Texas Hold’em Blinds: So funktionieren Small Blind und Big Blind
Regeln, Ablauf und wichtige Sonderfälle schnell verständlich nachschlagen.
In 60 Sekunden
Vor jeder Hand setzen die beiden vorgesehenen Spieler Small Blind und Big Blind. Die Karten werden ausgeteilt, danach beginnt die erste Einsatzrunde links vom Big Blind. Der Small Blind ergänzt bei einem Call nur …
Vor jeder Hand setzen die beiden vorgesehenen Spieler Small Blind und Big Blind. Die Karten werden ausgeteilt, danach beginnt die erste Einsatzrunde links vom Big Blind. Der Small Blind ergänzt bei einem Call nur …
Small Blind und Big Blind sind verpflichtende Einsätze, die vor dem Austeilen der Karten in den Pot kommen. Der Small Blind sitzt normalerweise direkt links vom Dealer-Button, der Big Blind eine Position weiter links. Beide Einsätze sorgen dafür, dass in jeder Hand bereits Chips im Pot liegen. Nach jeder Hand wandern Button und Blind-Positionen üblicherweise einen Platz weiter.
Wer Small Blind und Big Blind bezahlt
Der Dealer-Button markiert den nominellen Geber und bestimmt damit die Positionen am Tisch. In einer Partie mit mindestens drei Spielern gilt folgende Reihenfolge:
- Direkt links vom Button sitzt der Small Blind.
- Links vom Small Blind sitzt der Big Blind.
- Links vom Big Blind beginnt die erste Einsatzrunde.
Die Höhe des Small Blinds beträgt häufig die Hälfte des Big Blinds. Sind beispielsweise Blinds von 10/20 angesetzt, zahlt der Small Blind 10 Chips und der Big Blind 20 Chips. Bei manchen Blindstufen lässt sich der kleinere Wert nicht genau halbieren. Dann gilt die festgelegte Blindstruktur, etwa 25/50 oder 75/150.
Die Blinds werden gesetzt, bevor die Spieler ihre beiden verdeckten Startkarten erhalten. Es handelt sich nicht um freiwillige Einsätze und auch nicht um Gebühren, die aus dem Spiel verschwinden. Beide Blindbeträge gehören zum Pot und werden bei der ersten Einsatzentscheidung des jeweiligen Spielers angerechnet.
Die Reihenfolge vor dem Flop
In der ersten Einsatzrunde handelt der Spieler links vom Big Blind zuerst. Diese Position wird häufig als Under the Gun bezeichnet. Der Spieler kann aussteigen, den Big Blind mitgehen oder erhöhen. Danach folgen die übrigen Positionen im Uhrzeigersinn.
Small Blind und Big Blind handeln vor dem Flop zuletzt. Der Small Blind hat bereits einen Teil des erforderlichen Einsatzes bezahlt. Möchte er mitgehen, muss er die Differenz zum höchsten Einsatz ergänzen. Der Big Blind hat bereits einen vollständigen Grundeinsatz im Pot.
Wurde vor ihm nicht erhöht, besitzt der Big Blind eine besondere Wahl: Er kann checken und ohne weitere Zahlung den Flop sehen oder selbst erhöhen. Sein gesetzter Blind nimmt ihm diese Entscheidung nicht ab. Der Big Blind darf also erhöhen, obwohl alle anderen Spieler nur mitgegangen sind.
Beispiel für eine vollständige Preflop-Runde
Die Blindstufe beträgt in diesem Beispiel 10/20. Spieler A sitzt im Small Blind und setzt 10 Chips, Spieler B im Big Blind setzt 20 Chips. Spieler C ist links vom Big Blind an der Reihe und zahlt 20 Chips, um mitzugehen. Alle weiteren Spieler steigen aus.
Spieler A muss nun noch 10 Chips ergänzen, wenn er in der Hand bleiben möchte. Danach entscheidet Spieler B. Da niemand erhöht hat, kann B checken; der Flop wird dann ohne weitere Zahlung ausgeteilt. Erhöht B stattdessen beispielsweise auf insgesamt 60 Chips, müssen C und A erneut entscheiden. Beide müssten insgesamt ebenfalls 60 Chips einsetzen oder aussteigen.
Nach dem Flop ändert sich die Aktionsreihenfolge
Ab dem Flop beginnt nicht mehr der Spieler links vom Big Blind. In jeder weiteren Einsatzrunde handelt der erste noch aktive Spieler links vom Dealer-Button zuerst. Der Small Blind ist deshalb häufig als Erster an der Reihe, sofern er noch in der Hand ist. Danach folgen die übrigen aktiven Spieler im Uhrzeigersinn; der Spieler am oder nahe dem Button handelt meist spät.
Diese Reihenfolge gilt auf Flop, Turn und River. Die Blinds werden dabei nicht erneut bezahlt. Small Blind und Big Blind sind nur die Pflichteinsätze zu Beginn einer neuen Hand.
- Vor dem Flop: Die Aktion beginnt links vom Big Blind.
- Ab dem Flop: Die Aktion beginnt beim ersten aktiven Spieler links vom Button.
- Neue Hand: Button und Blind-Positionen rücken weiter, anschließend werden neue Blinds gesetzt.
Mitgehen und Erhöhen aus den Blinds
Ein bereits gezahlter Blind zählt zum Einsatz des Spielers. Er muss bei einem Call deshalb nur den noch fehlenden Betrag nachlegen. Bei Blinds von 10/20 und einer Erhöhung auf insgesamt 60 Chips ergeben sich folgende Restbeträge:
- Der Small Blind hat 10 Chips gesetzt und benötigt weitere 50 Chips für einen Call.
- Der Big Blind hat 20 Chips gesetzt und benötigt weitere 40 Chips für einen Call.
Für eine Erhöhung gelten dieselben Regeln wie für die übrigen Spieler. Bei No-Limit Texas Hold’em muss ein reguläres Raise grundsätzlich mindestens so groß sein wie die unmittelbar vorherige Erhöhung. Der Big Blind ist dabei als erster vollständiger Einsatz der Runde zu behandeln.
Bei Blinds von 10/20 beträgt ein reguläres erstes Raise daher mindestens insgesamt 40 Chips: Der Einsatz steigt von 20 auf 40, also um 20 Chips. Erhöht jemand von 20 auf 60, beträgt die Erhöhung 40 Chips. Ein nachfolgendes vollständiges Raise muss den Einsatz dann mindestens um weitere 40 Chips auf insgesamt 100 erhöhen. Abweichungen können durch ein All-in entstehen, wenn ein Spieler nicht genügend Chips für ein vollständiges Raise besitzt.
Was bei einem zu kleinen All-in-Blind passiert
Besitzt ein Spieler weniger Chips als für seinen Blind erforderlich sind, setzt er seinen gesamten verbleibenden Stack. Er bleibt mit diesem All-in grundsätzlich an der Hand beteiligt, kann aber nur den Anteil des Pots gewinnen, für den er selbst einen entsprechenden Einsatz geleistet hat. Weitere Einsätze der anderen Spieler gelangen gegebenenfalls in einen Side Pot.
Ein unvollständiger Big Blind senkt nicht automatisch den regulären Big-Blind-Betrag für alle anderen Spieler. Welche Mindesteinsätze und Raise-Rechte daraus folgen, hängt vom verwendeten Poker-Regelwerk und von der Art des All-ins ab. Bei einer organisierten Runde sollte diese Regel vor Spielbeginn festgelegt werden, damit ein sehr kleiner Reststack nicht zu unterschiedlichen Auslegungen führt.
Heads-up: Der Button setzt den Small Blind
Bei nur zwei Spielern gilt eine wichtige Ausnahme. Der Spieler am Dealer-Button zahlt den Small Blind, der andere Spieler den Big Blind. Vor dem Flop handelt der Button und damit der Small Blind zuerst. Ab dem Flop handelt der Big Blind zuerst und der Button zuletzt.
Nach jeder Hand wechseln Button, Small Blind und Big Blind zwischen den beiden Spielern. Diese Sonderregel verhindert, dass derselbe Spieler sowohl vor als auch nach dem Flop ständig den Positionsvorteil erhält.
Wie die Blinds von Hand zu Hand weiterwandern
In einer normalen Runde bewegt sich der Dealer-Button nach jeder beendeten Hand im Uhrzeigersinn zum nächsten Spieler. Dadurch wechseln auch Small Blind und Big Blind. Langfristig bezahlt jeder aktive Spieler beide Pflichteinsätze regelmäßig.
Scheidet in einem Turnier ein Spieler aus oder verlässt jemand ein Cash Game den Tisch, kann die Bewegung vorübergehend ungleichmäßig wirken. Übliche Verfahren sind ein weiterwandernder Button oder ein sogenannter Dead Button, bei dem der Button zeitweise auf einer leeren Position liegt. Entscheidend ist, dass der nach dem verwendeten Regelwerk fällige Big Blind nicht übersprungen wird. In privaten Runden sollte vorab vereinbart werden, welches Verfahren bei freien Plätzen gilt.
Turnier und Cash Game behandeln die Blindhöhe unterschiedlich
Im Turnier steigen die Blinds nach dem vorgegebenen Zeit- oder Handplan. Die Spieler müssen dadurch im Verlauf größere Pflichteinsätze leisten, während ihre Chipstapel im Verhältnis zu den Blinds kleiner werden können. Häufig kommt in späteren Stufen zusätzlich eine Ante hinzu; sie ist ein eigener Pflichteinsatz und ersetzt Small Blind oder Big Blind nicht automatisch.
In einem Cash Game bleiben die Blinds normalerweise auf der für den Tisch festgelegten Höhe. Neu einsteigende oder zurückkehrende Spieler müssen je nach Hausregel bis zum Big Blind warten oder einen Einsatz außerhalb der Reihe leisten. Dieser zusätzliche Betrag wird häufig als Posten eines Blinds bezeichnet. Die genaue Behandlung verpasster Blinds sollte am Tisch geklärt werden, weil sich die Verfahren zwischen privaten Runden, Casinos und Pokerräumen unterscheiden können.
Die entscheidenden Blind-Regeln für den Spielablauf
- Vor jeder Hand setzen die beiden vorgesehenen Spieler Small Blind und Big Blind.
- Die Karten werden ausgeteilt, danach beginnt die erste Einsatzrunde links vom Big Blind.
- Der Small Blind ergänzt bei einem Call nur die Differenz zum höchsten Einsatz.
- Der Big Blind darf checken, wenn niemand erhöht hat, oder selbst ein Raise spielen.
- Ab dem Flop handelt der erste aktive Spieler links vom Button zuerst.
- Nach der Hand wandern der Button und damit die Blind-Positionen weiter.
Der zentrale Unterschied liegt somit nicht nur in der Höhe der beiden Einsätze. Small Blind und Big Blind bestimmen vor dem Flop auch die Aktionsreihenfolge und wechseln nach jeder Hand ihre Besitzer. Wer diese drei Punkte trennt – Pflichteinsatz, Position und Reihenfolge –, kann die Blind-Situationen am Texas-Hold’em-Tisch sicher auflösen.
Regelfragen zu diesem Spiel
Wer Small Blind und Big Blind bezahlt
Der Dealer-Button markiert den nominellen Geber und bestimmt damit die Positionen am Tisch. In einer Partie mit mindestens drei Spielern gilt folgende Reihenfolge: Direkt links vom Button sitzt der Small Blind. Links vom Small Blind sitzt der Big Blind. Links vom Big Blind beginnt die erste Einsatzrunde. Die Höhe des Small Blinds beträgt häufig die Hälfte des Big Blinds. Sind beispielsweise Blinds von 10/20 angesetzt, zahlt der Small Blind 10 …
Was bei einem zu kleinen All-in-Blind passiert
Besitzt ein Spieler weniger Chips als für seinen Blind erforderlich sind, setzt er seinen gesamten verbleibenden Stack. Er bleibt mit diesem All-in grundsätzlich an der Hand beteiligt, kann aber nur den Anteil des Pots gewinnen, für den er selbst einen entsprechenden Einsatz geleistet hat. Weitere Einsätze der anderen Spieler gelangen gegebenenfalls in einen Side Pot. Ein unvollständiger Big Blind senkt nicht automatisch den regulären Big-Blind-Betrag für alle anderen Spieler. Welche …
Wie die Blinds von Hand zu Hand weiterwandern
In einer normalen Runde bewegt sich der Dealer-Button nach jeder beendeten Hand im Uhrzeigersinn zum nächsten Spieler. Dadurch wechseln auch Small Blind und Big Blind. Langfristig bezahlt jeder aktive Spieler beide Pflichteinsätze regelmäßig. Scheidet in einem Turnier ein Spieler aus oder verlässt jemand ein Cash Game den Tisch, kann die Bewegung vorübergehend ungleichmäßig wirken. Übliche Verfahren sind ein weiterwandernder Button oder ein sogenannter Dead Button, bei dem der Button zeitweise …
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