Carcassonne: Die Pest ist eine Erweiterung für das Grundspiel Carcassonne. Sie ergänzt das bekannte Legespiel um eine neue Spielebene, in der sich eine Seuche über das Spielfeld ausbreitet und den Einfluss von Gefolgsleuten auf Wertungen verändert. Die grundlegenden Regeln von Carcassonne bleiben bestehen, werden jedoch durch zusätzliche Mechanismen erweitert, die Mehrheiten, Wertungen und Planungen deutlich beeinflussen.
Spielziel
Ziel des Spiels ist es, am Ende der Partie mehr Punkte als die Mitspieler zu besitzen. Punkte werden durch das Abschließen von Städten, Straßen, Klöstern und anderen Gebieten erzielt. Die Erweiterung Die Pest verändert dieses Ziel nicht, beeinflusst jedoch, welche Gefolgsleute bei Wertungen berücksichtigt werden. Gefolgsleute, die von der Pest betroffen sind, zählen nicht zur Mehrheitswertung und können keine Punkte erzeugen.
Zusätzliches Spielmaterial
Zusätzlich zum Material des Grundspiels werden folgende Elemente verwendet:
Pestmarker, die die Ausbreitung der Seuche darstellen
Landschaftsplättchen mit Pest-Symbolen
Gegebenenfalls eine Übersichtskarte zur Pestbewegung, abhängig von der Ausgabe
Die Pestmarker gehören keinem Spieler und werden gemeinsam verwaltet.
Spielaufbau
Das Grundspiel Carcassonne wird vollständig aufgebaut. Der Startplättchen wird ausgelegt, alle übrigen Landschaftsplättchen werden verdeckt gemischt und als Nachziehstapel bereitgelegt. Jeder Spieler erhält seine Gefolgsleute in der eigenen Farbe.
Anschließend werden alle Landschaftsplättchen mit Pest-Symbolen in den Nachziehstapel gemischt. Die Pestmarker werden als Vorrat neben dem Spielfeld bereitgelegt. Zu Spielbeginn befindet sich noch keine Pest auf dem Spielfeld.
Ein Startspieler wird bestimmt. Die Spieler führen ihre Züge im Uhrzeigersinn aus.
Grundidee der Pest
Die Pest ist ein spielmechanisches Element, das sich unabhängig von den Spielern ausbreitet. Sie beeinflusst Gebiete, auf denen sie liegt, sowie angrenzende Bereiche. Gefolgsleute, die sich in pestbefallenen Gebieten befinden, gelten als krank und verlieren ihren Einfluss auf Wertungen, bleiben jedoch auf dem Spielfeld.
Die Pest kann sich im Verlauf des Spiels ausbreiten, mehrere Seuchenherde bilden und dauerhaft Gebiete beeinflussen.
Ablauf eines Spielzuges
Der Spielzug folgt weiterhin der bekannten Struktur des Grundspiels, wird jedoch durch zusätzliche Schritte ergänzt, wenn Pest-Plättchen ins Spiel kommen.
Ein Spielzug besteht aus folgenden Schritten:
Ein Landschaftsplättchen wird gezogen und regelkonform an das bestehende Spielfeld angelegt.
Optional kann ein Gefolgsmann auf das neu gelegte Plättchen gesetzt werden.
Abgeschlossene Gebiete werden gewertet.
Zusätzliche Effekte durch die Pest werden abgehandelt, sofern sie ausgelöst wurden.
Pest-Plättchen ins Spiel bringen
Wird ein Landschaftsplättchen mit Pest-Symbol gezogen und angelegt, wird sofort ein Pestmarker auf dieses Plättchen gelegt. Dieses Plättchen gilt ab sofort als Ausgangspunkt der Seuche.
Ein Landschaftsplättchen kann maximal einen Pestmarker tragen. Liegen mehrere Pest-Symbole auf unterschiedlichen Plättchen, entstehen mehrere unabhängige Seuchenherde.
Ausbreitung der Pest
Nach dem Zug eines Spielers wird geprüft, ob sich die Pest ausbreitet. Jeder Pestmarker versucht, sich auf ein angrenzendes Plättchen auszubreiten.
Die Ausbreitung erfolgt orthogonal, also nur über direkt angrenzende Seiten, nicht diagonal. Die Pest breitet sich nur auf Plättchen aus, die noch keinen Pestmarker tragen. Ist keine Ausbreitung möglich, bleibt der Pestmarker an seinem aktuellen Ort.
Die Ausbreitung erfolgt für jeden Pestmarker einzeln. Es gibt keine Begrenzung für die Anzahl der Pestmarker auf dem Spielfeld.
Auswirkungen der Pest auf Gefolgsleute
Befindet sich ein Gefolgsmann auf einem Gebiet, das von der Pest betroffen ist, gilt dieser Gefolgsmann als krank.
Ein kranker Gefolgsmann bleibt auf dem Spielfeld stehen, zählt jedoch nicht für Mehrheiten und erzeugt keine Punkte. Er blockiert das Gebiet nicht, verhindert jedoch, dass er selbst zur Wertung beiträgt.
Gefolgsleute werden durch die Pest nicht entfernt und kehren nicht automatisch in den Vorrat des Spielers zurück.
Wertungen bei Pestbefall
Wird ein Gebiet abgeschlossen, das von der Pest betroffen ist, erfolgt die Wertung unter folgenden Bedingungen:
Gesunde Gefolgsleute zählen normal zur Mehrheitswertung.
Kranke Gefolgsleute werden bei der Mehrheitsbestimmung ignoriert.
Sind ausschließlich kranke Gefolgsleute vorhanden, erhält kein Spieler Punkte für dieses Gebiet.
Die Wertung selbst erfolgt ansonsten nach den bekannten Regeln des Grundspiels.
Mehrheiten und Gleichstände in pestbefallenen Gebieten
Bei der Bestimmung der Mehrheit werden nur gesunde Gefolgsleute berücksichtigt. Kranke Gefolgsleute haben keinen Einfluss auf Mehrheiten oder Gleichstände.
Sind nach Ausschluss aller kranken Gefolgsleute mehrere Spieler gleich stark vertreten, gelten die üblichen Gleichstandsregeln des Grundspiels.
Heilung von Gefolgsleuten
Es gibt keine aktive Heilungsaktion. Ein Gefolgsmann gilt automatisch wieder als gesund, sobald sich die Pest nicht mehr auf seinem Gebiet befindet. Solange auch nur ein Pestmarker das betreffende Gebiet beeinflusst, bleibt der Gefolgsmann krank.
Bewegung und Verbleib der Pest
Die Pestmarker bewegen sich ausschließlich durch die festgelegte Ausbreitung. Sie werden nicht entfernt und ziehen sich nicht zurück. Ist ein Pestmarker vollständig von abgeschlossenen oder blockierten Gebieten umgeben, bleibt er dauerhaft an dieser Position.
Mehrere Pestmarker können benachbart liegen, ohne sich gegenseitig zu beeinflussen oder zu verstärken.
Kombination mit anderen Erweiterungen
Die Pest wirkt auf alle Arten von Gefolgsleuten gleich, unabhängig davon, aus welcher Erweiterung sie stammen. Sonderfiguren verlieren ebenfalls ihren Einfluss, solange sie sich in pestbefallenen Gebieten befinden.
Bei Regelkonflikten hat die Pest Vorrang vor Mehrheits- und Sonderwertungen.
Spielende
Das Spiel endet, sobald das letzte Landschaftsplättchen gelegt wurde. Danach erfolgt die Schlusswertung gemäß den Regeln des Grundspiels, unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Pest.
Schlusswertung
Bei der Schlusswertung werden alle offenen Gebiete gewertet. Dabei gelten dieselben Einschränkungen wie während des Spiels:
Kranke Gefolgsleute zählen nicht.
Gebiete mit ausschließlich kranken Gefolgsleuten bringen keine Punkte.
Alle übrigen Punkte werden regulär vergeben und zu den bisherigen Punkteständen addiert.
Gleichstand
Bei Punktegleichstand gelten die Regeln des Grundspiels. Ist dort keine weitere Entscheidung vorgesehen, teilen sich die betreffenden Spieler den Sieg.
Zusammenfassung
Carcassonne: Die Pest ergänzt das Grundspiel um eine sich ausbreitende Seuche, die Gefolgsleute neutralisiert, ohne sie vom Spielfeld zu entfernen. Die Pest beeinflusst Mehrheiten, verhindert Wertungen und zwingt die Spieler dazu, langfristiger zu planen und ihre Gefolgsleute besser abzusichern. Das Spielziel bleibt unverändert, doch sichere Punkte sind schwerer zu erreichen, da sich die Pest unabhängig von den Spielern über das Spielfeld ausbreitet und bestehende Strategien jederzeit unterbrechen kann.
Häufige Fragen zur Erweiterung
Werden Gefolgsleute durch die Pest entfernt?
Nein. Gefolgsleute bleiben auf dem Spielfeld, verlieren jedoch ihren Einfluss, solange sie von der Pest betroffen sind.
Kann ein Spieler die Ausbreitung der Pest verhindern?
Nein. Die Ausbreitung folgt festen Regeln und kann nicht aktiv gesteuert oder gestoppt werden.
Zählen kranke Gefolgsleute bei der Schlusswertung?
Nein. Solange sie sich in pestbefallenen Gebieten befinden, zählen sie nicht.
Kann ein Gebiet vollständig ohne Punkte bleiben?
Ja. Befinden sich in einem abgeschlossenen Gebiet ausschließlich kranke Gefolgsleute, erhält kein Spieler Punkte.
Kann sich die Pest wieder zurückziehen?
Nein. Pestmarker verschwinden nicht von selbst. Sie bleiben bestehen, wenn keine weitere Ausbreitung möglich ist.
Können mehrere Pestmarker dasselbe Gebiet beeinflussen?
Ja. Mehrere Pestmarker können angrenzend liegen, ohne zusätzliche Effekte auszulösen.