szenario und vom Stand der Partie ab. Eine allgemeine Rangfolge gibt es nicht.
Wertung und Spielende
Die Wertung darf erst durchgeführt werden, wenn der dafür vorgesehene Zeitpunkt erreicht ist. Prüfe zunächst, ob das Spielende durch eine Karte, einen leeren Stapel, eine bestimmte Anzahl an Runden oder eine andere Bedingung ausgelöst wird. Danach werden laufende Effekte und Endbedingungen in der festgelegten Reihenfolge abgehandelt.
Bei mehreren Wertungsbedingungen solltest du jede Bedingung einzeln prüfen. Ein Vorteil aus einer Kategorie wird nicht automatisch auf eine andere Kategorie übertragen. Ebenso zählt ein Marker nur dann, wenn er sich am Wertungszeitpunkt noch im dafür vorgesehenen Bereich befindet.
Notiere bei der ersten Partie die einzelnen Wertungsschritte. Das ist besonders hilfreich, wenn offene Mehrheiten, geheime Karten und zusätzliche Endeffekte zusammentreffen. Erst nachdem alle Werte ermittelt wurden, steht das Ergebnis fest.
Häufige Regelfehler vermeiden
Eine Karte wird gespielt, obwohl ihre Voraussetzung erst später erfüllt ist.
Kosten werden nach der Wirkung bezahlt, obwohl die Regel eine Zahlung vorher verlangt.
Ein einmaliger Effekt wird mehrfach genutzt, weil die Karte nicht aus dem aktiven Bereich entfernt oder gedreht wurde.
Gebietskontrolle wird dauerhaft angenommen, obwohl sie nur bei einer Wertung überprüft wird.
Erweiterungsregeln werden mit dem Grundspiel vermischt, obwohl das Szenario sie nicht verwendet.
Eine Hausregel wird nach einigen Partien als offizielle Regel behandelt.
Bei einer Unklarheit hältst du die Partie kurz an, liest die betreffende Regelstelle vollständig und prüfst die verwendete Ausgabe. Wenn die Frage danach offenbleibt, darf die Gruppe eine Hausregel festlegen. Kennzeichnet sie aber als Gruppenentscheidung und wendet sie innerhalb derselben Partie einheitlich an.
Eine gute Vorgehensweise für die erste Partie
Für die erste Runde ist es sinnvoll, nicht alle möglichen Sondermodule gleichzeitig einzusetzen. Bereite das Grundspiel vollständig vor und erkläre zuerst Ziel, Aufbau, Zugreihenfolge und Spielende. Einzelne Kartenwirkungen erklärst du am besten in dem Moment, in dem sie erstmals relevant werden.
Halte die Regelübersicht griffbereit und lege abgehandelte Karten so ab, dass ihre Nutzung nachvollziehbar bleibt. Nach der Partie kannst du prüfen, welche Abläufe häufig nachgeschlagen wurden. Genau diese Stellen solltest du vor der nächsten Runde markieren, statt während des Spiels aus dem Gedächtnis zu entscheiden.
Wenn eine neue Ausgabe, Übersetzung oder Erweiterung verwendet wird, vergleiche deren Begriffe mit dem Material am Tisch. Schon eine abweichende Bezeichnung kann anzeigen, dass ein anderes Szenario oder eine andere Kartenfassung vorliegt.
Fragen und Antworten zu The Old King’s Crown
Was passiert, wenn eine Karte mehrere Bedingungen enthält?
Prüfe alle im Kartentext genannten Bedingungen, bevor du die Karte ausspielst oder ihre Wirkung abhandelst. Sind sie nicht vollständig erfüllt, darf die Karte nur dann verwendet werden, wenn der Text ausdrücklich eine teilweise Ausführung erlaubt.
Wie werden gleichzeitig ausgelöste Effekte bei The Old King’s Crown abgehandelt?
Halte dich zuerst an eine angegebene Priorität, Zugreihenfolge oder Szenarioregel. Fehlt eine solche Vorgabe, solltest du die entsprechende Regelstelle deiner Ausgabe prüfen, statt die Reihenfolge aus dem Kartennamen oder einer eigenen Vermutung abzuleiten.
Darf eine bereits bezahlte Karte zurückgenommen werden?
Das hängt davon ab, ob der Kartentext oder die allgemeine Regel eine Rücknahme erlaubt. Sobald Kosten bezahlt und die Wirkung begonnen wurde, solltest du den Zug nicht rückgängig machen, nur weil das gewählte Ziel anschließend ungültig wird.
Was gilt, wenn eine Karte und das Szenario unterschiedliche Regeln nahelegen?
Eine spezielle Szenarioregel kann eine allgemeine Grundregel für diese Partie verändern. Der gedruckte Kartentext bleibt jedoch maßgeblich für die konkrete Kartenwirkung, sofern das Szenario nicht ausdrücklich eine andere Auslegung vorgibt.
Wann darf eine ungenutzte Handkarte noch für die Schlusswertung zählen?
Das richtet sich ausschließlich nach den Wertungsregeln deiner Ausgabe und dem verwendeten Szenario. Prüfe deshalb, ob Handkarten tatsächlich gewertet werden und ob eine Handkartenbegrenzung oder ein vorheriger Ablagestep die Karte bereits betrifft.
Wie entscheidet man einen Streitfall bei einer unklaren Übersetzung?
Vergleiche zunächst den Kartentext mit der Symbolübersicht und der Regelversion, die zu deiner Ausgabe gehört. Bleibt die Bedeutung offen, legt die Gruppe eine einheitliche Hausregel für die laufende Partie fest und kennzeichnet sie anschließend als nicht bestätigte offizielle Regel.
Kann man eine Erweiterung von The Old King’s Crown direkt in der ersten Partie verwenden?
Das ist nur sinnvoll, wenn das Regelheft der Erweiterung keine Vorkenntnisse oder besondere Vorbereitung voraussetzt. Für eine klare erste Partie solltest du zunächst das Grundspiel verwenden und zusätzliche Module erst danach einzeln ergänzen, damit ihre Auswirkungen eindeutig bleiben.