Spielregeln für Carcassonne: Die Schafe und Hügel

Lesedauer: 16 Min – Beitrag erstellt: 11. Mai 2026, zuletzt aktualisiert: 11. Mai 2026

Diese Erweiterung bringt Schafe, Wölfe und neue Landschaftsplättchen ins Spiel und verändert taktische Entscheidungen spürbar. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie die neuen Elemente funktionieren, wie sie gewertet werden und wie sie sich mit dem Grundspiel und anderen Ergänzungen kombinieren lassen.

Nach der Lektüre kannst du die neuen Plättchen regelkonform einsetzen, den Schäfer korrekt verwenden, Weiden sicher werten und typische Spielsituationen eindeutig auflösen.

Überblick: Was diese Erweiterung verändert

Mit den zusätzlichen Plättchen kommen drei zentrale Elemente ins Spiel: Schäfer mit Schafherde, Wölfe, die Herden bedrohen, und Hügel, die bei Mehrheiten entscheiden. Alle greifen in bereits bekannte Mechanismen ein, ohne das Grundprinzip des Spiels zu verändern.

Wird ein Schäfer eingesetzt, entsteht an einer Wiese eine Herde, die im Laufe der Partie wachsen oder abrupt enden kann. Gleichzeitig legen Hügel fest, welche Figur bei Gleichstand in einer Stadt, Straße oder Wiese die Oberhand behält. Dadurch verschiebt sich die Bedeutung einiger Positionen, die im Grundspiel unscheinbar wirkten.

Benötigtes Material und Vorbereitung

Neue Plättchen und Figuren

Die Erweiterung bringt zusätzliche Landschaftsplättchen und eine spezielle Figur pro Farbe ins Spiel. Die Anzahl der regulären Gefolgsleute aus dem Grundspiel bleibt unverändert, sie werden jedoch durch eine neue Figur ergänzt.

  • Mehrere Landschaftsplättchen mit Schafs- und Wolfsymbolen auf Wiesen
  • Landschaftsplättchen mit einem kleinen Hügel-Symbol in der Mitte
  • Für jede Spielerfarbe eine Schäferfigur (meist rundlich oder klar von den normalen Meeples unterscheidbar)
  • Schafplättchen, die verdeckt gemischt werden

Alle neuen Landschaftsplättchen werden mit den Plättchen des Grundspiels zu einem gemeinsamen Vorrat gemischt. Die Schäfer bleiben vor den Spielern liegen, bis sie eingesetzt werden. Die Schafplättchen werden gemischt und als verdeckter Stapel bereitgelegt.

Schrittweise Vorbereitung

  1. Alle Landschaftsplättchen des Grundspiels und dieser Erweiterung mischen und zu mehreren Zugstapeln bereitlegen.
  2. Die Startlandschaft aus dem Grundspiel wie gewohnt auslegen.
  3. Jeder erhält seine gewählte Farbe mit den normalen Gefolgsleuten und zusätzlich die Schäferfigur dieser Farbe.
  4. Schafplättchen mischen und als verdeckten Vorrat neben den Zugstapeln bereitlegen.

Die Reihenfolge der Spieler, die Punkteleiste und alle anderen Elemente bleiben wie im Grundspiel. Nur die neuen Symbole und die Sonderfigur kommen hinzu.

Anleitung
1Alle Landschaftsplättchen des Grundspiels und dieser Erweiterung mischen und zu mehreren Zugstapeln bereitlegen.
2Die Startlandschaft aus dem Grundspiel wie gewohnt auslegen.
3Jeder erhält seine gewählte Farbe mit den normalen Gefolgsleuten und zusätzlich die Schäferfigur dieser Farbe.
4Schafplättchen mischen und als verdeckten Vorrat neben den Zugstapeln bereitlegen.

Grundablauf eines Zuges mit Erweiterung

Der Zugablauf bleibt in seiner Struktur identisch mit dem Basisspiel: Plättchen ziehen und anlegen, Figur setzen, Wertung durchführen. Die neuen Regeln greifen jeweils an bestimmten Stellen in diesen Ablauf ein.

  1. Ein neues Landschaftsplättchen ziehen.
  2. Das gezogene Plättchen regelgerecht anlegen.
  3. Entscheiden, ob eine Spielfigur gesetzt wird: normaler Gefolgsmann oder an geeigneter Stelle der Schäfer.
  4. Eventuelle Wertungen durchführen: abgeschlossene Straßen, Städte, Klöster oder Wiesenwertungen für Schäfer, wenn der Spieler sich dafür entscheidet.

Wann immer ein Plättchen mit Hügel, Schaf oder Wolf gelegt wird, gelten zusätzliche Sonderregeln, die im Folgenden einzeln erklärt werden.

Der Schäfer und seine Herde

Einsatz des Schäfers

Die Schäferfigur belegt eine Wiese, ähnlich wie ein Gefolgsmann im Grundspiel. Sie wird in einer Zugrunde auf die Wiese des soeben angelegten Plättchens gesetzt, sofern diese Wiese frei von anderen Figuren ist. Ein Schäfer kann nicht auf bereits besetzte Wiesen gestellt werden, auch nicht, wenn sich diese später verbinden.

Der Schäfer zählt nicht als normaler Gefolgsmann und kann daher zusätzlich zu einem Bauern, Wegelagerer oder Ritter auf demselben Plättchen stehen, solange es sich um unterschiedliche Landschaftsteile handelt. Die Figur belegt immer die komplette Wiese, zu der das Feld gehört.

Entstehung der Herde

Sobald ein Schäfer eingesetzt wurde, erhält er sofort Schafe. Dazu zieht der Besitzer Schafplättchen, solange er dies wünscht oder bis ein Wolf erscheint. Diese Plättchen werden offen neben den Schäfer gelegt und bilden seine Herde.

  • Jedes Schafplättchen zeigt eine Anzahl an Tieren, üblicherweise ein oder mehrere Schafe.
  • Wird ein Wolf aufgedeckt, verliert der Schäfer seine komplette Herde, und alle Schafplättchen werden aus dem Spiel entfernt.
  • Nach dem Aufdecken eines Wolfes endet das Ziehen sofort, auch wenn zuvor erst wenige Schafe gesammelt wurden.

Der Schäfer verbleibt auf der Wiese, auch wenn die Herde durch einen Wolf verloren ging. Er kann in späteren Zügen erneut Schafe erhalten.

Schafe im laufenden Spiel vermehren

In einem späteren eigenen Zug kann der Besitzer erneut Schafplättchen aufdecken, um die Herde zu erweitern. Dies ist nur möglich, wenn der Schäfer noch auf der Wiese steht und nicht bereits gewertet wurde. Die Entscheidung, weitere Schafe zu ziehen, trifft der Spieler am Ende seines Zuges, nachdem das neue Plättchen gelegt und eine etwaige Figur gesetzt wurde.

Entscheidet sich der Spieler dafür, die Herde zu vergrößern, zieht er ein Schafplättchen nach dem anderen, legt die Schafe sichtbar neben den Schäfer und hört wieder auf, sobald er zufrieden ist oder ein Wolf erscheint. Das Risiko steigt, je mehr Plättchen bereits aufgedeckt wurden, da noch unbekannt bleibt, wo die Wölfe liegen.

Herde werten und sichern

Statt die Herde wachsen zu lassen, kann sich der Spieler in seinem Zug auch dafür entscheiden, den Schäfer zu werten. Diese Wahl trifft er ebenfalls am Ende seines eigenen Zuges. In diesem Moment zählt er die Schafe seiner Herde, die auf den Plättchen neben der Figur sichtbar sind.

  • Jedes einzelne Schaf bringt einen festen Punktwert.
  • Die Summe der Punkte wird auf der Punkteleiste vorgerückt.
  • Nach der Wertung werden alle Schafplättchen dieses Schäfers aus dem Spiel genommen und der Schäfer kehrt in den Vorrat des Spielers zurück.

Die Wiese selbst muss dafür nicht abgeschlossen sein und kann später erneut mit einem Bauern oder zu einem anderen Zeitpunkt mit dem Schäfer dieser Farbe belegt werden. Wer früh wertet, geht Wölfen aus dem Weg, verzichtet aber auf ein mögliches Wachstum der Herde.

Der Wolf und seine Auswirkungen

Wolf durch Schafplättchen

Die wichtigste Variante des Wolfes entsteht beim Ziehen von Schafplättchen. Sobald das Wolfssymbol aufgedeckt wird, endet das Wachstum der Herde abrupt. Alle bisher gesammelten Schafe dieser Figur werden entfernt, ohne Punktgewinn.

Der Schäfer bleibt bestehen und kann erneut Schafe sammeln, sobald sich der Spieler in einem späteren Zug wieder dafür entscheidet. Der Verlust der Herde bedeutet also keinen dauerhaften Nachteil für die Figur selbst, sondern nur für die bisher angesammelten Punkte.

Wölfe auf Landschaftsplättchen

Einige Landschaftsplättchen zeigen Wolfssymbole auf den Wiesen. Beim Anlegen solcher Plättchen entstehen Bedrohungszonen für bestehende Herden. Steht bereits ein Schäfer auf dieser Wiese, kann eine neue Gefahr auftreten, sobald sich Wiesen verbinden.

Verbinden sich Wiesenbereiche mit einem Wolfssymbol und einem Schäfer, hängt es von den genauen Verlagsregeln dieser Fassung ab, ob eine unmittelbare Auswirkung eintritt oder nur bestimmte Situationen relevant sind. Am Spieltisch sollte im Vorfeld geklärt werden, welche Variante verwendet wird, damit alle Spieler dieselbe Auslegung anwenden.

Hügel und Mehrheiten

Besonderheiten der Hügelplättchen

Plättchen mit Hügel-Symbol unterscheiden sich grafisch durch eine Erhebung in der Mitte. Diese Symbole beeinflussen die Mehrheitsverhältnisse, wenn mehrere Spieler Figuren auf demselben Gebiet haben. Die Grundwertung der Gebiete bleibt jedoch unverändert.

Wer einen Gefolgsmann auf einem Hügel in einer Stadt, Straße oder Wiese platziert, verschafft sich damit einen Vorteil, falls später Gleichstand entsteht. Der Hügel wirkt wie eine erhöhte Position, die bei Unentschieden den Ausschlag gibt.

Platzierung auf Hügeln

Ein Gefolgsmann auf einem Hügel wird nicht auf einen bestimmten Landschaftsteil gesetzt, sondern auf das Hügel-Symbol als solches. Ab diesem Moment zählt er als Figur auf genau dem Gebiet, das von der Mehrzahl des Plättchens bestimmt wird. Die Zuordnung wird bei der Platzierung klar festgelegt.

Entscheidet ein Spieler sich, seinen Gefolgsmann auf einem Hügel zu positionieren, besetzt er trotzdem nur ein einziges Gebiet, nicht mehrere zugleich. Die Figur ist wie gewohnt an diesen einen Bereich gebunden, erhält aber die Vorrangstellung im Falle eines Gleichstands.

Mehrheiten mit Hügeln bestimmen

Kommt es bei der Wertung einer Straße, Stadt oder Wiese zu einem Gleichstand in der Anzahl der Figuren verschiedener Farben, entscheidet die Anwesenheit eines Hügels über die Mehrheit. Hat eine der beteiligten Figuren einen Hügel unter sich, gilt diese Farbe als Sieger, obwohl die Zahl der Figuren identisch ist.

Befinden sich mehrere Figuren verschiedener Spieler auf Hügeln desselben Gebiets, bleibt es beim Gleichstand und alle betroffenen Spieler erhalten Punkte wie normalerweise bei geteilter Mehrheit. Ein Hügel gibt also nur dann den Ausschlag, wenn exakt ein Spieler dort eine Figur eingesetzt hat.

Einsetzen der Figuren im Zusammenspiel mit der Erweiterung

Entscheidung zwischen Schäfer und normalem Gefolgsmann

In jedem Zug bleibt die Wahl auf eine einzige neue Figur beschränkt, außer Sonderregeln anderer Erweiterungen erlauben explizit etwas anderes. Der Spieler muss sich daher entscheiden, ob er den neuen Schäfer oder einen üblichen Gefolgsmann setzt.

Ist ein vielversprechendes Stadt- oder Straßenfeld verfügbar, lohnt sich häufig der klassische Gefolgsmann. Erscheint hingegen eine große Wiese, deren Wert sich voraussichtlich über die Partie steigert, kann sich der Schäfer als langfristige Punktequelle anbieten. Risiko und mögliche Ausbeute sollten dabei gegeneinander abgewogen werden.

Rückkehr der Schäferfigur

Anders als Bauern im Grundspiel kehrt der Schäfer nach seiner Wertung direkt in den Vorrat zurück. Dadurch kann dieselbe Figur im Ablauf eines Spiels mehrfach genutzt werden. Wählt ein Spieler regelmäßig günstige Zeitpunkte zur Wertung, erzielt er so mehrfach Punkte aus verschiedenen Wiesen.

Wird der Schäfer von einem Wolf getroffen und verliert seine Herde, bleibt er auf der Wiese und belegt den Platz, ohne Punkte beizutragen, bis der Besitzer sich zu einem anderen Schritt entscheidet. Ein Entfernen ohne Wertung ist nicht vorgesehen, außer Sonderregeln einer weiteren Ergänzung greifen ein.

Wiesen mit Schäfer, Bauern und Hügeln

Gleichzeitige Anwesenheit mehrerer Figuren

Wiesen können im Ablauf eines Spiels zu komplexen Gebieten anwachsen, auf denen Schäfer, Bauern und sogar mehrere Hügel eine Rolle spielen. Wichtig ist, dass jede Figur eindeutig einer Farbe und einem Gebiet zugeordnet bleibt, auch wenn sich Wiesen über Kanten oder Ecken verbinden.

Treffen Bauern verschiedener Farben auf derselben Wiese zusammen, gelten die üblichen Mehrheiten aus dem Grundspiel. Befindet sich zusätzlich eine Figur auf einem Hügel in diesem Gebiet, hat dieser Spieler einen Vorteil bei Gleichstand, sofern die Wertungsregeln der verwendeten Version dies vorsehen.

Abgrenzung der Funktionen

Der Schäfer wird separat von Bauern gewertet und erhält seine Punkte nicht bei der Schlusswertung der Wiesen. Er zählt nur die Schafe seiner eigenen Herde zu dem Zeitpunkt, an dem der Besitzer freiwillig abrechnet. Bauern hingegen bringen am Ende der Partie Punkte pro angrenzende vollständige Stadt.

Ein Hügel beeinflusst allein die Mehrheitsverhältnisse und ändert nichts an der Art der Wertung. Er erhöht weder die Anzahl der Schafe noch die Punkte pro Stadt oder Straße. Die Symbolik wirkt ausschließlich auf die Kontrolle der Gebiete, nicht auf deren Grundwert.

Typische Spielsituationen und ihre Auflösung

Risiko einer großen Wiese

Eine weit ausgedehnte Wiese mit vielen offenen offenen Rändern lockt mit der Chance auf viele Städte und eine große Herde. Gleichzeitig steigt bei jedem weiteren gelegten Wiesenplättchen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wolf aufgedeckt oder mit der Landschaft verbunden wird, wenn gemäß Spielvariante Wolfsymbole in die Bedrohung einbezogen werden.

Entscheidet sich ein Spieler dafür, seinen Schäfer früh auf einer solchen Wiese zu positionieren, sollte er regelmäßig überprüfen, ob eine solide Punktzahl erreicht ist. Wer zu lange wartet, läuft Gefahr, durch ein einziges Wolfssymbol alle bisher gesammelten Schafe zu verlieren.

Konflikt um eine Stadt mit Hügel

Gerade große Städte mit mehreren Zugängen werden zu Brennpunkten, sobald auf einem der Plättchen ein Hügel liegt. Setzt ein Spieler seine Figur zuerst dort ein, besitzt er häufig die bessere Ausgangslage, selbst wenn ein anderer Spieler später versucht, mit mehreren Figuren in dieselbe Stadt zu gelangen.

Bei der Wertung entscheidet dann die Kombination aus Anzahl der Figuren und Hügeln: Hat die Farbe mit dem Hügel mindestens ebenso viele Figuren wie der Mitspieler, geht der vollständige Punktgewinn an diesen Spieler. Der Gegner kann höchstens durch eine zusätzliche Figur auf einem eigenen Hügel dieselbe Position erreichen.

Schäfer in einer geteilten Wiese

Manchmal wirkt eine Wiese zu Beginn klein und wird mit der Zeit durch neue Plättchen mit anderen Bereichen verbunden. Hat ein Spieler bereits einen Schäfer dort positioniert, kann er von dieser Entwicklung profitieren, sofern neue Schafplättchen gezogen werden.

Verbinden weitere Plättchen diese Wiese mit anderen Figuren, verändert das nichts an der Zuordnung der Herde zum Schäfer. Die Herde gehört grundsätzlich zu der Figur, danebenliegende Bauern anderer Farben bleiben davon unabhängig und erhalten ihre Wertung regulär am Spielende.

Empfohlene Vorgehensweise für einen Spielzug mit Schäfer

In der Praxis hat sich eine klare Reihenfolge bewährt, um Missverständnisse zu vermeiden. Zuerst wird das neue Plättchen gezogen und angelegt, wobei die Anschlussregeln des Grundspiels beachtet werden. Danach entscheidet der Spieler, ob er einen normalen Gefolgsmann oder den Schäfer setzt.

Steht die Figur, prüft der aktive Spieler, ob ein Gebiet abgeschlossen wurde und sofort gewertet wird. Erst nachdem alle automatischen Wertungen erledigt sind, trifft er die Entscheidung, ob er mit dem Schäfer neue Schafe zieht oder die Herde wertet. Auf diese Weise bleibt klar erkennbar, welche Punkte aus abgeschlossenen Gebieten stammen und welche aus der Herde des Schäfers resultieren.

Taktische Überlegungen im Umgang mit Schafen und Hügeln

Auswahl der geeigneten Wiese

Nicht jede Wiese eignet sich gleichermaßen für den Einsatz des Schäfers. Eine Wiese mit vielen potenziellen Anknüpfungspunkten bietet zwar Raum für Wachstum der Herde, erhöht jedoch auch den Einfluss anderer Spieler und möglicher Wölfe. Eine eher geschlossene Wiese mit wenigen offenen Kanten bringt etwas weniger Wachstumschancen, dafür eine überschaubarere Risikosituation.

Wer früh in der Partie einen Schäfer auf eine aussichtsreiche Wiese setzt, kann über viele Züge hinweg kleine Beträge an Schafplättchen sammeln und zwischendurch sichern. Späte Einsätze richten sich eher an Spieler, die einen schnellen, aber überschaubaren Punkteschub suchen.

Wagnis beim Ziehen von Schafplättchen einschätzen

Der Umgang mit den Schafplättchen erinnert an bekannte Risiko-Entscheidungen aus anderen Spielen. Je mehr Schafplättchen neben der Figur liegen, desto schmerzhafter wäre ein Verlust durch einen Wolf. Gleichzeitig sinkt mit jedem aufgedeckten Nicht-Wolf die Anzahl der verbleibenden Unbekannten, die sich noch im Stapel befinden.

Eine sinnvolle Herangehensweise besteht darin, bei mittlerer Herdengröße zu prüfen, wie weit die führenden Spieler auf der Punkteleiste voraus sind. Wer deutlich zurückliegt, kann versucht sein, ein höheres Risiko zu akzeptieren, während Spieler an der Spitze lieber rechtzeitig werten, um ihre Führung zu stabilisieren.

Hügel gezielt für Mehrheiten nutzen

Hügel sind besonders wertvoll in Gebieten, die erfahrungsgemäß von mehreren Spielern beansprucht werden, etwa bei großen Städten oder langen Straßen. Wer ein solches Gebiet frühzeitig mit einem Gefolgsmann auf einem Hügel belegt, zwingt die Mitspieler dazu, zusätzlichen Aufwand zu betreiben, um dieselbe Kontrolle zu erreichen.

Eine Stadt mit Hügel kann zum Kerngebiet einer ganzen Strategie werden. Gerade im Zusammenspiel mit Wiesen, auf denen Bauern und Schäfer später Punkte erzielen, entstehen dichte Punktcluster, die in der Endwertung entscheidend sind.

Interaktion mit anderen Erweiterungen

Kombination mit weiteren Landschaftselementen

Viele Spieler nutzen mehrere Ergänzungen gleichzeitig, wodurch sich die Anzahl an Symbolen und Spezialregeln auf den Plättchen verdichtet. Grundsätzlich gilt, dass alle Effekte nacheinander abgehandelt werden, in der Reihenfolge, in der sie ausgelöst werden.

Befindet sich auf einem Plättchen beispielsweise sowohl ein Hügel als auch ein anderes Sonderelement, bleibt der Hügel-Effekt bei der Mehrheitsbestimmung gültig, während die übrigen Elemente gemäß ihren jeweiligen Regeln behandelt werden. Der Schäfer bleibt unabhängig von anderen Figuren, die auf derselben Wiese über andere Mechanismen ins Spiel kommen.

Figurenlimit im Blick behalten

Mit jeder Erweiterung steigt die Anzahl möglicher Spezialfiguren, die auf dem Spielplan stehen können. Trotz der zusätzlichen Möglichkeiten bleibt das persönliche Figurenlimit entscheidend. Wer alle normalen Gefolgsleute und den Schäfer gleichzeitig im Einsatz hat, kann in künftigen Zügen keine weitere Figur mehr setzen.

Deshalb lohnt es sich, immer wieder Gebiete gezielt abzuschließen oder Herden rechtzeitig zu werten, um Figuren freizuspielen. Ein Schäfer, der ohne Herde lange auf einer Wiese blockiert, verhindert möglicherweise sinnvollere Einsätze an anderer Stelle.

Regelklarheit am Spieltisch sicherstellen

Vor Spielbeginn offene Fragen klären

Da es verschiedene Editionen und Fassungen geben kann, empfiehlt es sich, vor dem Spielstart kurz die wichtigsten Punkte mit allen Mitspielern durchzusprechen. Dazu gehört vor allem, ab wann Wölfe auf Landschaftsplättchen eine Herde direkt beeinflussen und wie eventuelle Sonderkombinationen mit anderen Ergänzungen gehandhabt werden.

Eine kurze gemeinsame Klärung verhindert spätere Diskussionen, etwa wenn eine Herde plötzlich durch ein neu angelegtes Wolfsplättchen bedroht wird. Sind sich alle Teilnehmer über die Auslegung einig, verläuft die Partie deutlich flüssiger.

FAQ zu Carcassonne Schafe und Hügel

Wie viele Schafe darf ein Schäfer maximal sammeln?

Die Größe einer Herde ist nicht begrenzt, du kannst also beliebig viele Schafe ansammeln. Das Risiko steigt jedoch mit jedem Zug, da ein später aufgedeckter Wolf die gesamte Herde vertreibt und du keine Punkte erhältst.

Was passiert, wenn kein Schaf- oder Wolfplättchen mehr verfügbar ist?

Wenn der Vorrat an Schaf- und Wolfplättchen aufgebraucht ist, darfst du mit deinem Schäfer keine Plättchen mehr ziehen. Du kannst deine Figur dann nur noch durch Werten der Herde zurückholen und die bisher gesammelten Schafe zählen.

Darf ein Schäfer auf eine Wiese mit einem Bauern gestellt werden?

Ja, eine Wiese kann gleichzeitig einen Bauern und einen Schäfer beherbergen, sofern die grundlegenden Platzierungsregeln eingehalten werden. Beide Figuren erfüllen unterschiedliche Aufgaben und werden getrennt gewertet.

Zählt die Hügelregel auch für Wiesen mit Schäfer?

Hügel beeinflussen nur Mehrheiten in Städten und Straßen und nicht die Wertung von Wiesen oder Herden. Ein Schäfer erhält also keinen Mehrheitsvorteil durch einen Hügel, die Herde bleibt davon unberührt.

Wann lohnt es sich, die Herde zu sichern?

Es lohnt sich besonders, wenn bereits mehrere Schafe gesammelt wurden und noch einige Wolfplättchen im Stapel sind. Wer zu lange wartet, riskiert den Verlust der ganzen Herde ohne jegliche Punkte.

Darf ich nach einer gewerteten Herde denselben Schäfer erneut einsetzen?

Ja, nach der Wertung kehrt der Schäfer in deinen Vorrat zurück und kann in späteren Zügen wieder eingesetzt werden. Du setzt ihn dann wie üblich auf eine offene Wiese, auf der noch keine deiner Figuren steht.

Wie wirken Hügel, wenn mehrere Spieler dieselbe Stadt besetzen?

Steht eine Figur auf einem Hügel, zählt sie bei einer Mehrheitsbestimmung so, als wäre sie eine Figur mehr. Bei Gleichstand gewinnt der Spieler mit der Hügelposition die Mehrheit und erhält alle Punkte für dieses Gebiet.

Können mehrere Schäfer auf einer verbundenen Wiese stehen?

Mehrere Schäfer unterschiedlicher Spieler können auf derselben zusammenhängenden Wiese landen, wenn sie über mehrere Züge hinweg zusammengeführt wird. Jeder Spieler verwaltet trotzdem nur die Schafe seiner eigenen Figur auf dieser Wiese.

Was geschieht mit Schafen, wenn die Wiese durch eine Wertung geteilt wird?

Wird eine Wiese durch neu angelegte Plättchen in getrennte Bereiche aufgespalten, bleibt jeder Schäfer auf dem Teil der Wiese, auf dem er steht. Die zugehörige Herde gehört weiterhin nur zu diesem Bereich und wird später separat gewertet.

Kann ein Schäfer nach dem Ziehen eines Wolfplättchens sofort erneut Schafe sammeln?

Nachdem ein Wolfplättchen die Herde vertrieben hat, bleibt der Schäfer auf seiner Wiese stehen. In späteren Zügen kann er erneut versuchen, Schafe zu sammeln, sofern noch passende Plättchen im Vorrat liegen.

Fazit

Die Erweiterung mit Schafen und Hügeln bringt zusätzliche Entscheidungen und ein spürbares Risiko-Ertrags-Spiel auf die Wiesen. Wer den richtigen Moment zum Sichern der Herde findet und Hügel clever für Mehrheiten nutzt, verschafft sich einen deutlichen Vorteil. Mit etwas Planung und Übersicht lässt sich diese Variante problemlos in jede Runde integrieren und sorgt für neue Spannung bis zur Schlusswertung.

Checkliste
  • Mehrere Landschaftsplättchen mit Schafs- und Wolfsymbolen auf Wiesen
  • Landschaftsplättchen mit einem kleinen Hügel-Symbol in der Mitte
  • Für jede Spielerfarbe eine Schäferfigur (meist rundlich oder klar von den normalen Meeples unterscheidbar)
  • Schafplättchen, die verdeckt gemischt werden

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