Bei Disney Lorcana treten zwei Spieler mit eigenen Kartendecks gegeneinander an. Du gewinnst normalerweise nicht durch das Besiegen gegnerischer Charaktere, sondern indem du als Erster 20 Legenden sammelst. Dafür spielst du Karten aus, nutzt ihre Fähigkeiten, schickst Charaktere auf Abenteuer und störst die Pläne deines Gegenübers.
Der wichtigste Grundsatz lautet: Bezahle die Kosten einer Karte mit Tinte, beachte ihre Voraussetzungen und entscheide danach, ob du mit einem bereits ausgespielten Charakter eine Quest beginnst oder einen gegnerischen Charakter herausforderst. Charaktere dürfen in dem Zug, in dem sie ausgespielt wurden, normalerweise noch nicht questen oder herausfordern.
Spielziel und Vorbereitung
Jeder Spieler verwendet ein eigenes Deck mit mindestens 60 Karten. Ein Deck darf höchstens zwei verschiedene Tintenfarben enthalten. Außerdem darfst du von einer einzelnen Karte höchstens vier Exemplare im Deck haben. Diese Deckbauregeln gelten für den normalen Spielbetrieb; bei besonderen Formaten oder Veranstaltungen können zusätzliche Vorgaben gelten.
Zum Start werden die Decks gemischt. Beide Spieler ziehen sieben Karten. Danach darf jeder Spieler einmalig beliebig viele Karten aus der Starthand unter das eigene Deck legen und ebenso viele neue Karten ziehen. Anschließend wird das Deck erneut gemischt. Wer beginnt, wird nach einer vereinbarten Methode bestimmt.
Lege deine Karten so aus, dass du den eigenen Tintestapel, das Deck, den Ablagestapel und die ausgespielten Karten gut unterscheiden kannst. Die gesammelten Legenden werden offen oder an einem gut sichtbaren Platz neben dem eigenen Spielbereich markiert. Eine separate Punkteleiste ist nicht erforderlich, solange der Spielstand eindeutig bleibt.
Die wichtigsten Kartentypen
Disney Lorcana verwendet mehrere Kartentypen, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Charaktere bleiben nach dem Ausspielen im Spiel und können später questen, herausfordern oder Fähigkeiten einsetzen. Aktionen werden ausgespielt und danach in der Regel auf den Ablagestapel gelegt. Gegenstände bleiben meist im Spiel und bieten wiederholbare Effekte.
Auch Lieder gehören zu den Aktionen. Sie können entweder mit Tinte bezahlt oder von einem passenden Charakter gesungen werden. Beim Singen wird die auf der Liedkarte angegebene Stärke des Charakters geprüft. Ein Charakter kann ein Lied nur singen, wenn er die dafür erforderliche Stärke erreicht und die Karte ansonsten regelgerecht ausgespielt werden darf.
Orte stellen einen weiteren Kartentyp dar. Sie besitzen eigene Werte und Fähigkeiten und können Ziel von Charakteren oder Effekten werden. Welche Aktionen möglich sind, steht immer im Kartentext. Der Kartentext hat Vorrang vor den allgemeinen Regeln, solange er nicht ausdrücklich eine andere Regel oder einen Effekt überschreibt.
Tinte: Karten bezahlen und Ressourcen aufbauen
Tinte ist die wichtigste Ressource im Spiel. Einmal pro Zug darfst du eine Karte aus deiner Hand verdeckt in die Tintenreserve legen, sofern die Karte als Tinte geeignet ist. Solche Karten erkennst du am Tintensymbol in der Nähe des Kartentextes. Eine Karte, die nicht als Tinte gekennzeichnet ist, darf nicht auf diese Weise verwendet werden.
Die verdeckte Karte liegt anschließend in deiner Tintenreserve und kann für den Rest des Spiels als Ressource dienen. Tinte wird normalerweise nicht verbraucht oder entfernt, wenn du damit eine Karte bezahlst. Du erschöpfst sie stattdessen, indem du sie von der Bereitschaftsposition in die waagerechte Position drehst.
- Prüfe deine Hand und wähle höchstens eine geeignete Karte als Tinte aus.
- Lege diese Karte verdeckt in deine Tintenreserve.
- Entschließe dich, welche Karten oder Fähigkeiten du in diesem Zug bezahlen möchtest.
- Erschöpfe die erforderliche Menge an Tinte und führe den jeweiligen Effekt aus.
Eine Karte als Tinte zu verwenden, ist dauerhaft. Du solltest deshalb nicht nur auf die Kosten einer Karte achten, sondern auch darauf, ob du sie später noch für ihren Kartentext benötigst. Besonders zu Beginn kann es sinnvoll sein, eine teure Karte zurückzuhalten, wenn sie später einen entscheidenden Effekt ermöglicht.
Der Ablauf eines Zuges
Ein Zug folgt einer festen Reihenfolge. Nach dem Zug des Gegners beginnt dein Zug mit dem Auffrischen. Danach ziehst du eine Karte und erhältst die Möglichkeit, eine Karte als Tinte zu legen. Erst anschließend führst du deine eigentlichen Aktionen aus.
- Auffrischen: Drehe deine erschöpften Karten wieder in die Bereitschaftsposition.
- Ziehen: Ziehe eine Karte vom eigenen Deck. Falls keine Karte mehr gezogen werden kann, verlierst du normalerweise erst dann, wenn du zu Beginn des Ziehschritts keine Karte mehr im Deck hast.
- Tinte legen: Lege, wenn gewünscht, eine geeignete Handkarte verdeckt als Tinte aus.
- Hauptphase: Spiele Karten, nutze Fähigkeiten, beginne Quests, fordere gegnerische Charaktere heraus und führe andere erlaubte Aktionen aus.
- Zug beenden: Sobald du keine weiteren Aktionen ausführen möchtest, endet dein Zug und der Gegner ist an der Reihe.
Die Reihenfolge innerhalb der Hauptphase ist nicht festgelegt. Du kannst zunächst eine Karte ausspielen, danach mit einem Charakter questen und anschließend eine Fähigkeit verwenden, wenn die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind. Effekte, die ausdrücklich zu Beginn oder am Ende eines Zuges ausgelöst werden, werden zu ihrem genannten Zeitpunkt abgehandelt.
Charaktere ausspielen und einsetzen
Um einen Charakter auszuspielen, bezahlst du seine Tintenkosten und legst ihn in deinen Spielbereich. Der Charakter kommt in der Regel erschöpft ins Spiel. Zusätzlich gilt die sogenannte Tintenkrankheit: Ein frisch ausgespielter Charakter kann im selben Zug normalerweise keine Quest beginnen und keinen gegnerischen Charakter herausfordern.
Aktivierte Fähigkeiten dürfen trotzdem möglich sein, wenn der Kartentext nichts anderes verlangt. Entscheidend ist dabei nicht nur, wann der Charakter ins Spiel kam, sondern welche Handlung die Fähigkeit voraussetzt. Lies daher den vollständigen Text der Karte, bevor du eine Aktion ausführst.
Ein Charakter kann in einem späteren Zug auf verschiedene Weise eingesetzt werden. Für eine Quest wird er erschöpft. Zum Herausfordern wird er ebenfalls erschöpft. Manche Fähigkeiten erfordern ebenfalls das Erschöpfen, andere verlangen beispielsweise das Bezahlen von Tinte, das Ablegen einer Karte oder eine bestimmte Spielsituation.
Questen und Legenden sammeln
Eine Quest ist die wichtigste Möglichkeit, Legenden zu erhalten. Wähle einen bereiten Charakter und erschöpfe ihn. Anschließend erhältst du so viele Legenden, wie der entsprechende Wert auf der Charakterkarte angibt. Der Charakter bleibt danach im Spiel, kann in diesem Zug aber normalerweise nicht noch einmal questen.
Eine Quest ist kein Angriff. Der gegnerische Spieler muss den Charakter nicht blockieren, und ein Charakter kann durch eine Quest keinen Schaden verursachen. Allerdings darf der Gegner den erschöpften Charakter in seinem Zug herausfordern, sofern die übrigen Bedingungen erfüllt sind.
Bei der Entscheidung zwischen einer Quest und einem Herausfordern solltest du daher die Spielsituation betrachten. Eine Quest bringt dich dem Spielziel näher. Ein Herausfordern kann dagegen einen gegnerischen Charakter aus dem Spiel nehmen oder dessen weiteren Einsatz verhindern.
Herausfordern und Schaden
Ein Charakter darf einen gegnerischen Charakter herausfordern, wenn beide Karten im Spiel liegen und der angreifende Charakter bereit ist. Der angreifende Charakter wird erschöpft. Angegriffen werden darf normalerweise nur ein gegnerischer Charakter, der bereits erschöpft ist. Ein frisch ausgespielter Charakter kann wegen der Tintenkrankheit auch diese Aktion nicht sofort ausführen.
Beim Herausfordern vergleichen die Spieler nicht direkt die Stärke beider Karten. Stattdessen verursacht der angreifende Charakter Schaden in Höhe seines Werts für Stärke. Der angegriffene Charakter verursacht gleichzeitig Schaden in Höhe seines eigenen Stärkewerts. Der Schaden wird auf beiden Karten markiert.
Übersteigt der angesammelte Schaden den jeweiligen Willenskraftwert, wird der Charakter verbannt und auf den Ablagestapel gelegt. Schaden bleibt grundsätzlich liegen, solange ein Effekt ihn nicht entfernt oder der Charakter das Spiel verlässt. Ein Charakter kann also einen Kampf überstehen und später durch weiteren Schaden verbannt werden.
Beispiel: Ein bereiter Charakter mit ausreichender Stärke fordert einen erschöpften gegnerischen Charakter heraus. Beide Karten fügen einander Schaden zu. Überlebt der gegnerische Charakter, bleibt er mit dem markierten Schaden im Spiel und kann später durch einen weiteren Angriff oder einen Karteneffekt gefährdet werden.
Fähigkeiten, Kosten und Kartentexte
Fähigkeiten werden genau in der Reihenfolge ausgeführt, die der Kartentext vorgibt. Steht vor einem Effekt eine Kostenangabe, musst du diese Kosten vollständig bezahlen, bevor du die Wirkung abhandelst. Eine Fähigkeit kann zum Beispiel das Erschöpfen eines Charakters, das Bezahlen von Tinte oder das Ablegen einer Handkarte verlangen.
Ein Effekt gilt nur für die genannten Ziele. Wenn eine Karte einen Charakter auswählt, darfst du keinen Ort oder Gegenstand wählen, sofern der Kartentext das nicht erlaubt. Kann ein verpflichtendes Ziel nicht gewählt werden, wird der Effekt nach den geltenden Regeln so weit wie möglich ausgeführt oder entfällt, abhängig von seiner genauen Formulierung.
Mehrere Effekte können im selben Zug miteinander kombiniert werden. Achte dabei auf den Zeitpunkt: Ein Charakter, der durch einen Effekt bereit gemacht wird, kann möglicherweise erneut eingesetzt werden, sofern der Effekt keine Einschränkung enthält. Karten mit dauerhaften Fähigkeiten wirken so lange, wie sie im Spiel liegen und die genannte Bedingung erfüllt ist.
Spielende und Sieg
Das Spiel endet sofort, sobald ein Spieler während seines Zuges 20 oder mehr Legenden besitzt. Dieser Spieler gewinnt. Es ist nicht erforderlich, den Zug bis zum Ende fortzusetzen oder auf eine Reaktion des Gegners zu warten.
Eine weitere Niederlage tritt normalerweise ein, wenn ein Spieler zu Beginn seines Ziehschritts keine Karte mehr im eigenen Deck hat. Dabei zählt nicht, ob die Hand noch Karten enthält. Sobald der vorgeschriebene Ziehvorgang nicht mehr möglich ist, endet das Spiel nach der entsprechenden Regel.
Falls ein Karteneffekt eine andere Sieg- oder Verlustbedingung nennt, wird diese nach dem Kartentext behandelt. Bei einer Erweiterung oder einer besonderen Spielvariante können zusätzliche Endbedingungen gelten. Für ein normales Spiel ohne Sonderregel bleiben die Legenden und das leere Deck die entscheidenden Punkte.
Typische Fehler beim ersten Spiel
- Eine Karte wird als Tinte verwendet, obwohl sie nicht als Tinte geeignet ist.
- Ein frisch ausgespielter Charakter questet oder fordert sofort heraus.
- Eine Quest wird mit einem Angriff verwechselt. Questen verursacht keinen Schaden.
- Nur der angegriffene Charakter erhält Schaden. Beim Herausfordern fügen sich beide beteiligten Charaktere normalerweise gleichzeitig Schaden zu.
- Eine erschöpfte Karte wird erneut für dieselbe Aktion verwendet, ohne dass sie zuvor bereit gemacht wurde.
- Ein Charakter mit ausreichend markiertem Schaden bleibt im Spiel, obwohl sein Willenskraftwert bereits überschritten ist.
- Der Spielstand wird nach einem Karteneffekt oder einer Quest nicht sofort angepasst.
Für eine ruhige erste Partie hilft es, die Phasen laut anzusagen und eingesetzte Karten deutlich zu drehen. So erkennen beide Spieler, welche Charaktere bereit sind, welche Karten bereits gehandelt haben und ob ein Effekt noch in diesem Zug genutzt werden kann.
Häufige Fragen zu den Disney-Lorcana-Regeln
Darf ich in einem Zug mehr als eine Karte als Tinte auslegen?
Nein, nach den normalen Disney-Lorcana-Regeln darfst du höchstens eine geeignete Handkarte pro Zug als Tinte auslegen. Zusätzliche Tinte ist nur möglich, wenn ein Karteneffekt dies ausdrücklich erlaubt.
Kann ein frisch ausgespielter Charakter sofort eine Fähigkeit verwenden?
Das hängt vom Kartentext und von den Kosten der Fähigkeit ab. Die Tintenkrankheit verhindert normalerweise das Questen und Herausfordern im Ausspielzug, verbietet aber nicht automatisch jede Fähigkeit.
Was passiert, wenn beide Charaktere beim Herausfordern genug Schaden erleiden?
Beim Herausfordern fügen sich die beteiligten Charaktere normalerweise gleichzeitig Schaden zu. Überschreitet der Schaden bei einem oder beiden Charakteren die jeweilige Willenskraft, werden die betroffenen Karten verbannt und auf den Ablagestapel gelegt.
Kann ich eine Quest starten, wenn mein Charakter bereits erschöpft ist?
Nein, für eine Quest musst du einen bereiten Charakter auswählen und ihn erschöpfen. Ist er bereits erschöpft, kann er erst wieder questen, wenn ein Effekt ihn bereit macht oder der nächste Auffrischschritt eintritt.
Was gilt, wenn der Kartentext einer Grundregel widerspricht?
Ein genauer Kartentext hat Vorrang vor der allgemeinen Regel, sofern er die betreffende Situation ausdrücklich abweichend beschreibt. Prüfe zusätzlich, ob der Effekt eine Voraussetzung, ein Ziel oder einen bestimmten Zeitpunkt nennt, denn nur dieser Umfang wird verändert.
Wer gewinnt, wenn ein Spieler 20 Legenden erreicht und zugleich sein Deck leer ist?
Erreicht ein Spieler während seines Zuges 20 oder mehr Legenden, endet das Spiel sofort mit diesem Sieg. Der anschließende Ziehschritt findet nicht mehr statt, sodass die Niederlage wegen eines leeren Decks in dieser Situation nicht mehr eintritt.